Beginners: Kino des Lebens mit Ewan McGregor

Bekannt wurde Mills durch seine großartige Persiflage auf amerikanische Vorstädte, Lebensgewohnheiten und Weltbilder. In seinem Debüt-Spielfilm „Thumbsucker“ bewies er bereits 2005, wie er mit subtilen Botschaften und schwierigen Stoffen umzugehen weiß. Nun ist sein neuer Film „Beginners“ fertig und wird im Juni in die deutschen Kinos kommen.

Ewan McGregor als hinterfragender Sohn in Beginners

Mit einem mal verändert sich alles innerhalb der Familie: Hal (Christopher Plummer) verkündet seinem Sohn nach 44 Jahren Ehe und nur sechs Monate nach dem Tod der Frau und Mutter, dass er eigentlich schwul sei und dies auch gedenke künftig auszuleben. Oliver (Ewan McGregor) ist perplex, weiß zunächst nicht damit umzugehen. Wenig später indes erkrankt Hal an Krebs und muss sterben. Oliver lernt zwischenzeitlich die schöne Anna (Mélanie Laurent) kennen. Die beiden gewöhnen sich nur langsam aneinander, wissen erst spät darum, eine Beziehung zu führen. Auch nach seinem Tod bleibt Hal stets präsent, hilft Oliver den Prozess der Aufarbeitung, der Verarbeitung, des Glücklichseins zu beschreiten.

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„Beginners“: Mills zweiter Film

Mike Mills hat es in seinem erst zweiten Kinofilm überhaupt, vermocht eine intensive und nachdenkliche  Charakterstudie zu schaffen, sich subtil den Themen Vorurteil, Krankheit und Alter angenommen. Sein sonstiges Schaffen u.a. als Musikclip-Regisseur schimmert dabei stets durch Szenen und Handlungsstränge. Emotionen in kurzer Zeit, in Augenblicken, gekonnt zu transportieren: das gelingt in Hollywood wahrlich nicht jedem. Das einzige Problem eines Rezensenten: So richtig einem Genre lässt sich der Film nicht zuordnen, aber sei's drum. Ein großartiges Darstellerteam steuert seinen Teil zu diesen gelungenen 104 Minuten bei: Ewan McGregor (Moulin Rouge!, Der Ghostwriter) kennt bereits die Rolle des unsicheren, skeptischen Sohns aus Tim Burtons „Big Fish“ und verkörpert den angreifbaren Oliver glaubhaft und einfach gut. Christopher Plummer (Syriana, Up) kann wahrscheinlich ohnehin jede Rolle der Welt spielen – wenn er es nicht schon getan hat. Und der Shootingstar des französischen Kinos Mélanie Laurent (spielte in Tarantinos Inglourious Basterds die Kinobesitzerin Shosanna) fügt sich nahtlos in den Reigen toller Interpretationen ein.

Bereits 2010 wurde Beginners in Toronto erstmals gezeigt. Der deutsche Kinostart dieser runden Vater-Sohn-Aufarbeitung steht (endlich!) fest: Es ist der 9. Juni 2011.

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