Rückblick auf den 26. Bundesliga-Spieltag

Innerhalb einer einzigen Woche hat sich der FC Bayern München im Kampf um drei Titel zurück gemeldet. Dem 7:1-Befreiungsschlag gegen Hoffenheim folgte ein 7:0-Triumph in der Champions-League über den FC Basel und am 26. Bundesliga-Spieltag ein ebenso deutliches Ergebnis, das endlich einmal wieder auf fremdem Rasen erzielt wurde. Bei einer völlig überforderten Hertha aus Berlin gewannen die Münchener mit 6:0. Auch ohne Mittelfeldgestalter Bastian Schweinsteiger brachten Thomas Müller und zweimal Arjen Robben das Zwischenresultat auf 3:0. Nach 20 Minuten war damit die Partie praktisch gelaufen und der grippegeschwächte Jup Heynckes konnte sich auf der Trainerbank enstpannt zurück lehnen. In der zweiten Hälfte waren es dann Gomez, Kroos und erneut Robben, die den Endstand herstellten. Zudem machte auch Franck Ribery wieder eine sehr starke Partie. Hätten die Bayern an diesem Tag ihre Chancen noch konsequenter genutzt, wären die hoffnungslosen Berliner wohl zweistellig untergegangen. Während Otto Rehhagels Mannschaft damit noch tiefer im Abstiegssumpf versinkt und nur noch Vorletzter ist, bleibt der Rekordmeister auf den Spuren von Titelverteidiger Borussia Dortmund.

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Erfolgreicher 26. Bundesliga-Spieltag für Borussia-Fans

Der BVB besiegte Werder Bremen hauchdünn mit 1:0 und feierte damit einen ganz wichtigen Erfolg, da der Abstand zu den Bayern somit gewahrt bleibt. Ein Punktverlust der Dortmunder hätte die Waage stark zugunsten des ärgsten Verfolgers kippen lassen. So aber behalten die Schwarz-Gelben ihren 5-Punkte-Vorsprung. Gegen die Bremer erwischten sie sicherlich keinen schlechten Tag. So überzeugend wie die Bayern traten sie hingegen nicht auf. In Halbzeit eins war der BVB allerdings die klar überlegene Mannschaft und hätte mehr Tore als das von Shinji Kagawa in der 7. Minute erzielen können. Erst in den zweiten 45 Minuten gab es einen leichten Leistungseinbruch, der aber auch dadurch zustande kam, dass Werders stark ersatzgeschwächte Truppe hinten viel stabiler und offensiv etwas mutiger agierte. Einen Treffer konnten die Hansestädter gerechterweise aber nicht mehr zustande bringen.

Mehr noch als die Dortmunder konnten am Samstag die Gladbacher Borussen-Fans strahlen. Ein unverhoffter 2:1-Sieg bei Bayer Leverkusen brachte ihre Elf zurück auf die Erfolgsspur, die sie eigentlich auch schon über die gesamte Saison eingenommen hat. Nach dem 1:0 durch Marco Reus geriet Gladbach zwar unter Druck, hatte aber angesichts der ideenlosen Angriffe wenig Mühe, diese Führung zu verteidigen. Auch die überlegene Ballbesitz- und Torschussstatistik zugunsten der Leverkusener konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Borussia an diesem Tag die reifere Mannschaft war. Und so konnte auch der Ausgleich durch Kießling nicht schocken. Die Fohlen nahmen danach nochmals das Herz in die Hand, erspielten sich mehrere Chancen und kamen schließlich durch den eingewechselten Igor de Camargo zum nicht unverdienten Siegtreffer. Gladbach hat nun 11 Punkte Vorsprung auf Leverkusen und zumindest die Champions-League-Qualifikation fast sicher. Dagegen ist der Traum von einer erneuten Champions-League-Teilnahme für Bayer Leverkusen wohl ausgeträumt. Entsprechend korrigierte Abwehrspieler Stefan Reinartz das Saisonziel: „Es geht für uns nur noch darum, einen Europa-League-Platz zu sichern.“

Den Gladbachern dicht auf den Fersen bleibt der FC Schalke 04. Den Knappen genügte eine durchschnittliche Leistung, um gegen kampfstarke aber harmlose Lauterer einen etwas zu hohen 4:1-Erfolg herauszuschießen. Holtby, Huntelaar, Raul und Farfan trafen für die Königsblauen, die allerdings zunächst die frühe Führung durch Rodnei drehen mussten. Schwierige Zeiten stehen nun weiterhin in Kaiserslautern ins Haus, vor allem für FCK-Trainer Marco Kurz. Die Mannschaft bleibt Tabellenletzter und benötigt dringend Punkte, um den davon eilenden Freiburgern und Augsburgern noch auf den Fersen zu bleiben.

