Warum ich Angst vor Frauen habe: Im Interview mit Mischa-Sarim Verollet

Mischa-Sarim Verollet ist Jahrgang 1981 und, wie er sich selbst bezeichnet, ein Weltkrieg, was er darauf zurückführt, dass er deutsch-englisch-französischer Abstammung ist und diese Nationen sich vermutlich auch heute noch bekriegen würden, wären sie wirtschaftlich nicht so abhängig voneinander.

Mischa nimmt den Leser in seinem neuen Buch „Warum ich Angst vor Frauen habe“ mit auf eine autobiografische Reise durch seine Kindheit und Jugend. So beginnt das Buch mit dem Drang alles zu Erforschen und dem einem oder anderen Experiment an lebenden Objekten, zum Leidwesen seiner Mutter, die meistens die Überreste davon in seinen Hosentaschen findet. Natürlich kommen auch recht schnell die Mädels in sein Leben und werden dieses ordentlich auf den Kopf stellen.

So lässt auch die Aufklärung durch seinen Vater nicht lange auf sich warten, was ihn ebenfalls prägen sollte. Im Laufe der Geschichte begleitet man Mischa von der Grundschule durch die Pubertät bis zum Abitur, erhält Einblicke in sein Liebesleben und die Abenteuer mit seinen Freunden.

Mischa ist ein Kind der 80-er und 90-er Jahre, was man in seinem Buch immer wieder merkt, da vielen Dinge aus dieser Zeit erwähnt werden. Damals war die Blütezeit des American Wrestling und oft genug wurde der Schulhof zum Ring, was Mischa ebenfalls mit eingebaut hat. Es gab damals aber auch die Rivalität zwischen Hot Wheels und Matchbox, was schon mal zwischen einer Freundschaft oder gar einer Beziehung stehen konnte – zumindest beim Autor. Anfang der 90-er kam der große Nirvana-Hype, welcher Frontmann Kurt Kubain post mortem zum Helden machte und auch an Mischa nicht vorbei ging.

Interview mit dem Autor

Daniel: Du bist ein erfolgreicher Poetry-Slammer, hast ein paar Bücher veröffentlicht und bist zudem derzeit auf Tour durchs Land! Ist es das, was du schon immer machen wolltest?

Mischa: Ja, dass ich jetzt als Autor Bücher schreiben, aus ihnen vor Publikum lesen und davon leben kann ist tatsächlich die Erfüllung eines Jugendtraums. Während andere 15-jährige damals von einer Fußballerkarriere träumten, wollte ich schon immer mein eigenes Buch in der Buchhandlung stehen haben.

Daniel: Die Geschichte über „Röchel-Chris“ und den Wespenangriff auf seinen Hoden, gehört zu einer meiner Lieblingstellen im Buch und ich hatte schon Tränen in den Augen vom Lachen. Hat sich die Geschichte damals wirklich so zugetragen? Inklusive der Erstversorgung durch die Einheimischen?

Mischa: Du verstehst sicherlich, dass ich nicht im Einzelnen verraten werde, welche Episoden wahr oder erfunden sind. Das ganze Buch ist stark autobiografisch gefärbt, vieles hat sich so oder ähnlich zugetragen, anderes ist Fiktion. Letztendlich macht“s die Mischung, ich wollte einen unterhaltsamen, nostalgischen Roman über das Aufwachsen schreiben und natürlich sind eigene Erlebnisse mit eingeflossen.

Daniel: Haben eigentlich deine im Buch erwähnten Freunde selbiges gelesen und wie war Ihre Reaktion darauf?

Mischa: Der eine oder andere, der sich wiedererkannt hat, fand“s bislang gut. Allerdings gibt es keine der Romanfiguren im echten Leben. Diese sind komplett ein Produkt meiner Fantasie. Aber natürlich haben sich manche Bekannte in einzelnen Episoden wiedergefunden.

Daniel: Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass du begeistert und intensiv Comics gelesen hast und auch mal gerne eine Runde auf dem SNES gezockt hast. Bist du den Comics und Spielen bis heute treu geblieben?

Mischa: Auf jeden Fall. Ich zocke sogar regelmäßig mit meiner Freundin Super Mario World auf meiner SNES.

Daniel: Findest du es nicht auch seltsam, dass der Undertaker immer noch im Wrestling-Geschäft ist?

Mischa: Entweder hat er einen wasserdichten Knebelvertrag oder er hat noch immer Spaß an seiner Arbeit. Ich wünsche ihm letzteres.

Daniel: Nachdem du hin und wieder mal das A-Team erwähnst, drängt sich ja die Frage auf, ob du die Neuverfilmung gesehen hast?

Mischa: Nein, die Kritiken waren ja eher mau, und ich bezweifle, dass die Verfilmung den Charme der Originalserie reproduzieren kann.

Daniel: In einigen deiner Geschichten im Buch, geht es auch um Konflikte mit Freunden und Mitschülern, welche aber meisten beim anschließenden gemeinsamen Bolzen enden. Ich selber bin auch ein Kind aus dieser Zeit und habe die gleichen Erfahrungen gemacht. Findest du, dass die heutigen Jungendlichen  da nicht mehr so locker miteinander umgehen und eher gewaltbereit sind oder wird das ganze Thema von den Medien hochgespielt?

