US-Wahl 2020: Das lange Warten auf den Gewinner

Es zieht sich: Der Präsidentschaftskandidat Joe Biden und der amtierende Präsident Donald Trump liefern sich in mehreren Bundesstaaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am zweiten Tag nach der Wahl deutet alles auf ein knappes Ergebnis hin.

Die Wahlresultate in den „Swing States“ sind entscheidend

In fünf der 50 US-Bundesstaaten ist die Entscheidung noch offen – unter anderem in Arizona und Georgia. In diesen Regionen der USA wird aller Voraussicht nach die jeweilige Anzahl der Wahlleute entscheidend sein, die jeder der beiden Kandidaten für sich verbuchen kann. In den meisten der US-Staaten gewinnt fast immer die gleiche Partei, aber etwa ein Dutzend sind bei jeder Wahl heiß umkämpft – bei ihnen handelt es sich um die sogenannten „Swing States“.

Bei der jetzigen Wahl sind es Michigan, Minnesota, Ohio und Wisconsin, als weitere Staaten mit offenem Wahlausgang gelten Arizona, Georgia und North Carolina.

Joe Biden führt knapp

Zurzeit liegt Joe Biden in Führung – er kommt auf 253 Wahlleute, Trump auf 214. Wer 270 Wahlleute für sich gewinnt, ist Wahlsieger. Wenn sich Biden laut US-Medien in Arizona durchsetzt, hat er auf einen Schlag zusätzliche elf Wahlleute und muss nur noch in einem der verbliebenen Staaten gewinnen, um zukünftiger US-Präsident zu werden.

Der amtierende Präsident Donald Trump kann allerdings noch aufholen. Es gilt als ziemlich sicher, das er drei Wahlleute aus Alaska für sich verbuchen kann. Wenn er seinen Vorsprung in den US-Staaten Georgia, North Carolina und Pennsylvania hält und in Arizona oder Nevada die Nase vorn hat, kann auch er die Wahl noch als Erfolg für sich verbuchen – und Potus bleiben.

Langwierige Stimmenauszählung

Aufgrund der auch in den USA grassierenden Corona-Pandemie haben bei dieser Wahl besonders viele US-Amerikaner ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Die Anzahl der Briefwähler ist daher so groß, dass sie einen entscheidenden Einfluss auf das Wahlergebnis hat. In vielen Staaten werden diese Stimmen zuletzt ausgezählt. Außerdem sind in einigen Staaten Stimmen noch bis zu drei Tage nach der Wahl gültig, solange der Poststempel den dritten November ausweist. Beides verlängert in Verbindungen mit einigen Pannen vor Ort die Dauer der Auszählung.

Da sich unter Briefwählern besonders viele Demokraten befinden, sind ihre Stimmen für Joe Biden extrem wichtig: So konnte er mit ihnen seinen anfänglichen Rückstand in Michigan und Wisconsin wieder wettmachen.

Ausgang der Wahl noch offen

Bis zum offiziellen Endergebnis der US-Wahl müssen noch die Stimmen in Swing States wie Arizona oder Georgia vollständig ausgezählt werden. Erst wenn sich in diesen Staaten verlässliche Mehrheiten ausmachen lassen, steht das Ergebnis fest. Allerdings kann dies noch Stunden oder in einigen Fällen sogar Tage dauern.

Bildnachweis: Pixabay, 777375, Roberto Bellasio

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