Das Blaue vom Himmel: deutsches Drama mit Topbesetzung

Nach dem zumindest bei den Kritikern mit viel Lob bedachten „Hierankl“ und „Winterreise“ nun Steinbichlers neuer Film mit ähnlicher Thematik: eine Familiengeschichte mit viel Bedacht und teilweiser der Thematik entsprechender Tristesse. Er siedelt „Das Blaue vom Himmel“ in zwei Zeitebenen an, springt dabei zurück nach Riga in die 1930er Jahre.

Elsner, Herfurth und Köhler spielen „Das Blaue vom Himmel“

Im Zentrum des Films steht Hannelore Elsner, die als Marga aufgrund ihrer zunehmenden Demenz in die Psychatrie eingewiesen wird. Sie ist aggressiv und verwirrt. Ihre Tochter Sofia (Juliane Köhler) nimmt die fortschreitende Erkrankung zum Anlass mit der Mutter 1991 nach Riga aufzubrechen – dahin, wo Marga einst ihren (untreuen) Mann (Sofias Vater) kennenlernte und später zurückließ bzw. unter großem Kummer ohne ihn nach Deutschland ging – er entschied sich gegen sie. Das Verhältnis von Mutter und Tochter war stets angespannt gewesen, über die Vergangenheit wurde wenn nicht der Mantel des Schweigens, so doch ein idealisierter Schleier gelegt. Marga befallen in diesem Stadium ihres Lebens immer wieder Erinnerungen an die Zeit der 1930er Jahre, an ihre Jugend und das Leben von einst. In Riga selbst multiplizieren sich diese bruchstückhaften Erinnerungen unentwegt.

So setzt die zweite Ebene genau da an: in Lettland der Vorkriegszeit. Karoline Herfurth spielt famos die junge Marga, es wird vom Kennenlernen mit Juris (gespielt von David Kroos), der Liebe und dem Schmerz erzählt. Stück für Stück hebt sich der Schleier, Sofia erkennt, dass vieles anders war, wenig, wie es ihre Mutter stets berichtet hat – das Blaue vom Himmel ist durchaus wörtlich zu verstehen. Ein dramatisches Filmspiel, gut und anrührend, bisweilen etwas lieblos in der Szenengestaltung.
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„Das Blaue vom Himmel“ im Sommer im Kino zu sehen

Es ist eine der größeren Produktion in diesem deutschen Kinojahr, allein die Besetzung spricht Bände. Andererseits widmet sich Steinbichler einmal mehr der Verbindung aus historischen Ereignissen und familiärer Tragik. Das kann man machen. Das gab es allerdings auch schon vielfach. Nichtsdestotrotz sind diese 100 Minuten gut investiertes Geld, einzig: Erzählt wird eine durchaus aufwühlende Geschichte, nichts für einen launigen Sommerabend. Von daher scheint der Zeitpunkt des Kinostarts etwas ungünstig gewählt worden zu sein.

Der Film läuft am 2. Juni 2011 an.

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