Die Beschissenheit der Dinge: Schonungslos und humorvoll

In „Die Beschissenheit der Dinge“ wird schonungslos, aber dennoch liebevoll eine flämische Familie beleuchtet, die in einem kleinen Dorf abseits der Norm lebt. Die Strobbes sind bei den Belgischen Bürgern ein Schreckgespenst, das mit der Gewissheit, nichts aus dem Leben machen zu können, beweist, dass man trotzdem Spaß haben kann – auch wenn und vielleicht gerade weil dies die Gesellschaft schockt. Dimitri Verhulst schrieb den Roman zu diesem Film als autobiographische Bearbeitung seiner eigenen Familie.

Die Beschissenheit der Dinge: Basierend auf dem Buch von Dimitri Verhulst

Dimmetrieken wächst in einer Familie von Außenseitern auf. Sein Vater und dessen Brüder haben sich bei der Großmutter einquartiert, da sie in sämtlichen anderen Bereichen des Lebens gescheitert sind. Zwischen Alkoholismus, Gewalt, Dreck und Elend ist es aber gerade der Zusammenhalt der Vertreter der Unterschicht, die für den dreizehnjährigen Jungen bestimmend ist. Dabei ist Dimmetrieken selbst ein Außenseiter innerhalb seiner Familie, denn als angehender Schriftsteller mäandert er zwischen seiner asozialen Verwandtschaft und einer bourgeoisen Hochkultur, die ihn nicht will.

Hochinteressant ist es, sich die verschiedenen Trailer zu „Die Beschissenheit der Dinge“ einmal anzusehen: Während die flämische Fassung „De helaasheid der dinge“ die schräge Geselligkeit hervorhebt, bei der sich die Strobbes in ignorantem und glückvollem Suff üben und keinen Gedanken an eine nicht vorhandene Zukunft verschwenden, sieht der englische Trailer zu „The Misfortunates“ vor allem die tragischen Aspekte des jungen Dimmetrieken, der sein schriftstellerisches Talent inmitten der Proleten entdeckt. Der Film von Felix van Groeningen zeigt beides.

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Der Blick auf Belgiens Unterschicht ist so schonungslos wie humorvoll

Ebenso wie die Buchvorlage von Dimitri Verhulst verschönt das Drama nichts von der elenden Existenz, die lediglich durch das Delirium aufgelockert wird – aber genauso macht er sich nicht darüber lustig oder klagt sie gar an. Im Gegenteil: Hier wird ein liebevoller Blick auf ein Leben von Randexistenzen der Gesellschaft geworfen, bei dem sich Humor und Melancholie abwechseln, aber immer darauf geachtet wird, dass die White Trash Charaktere authentisch bleiben.

Am 20.05.2010 kommt „Die Beschissenheit der Dinge“ auch in die deutschen Kinos.

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