Wintertochter: Generationen-Drama von Johannes Schmid

Ausgerechnet am Heiligabend bricht für die 11-jährige Katharina, von allen nur Kattaka genannt, ihre heile Familienwelt zusammen. Denn aus heiterem Himmel erfährt das junge Mädchen im Drama „Wintertochter“, dass ihr Papa nicht ihr leiblicher Vater ist, sondern ein Matrose aus Polen.

Ziemlich viel für ein junges Mädchen. Doch statt sich im eigenen Zimmer zu verkriechen, beschließt Kattaka zusammen mit ihrem besten Freund Kevin und der alten Nachbarin Lene Graumann kurzentschlossen nach Polen zu reisen, um ihren Vater zu finden.

Eine Reise, die nicht nur Kattaka zu ihren Wurzeln führt. Denn auch Lene, die aus Preußen vertrieben wurde, hat ihr Päckchen zu tragen und beide begeben sich somit auf die Suche nach ihrer Identität – und entwickeln dabei eine Freundschaft. Einige Szenen aus dem Film kann man im folgenden Trailer schon einmal begutachten

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Wintertochter: Roadmovie und Melancholie

Der Film erfüllt zwar gängige Roadmovie-Klischees – so macht sich das ungleiche Trio klassisch im VW-Bus auf die Reise nach Polen, zeigt dabei aber an keiner Stelle unrealistische Abenteuer oder übertriebenen Klamauk. Vielmehr erzählt der Film auf sehr behutsame Weise, was Identität für uns bedeutet, erklärt einem jungen Publikum was es bedeutet, wenn man aus seinem Heimatland vertrieben wurde oder unbedingt erfahren zu wollen, woher man kommt. Auf ihrem Weg quer durch Polen, muss das ungleiche Trio ein ums andere Mal erfahren, dass dieser Weg kein einfacher ist. Von Berlin über Stettin nach Danzig führt die Reise, wo am Ende auch noch Kattakas Mutter und ihr Stiefvater aufkreuzen.

Wintertochter: Viele Auszeichnungen bereits im Vorfeld

Der Film hebt sich besonders durch seine Erzählweise und Tiefe von den vielen oberflächlichen Kinderfilmen ab, und Regisseur Johannes Schmid konnte für sein Werk bereits vor dem offiziellen Kinostart viele Preise einheimsen. So konnte er unter anderem den Kinderfilmpreis „Goldener Spatz“ des MDR-Rundfunkrates für das beste Drehbuch gewinnen, und auch beim Fünf-Seen-Festival wurde der Film mit dem „Young Generation Award“ ausgezeichnet. Ganz ergreifend wird hier also eine Geschichte über Heimat, über Identität und über Freundschaft erzählt, vor allem die junge Nina Monke spielt dabei die Rolle der „Kattaka“ sehr einfühlsam und überzeugend.

Kinostart ist am 20. Oktober 2011, die FSK wurde bisher noch nicht bekannt gegeben.

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