Schorn to Cook

Kochfernsehen ist ja schon länger ein total heißes Ding, aber jetzt kommt die Gourmet-Guerilla: Das Messer zwischen den Zähnen und bewaffnet mit einem Profi-Koch stürmt Thorsten Schorn (über den Wikipedia zu berichten weiß, dass er regelmäßig im Radio führt) ab dem 5. November sonntagnachmittags die Küchen der Nation und lässt aus dem, was so gerade da ist, ein Menü bereiten, das vermutlich einfach und hoffentlich trotzdem „schmackhaft“ ist, wie der Mälzer sagen würde. Unterstützt wird der Rundfunk-Jungspund unter anderem von Sante de Santis, der exakt so aussieht wie man sich einen italienischen Koch vorstellt und den einige noch aus dem VOX-„Koch-Duell“ kennen dürften. Und auch wenn seine Teams die Duelle zu meinem Bedauern selten gewonnen haben, Übung im spontanen Entwerfen von Menüs hat Sante, schließlich war er schon beim „Koch-Duell“ auf die Zutaten angewiesen, die die Gäste so mitgebracht haben.

Aufgewärmt

Sollte die Sendung im Gegensatz zum aktuellen RTL-Sonntagnachmittags-Programm gut ankommen, muss Thorsten Schorn vielleicht nicht mehr lange eine ‚kleine Nummer’ bleiben. Das hätte er sich verdient, so umtriebig wie er ist: Macht Radio bei „Eins Live“, hatte zehn Folgen lang ein eigenes Late-Night-Medien-und-anderer-Lifestyle-Quatsch-Magazin im WDR-Fernsehen (Schorn und Heinrich, zusammen mit Sabine H.), muss seine Website füttern (aber nicht zu oft!) und reibt sich als „Warm-Upper“ für Günther Jauch auf, damit das WWM-Studiopublikum auch so richtig heiß wird.

Eigener Herd ist Goldes Wert

Ein Traumjob, denn nicht nur ist für Schorn, wenn man seinen Beteuerungen auf der „Eins Live“-Website glauben soll, das ganze Leben ein Quiz (‚Film fürs Leben’: „Kein Pardon!“), nein, wenn er mal „groß“ ist, möchte er auch noch am liebsten Günther Jauch werden. Bisher hat er es immerhin schon mal zu dessen Angestellten gebracht: Der „Überfall“ wird von Jauchs Produktionsfirma "i&u" produziert. Und für das große Vorbild nicht nur in Kameras, sondern auch noch in Töpfe zu gucken ist doch bestimmt eine willkommene Abwechslung, denn auf Dauer ist es wohl doch etwas eintönig, immer die gleichen alten Witze aufzuwärmen, um die Leute für Herrn Jauch anzuheizen.

Klingt nicht, gibt’s nicht

Ach Herr Schorn, da sind Sie ja! Ich sehe, Sie kennen sich auch im Internet ganz gut aus, Google und so. Dann kann ich es Ihnen ja persönlich sagen: Ich hoffe mit Ihnen, dass der „Kochüberfall“ mal eine Sendung wird, die nicht wie z. B. „Schorn und Heinrich“ gleich wieder eingefroren wird. Immerhin klingt der Titel, den sich die Anwälte Kropp-Olbertz, Schulte-Franzheim und Seibert bereits am 13. Juni gesichert haben (Titelschutzanzeiger Nr. 776*), schon mal ganz einladend. Glücklicherweise hat sich "i&u" nicht für die gleich mitreservierten „Koch sucht Küche“ oder „Wir kochen für Sie“ entschieden, oder noch schlimmer für was Modernes wie sagen wir mal „Die Kitchen-Crasher“ (Na, ProSieben, wie wär’s?).

Scheck das mal ab

Wie ich Ihrer Beteiligung am WDR-Azubi-Experiment „Ach du Check“ entnehmen kann, haben auch Sie, Herr Schorn, nichts gegen einen flotten Titel einzuwenden. Und weil ich Ihnen liebend gern dabei helfen würde, mal eine ganz große Nummer zu werden, habe ich Ihnen ein paar Vorschläge für neue Projekte mitgebracht. Vielleicht heißt es ja dann irgendwann für mich: Noch mal mit 'nem Scheck davongekommen. Hiermit nehme ich also inoffiziell Titelschutz in Anspruch für:

  • „Schorn to Cook“ (was der Mälzer wohl sagen würde?)
  • „Schorn to Be Wild“
  • „Nase Schorn“
  • „Vorn mit Schorn“ bzw. "Schorn ganz vorn"
  • „Die Schorn-Stein-Show“ (‚Comedy’ zusammen mit Axel Stein, aber das hätten Sie nun wirklich nicht verdient)
  • „Schorn mal ganz gut“ (Best-Of bzw. Live-Programm)
  • „Horny mit Schorny“ bzw. „MTV Schorny“
  • „Schornstars“
  • „Ein Bier, ein Schorn“

*Der Anzeiger ist übrigens ein guter Indikator für den TV-Quatsch, der da noch so auf uns zukommen könnte. Sollten etwa “Henry und Bitch“, „Vier Besserwisser“, „Für heute – danke“ und „Sprechen Sie Deutsch?“, für die in derselben Ausgabe Titelschutz in Anspruch genommen wurde, auch Titel fürs Fernsehen sein, schwant mir Fürchterliches und ich beginne innerlich zu – ähem – kochen.

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