Die Europa League im Visier: Stuttgart und Wolfsburg holen weiter auf

Gut gestartet, zwischendurch die Hoffnung fast aufgegeben und nun wieder dick im Geschäft: Der VfB Stuttgart erlebt in dieser Saison eine interessante Berg- und Talfahrt und befindet sich derzeit wieder ganz klar auf aufsteigender Schiene. Im württembergischen Duell mit der TSG Hoffenheim schoss Vedad Ibisevic den VfB gegen seine alten Kameraden mit zwei Toren zum 2:1-Sieg. Die Europa League ist für die Schwaben damit wieder ganz nah.

Fast ebenso aussichtsreich ist plötzlich der VfL Wolfsburg im Rennen ums internationale Geschäft. Mit dem 3:1 in Nürnberg gelang nach langer Zeit ein Dreifach-Punktgewinn auf fremdem Platz. Passend zum Comeback des VfL ist auch die Wiederkehr von Stürmer Patrick Helmes als erfolgreicher Goalgetter. Wie schon gegen Leverkusen traf der Ex-Kölner auch gegen die Franken und stellte neben Mario Madzukic das erfolgreiche Sturmduo der Niedersachsen. Felix Magath zeigte sich ungewohnt bescheiden und war zunächst einmal zufrieden, dass Wolfsburgs Fans in dieser Saison nun wohl keine Abstiegsängste mehr zu haben brauchen. Der FCN ist dagegen nach dieser Niederlage noch nicht gerettet.

Nicht schocken ließ sich Hannover 96 von den starken Auftritten der Konkurrenz aus Stuttgart und Wolfsburg. In  der letzten Partie des 26. Bundesliga-Spieltag schafften die Niedersachsen einen klaren 4:1-Erfolg über den 1. FC Köln, der im Rückblick allerdings etwas zu hoch ausfiel. Die Kölner waren eine Stunde lang die etwas bessere Mannschaft, besaßen auch die hochkarätigeren Chancen und glichen völlig verdient durch Pezzoni Lars Stindls Führungstreffer aus der 19. Minute aus. Doch Hannovers Keeper Zieler verhinderte danach weitere rheinische Treffer. Und so konnten die 96er die Torgala aus der Europa League wiederholen. Jan Schlaudraff per Foulelfmeter und zweimal der eingewechselte Mame Diouf besiegelten die Kölner Niederlage. Hannover hält damit weiterhin den wichtigen siebten Platz.

Hoffnung und Bangen im Abstiegskampf

Eine böse Überraschung erlebte der Hamburger SV im Heimspiel gegen den SC Freiburg. Das Bundesliga-Urgestein, das eigentlich schon dem Abstiegskampf entronnen schien, verlor gegen einen direkten Konkurrenten mit 1:3 und ließ die Breisgauer damit mächtig aufrücken. Die Mannschaft von Torsten Fink vergab reihenweise beste Tormöglichkeiten und verpassste somit sowohl die Führung in der ersten Halbzeit als auch einen schnellen Anschlusstreffer in der zweiten Hälfte. Das Toreschießen blieb also den Freiburgern vorbehalten, die ihre Angriffe effektiv und teilweise unter Mithilfe des Gegners erzielten. Torschützen waren Johannes Flum (aus dem Abseits), Daniel Caligiuri in der 43. Minute und Cedric Makiadi nach einem schönen Freistoßtrick, bevor Ivo Ilicevic nur noch der Ehrentreffer gelang. Der SC setzte sich damit von Hertha und Kaiserslautern ab und rangiert weiter auf Relegationsplatz 16 – nur 2 Punkte hinter den Hamburgern, die 14. sind.

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Dazwischen befindet sich der FC Augsburg, der auch gegen den FSV Mainz 05 punkten konnte und weiter Morgenluft wittert. Die zuletzt so gut in Form befindlichen Rheinhessen gingen in der SGL Arena zwar durch Allagui mit 1:0 in Führung, doch die so heimstarken Schwaben kamen noch in Halbzeit eins durch den Koreaner Koo ins Spiel zurück. Schließlich gelang durch Sebastian Langkam sogar der 2:1-Siegtreffer, durch den auch die Mainzer noch einmal in Richtung Abstiegsränge schauen müssen.

27. Bundesliga Spieltag:

Fr 20:30 VfL Wolfsburg – Hamburger SV
Sa 15:30 Bayern München – Hannover 96
Sa 15:30 SC Freiburg – 1. FC Kaiserslautern
Sa 15:30 Bor. M'Gladbach – 1899 Hoffenheim
Sa 15:30 Werder Bremen – FC Augsburg
Sa 15:30 1. FSV Mainz 05 – Hertha BSC
Sa 18:30 FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen
So 15:30 VfB Stuttgart – 1. FC Nürnberg
So 17:30 1. FC Köln – Borussia Dortmund

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