Gran Torino mit Hollywood-Legende Clint Eastwood

Man hat den ehemaligen „Mann ohne Namen“, wie Clint Eastwoods Credits in Sergio Leones Spaghetti-Western lauteten, zuletzt selten auf der Leinwand gesehen. Nach seinem Oscar für „Million Dollar Baby“ widmete er sich im Regiestuhl den beiden Kriegsdramen „Letters from Iwo Jima“ und „Flags of Our Fathers“, die beide die gleiche Schlacht im Pazifik aus unterschiedlichen Perspektiven erzählten. In seinem neuesten Film, „Gran Torino“, steht er nach vier Jahren endlich auch wieder vor der Kamera.

Eastwood spielt den eigenbrötlerischen Korea-Kriegsveteranen Walt Kowalski, der nach dem Tod seiner Frau mit seinen Kindern nicht besonders gut auskommt und in einem Bezirk lebt, in dem er sich zusehends als Fremder fühlt, denn der Großteil seiner Nachbarn sind aus Laos vertriebene Hmong. Einer von ihnen, der junge Thao, soll als Initiationsritus einer Straßengang Walts Auto, den titelgebenden Gran Torino, stehlen, wobei er aber von dem gewehrschwingende Walt gestört wird. Als die Gang sich an Thao und seiner Schwester Sue vergreifen will, greift Walt wiederum ein und wird zum Dank in die Familie der beiden eingeladen. Während Walt das Leben seiner Nachbarn und die Hmong-Kultur verstehen lernt, bringt er Thao die  amerikanische Sicht auf die Dinge bei.

Man hat den Eindruck, der Geist Dirty Harrys schwebt über dem Film, verbindet sich mit dem zurückgezogenen Frankie Dunn aus „Million Dollar Baby“ und erschafft gleichzeitig eine Gesellschaftsstudie wie in „Mystic River“: Walt schwingt zwar seine diversen Waffen in jedermanns Gesicht und ist auch genauso knarzig, wie man es von Eastwoods Charakteren gewohnt ist, die Darstellung geht hier aber tiefer und ergründet die Ursache für Walts Verhalten. Durch den Zusammenprall der Kulturen muss er sich mit seiner Umwelt und seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Er lernt nicht nur, sich selbst zu verstehen, sondern auch für sich und sein Umfeld einzustehen.

„Gran Torino“ bietet ein intelligentes Drama mit einem Hauch Action und einem Clint Eastwood, der trotz (oder gerade wegen seines Alters) überzeugt. Vielleicht sollte man sich den Film aber lieber in der Originalversion ansehen, da zum einen Akzente eine wesentliche Rolle spielen und zum anderen offenbar die Synchronstimme von Eastwood gewechselt wurde und diese nicht besonders gut zu ihm passt.

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