Mischa: Teils, teils. Natürlich ist die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und selbst Kindern höher als früher. Ich meine, wir haben uns früher auch gekloppt, aber das war harmlos im Gegensatz zu manchen Sachen, die heute auf Schulhöfen passieren. Aber anstatt das bloß anzuprangern und sensationsgierig auszuschlachten, sollten die Medien und überhaupt Erwachsene sich ein bisschen mehr Mühe geben, herauszufinden, wieso das so ist.

Daniel: Hast du schon Pläne für ein weiteres Buch oder andere  Projekte?

Mischa: Klar, ich denke ständig über neue Projekte nach, ich bin gern kreativ und schreibe aus Leidenschaft. Allerdings ist da noch nichts spruchreif. Wer auf dem Laufenden bleiben mag, kann Fan meiner Facebook-Künstlerseite werden.

Warum ich Angst vor Frauen habe: Als Buch und E-Book erhältlich

Dem Buch liegt eine Audio-CD bei, auf der man etwas Zusatzmaterial findet, welches von Mischa vorgelesen wird. Darunter findet man „entfallene Szenen“ inklusive eines alternativen Endes und drei Live-Lesungen von Poetry-Slam-Texten aus dem Kamp zu Bielefeld aus dem vergangen Jahr.

Zusätzlich zur gedruckten Version bringt der Carlsen Verlag mit „Warum ich Angst vor Frauen habe“ sein erstes E-Book auf den Markt, welche im ITunes-Store in zwei Versionen erhältlich ist. Einmal die Standard-Version, welche kein Zusatzmaterial beinhaltet und einen Euro billiger ist als die Enhanced Version.

Somit würde ich jedem zur Enhanced Version raten, da diese alle Inhalte der Audio-CD beinhaltet und ein paar Extras mitbringt. So sind die „entfallenen Szenen“ als Audio-Datei enthalten und zusätzlich als Textform. Zu Beginn des Buches gibt es noch ein Video über den Autor, welches nicht nur informativ sondern auch sehr unterhaltsam ist. Des weiteren wurden in das E-Book einige Bilder mit eingefügt, die unter anderem Mischas Grundschule oder Schauplätze in Bielefeld zeigen, was mir sehr gut gefallen hat.

Über den Autor

Mischa-Sarim Verollet kam 1981 auf Gibraltar als Sohn deutsch-britisch-französischer Elter zur Welt und sollte ein paar Jahre später auch einen jüngeren Bruder bekommen. Verollet ist einer der erfolgreichsten Poetry-Slammer Deutschlands und kann inzwischen auf über 50 gewonnene Slams zurückblicken und hat zwei der bekanntesten und prägendsten Texte, Helgaaa“ und „Wie mich die Musikkapelle Slayer zum Mann machte“, überhaupt verfasst.

Poetry Slam?

Sicherlich wissen viele mit diesem Begriff nichts anzufangen! Poetry Slam ist ein Wettstreit zwischen Autoren, welcher vom Publikum entschieden wird. So erhält jeder Slammer Punker vom Publikum worüber der Gewinner des Duells ermittelt wird. Die Regeln dabei sind relativ einfach: Der Text muss selbst verfasst sein, es dürfen keine Requisiten verwendet werden (Verkleidung, Instrumente etc.) und der Autor muss die vorgegeben Zeit einhalten. Die Art des Textes ist dabei frei wählbar und kann eine Dichtung oder auch komödiantisch sein. Poetry Slam entstand 1986 in Chicago und kam in den 90er Jahre auch nach Deutschland, wo es inzwischen ebenfalls etabliert hat.

Mein Fazit:

Natürlich merkt man dem Autor seine Wurzeln im Poetry-Slam an, was aber sehr erfrischend ist. Natürlich sind Coming of Age-Bücher nichts neues aber Mischa hat hier eine unglaublich humorvolles und extrem gut zu lesendes Werk abgeliefert, das immer die passende Atmosphäre vermittelt und mir das eine oder andere Mal vor Lachen die Tränen in die Augen trieb. Ich selbst bin fast Mischas Jahrgang und kann somit viele Dinge nachvollziehen und er hat es geschafft, das Lebensgefühl dieser Zeit in Worte zu fassen.

Meine Lieblingsversion des Buches ist ganz klar das Enhanced E-Book, da die Bilder nochmal viel zu Stimmung beitragen, das Video super ist und auch die „entfallenen Szenen“ in Textform sind toll.

Hier nochmal Danke an Mischa für das Interview.

„Warum ich Angst vor Frauen habe“ von Mischa-Sarim Verollet erscheint beim Carlsen Verlag, Klappenbroschur inklusive CD mit 224 Seiten. Preis 14,90 Euro ISBN 978-3-551-68240-6

E-Book:

Standard-Version für 11,99 Euro bei iTunes http://itunes.apple.com/de/book/warum-ich-angst-vor-frauen/id403757141?mt=11

Enhanced Version für 12,99 Euro bei iTunes http://itunes.apple.com/de/book/warum-ich-angst-vor-frauen/id402972015?mt=11

Mischas Seite: http://verollet.de/

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