Coronavirus in Deutschland: 20.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Corona und kein Ende: Wie das Robert-Koch-Institut am morgen bekannt gab, wurde bundesweit zum ersten Mal die Grenze von 20.000 Infizierten an einem Tag überschritten – ein neuer Negativrekord. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei unter 19.000.

Fast gleichzeitig tagt der Bundestag, um über neue Schritte gegen die Auswirkungen der Pandemie zu beraten – und in Dänemark hat eine Mutation des Virus bereits 200 Menschen infiziert.

Mehr als 600.000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie betroffen

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden von den Gesundheitsämtern des Landes innerhalb eines Tages 21.506 neue Infektionen mit dem Coronavirus übermittelt – am Tag zuvor waren es noch 19.990 Fälle. Damit hat die Anzahl der täglichen Infektionen erstmals die Zahl von 20.000 überschritten. Vor genau einer Woche waren dem RKI noch 18.681 Fälle gemeldet worden.

Laut Angaben des RKI haben sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März dieses Jahres 619.089 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Die Zahl der in Verbindung mit Sars-CoV-2 Verstorbenen hat sich um 166 erhöht und liegt aktuell bei 11.096 Fällen. Die Anzahl der von der Virusinfektion Genesenen beträgt laut RKI 402.500.

Der Bundestag berät weitere Maßnahmen gegen die Pandemie

Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen tagt heute der Bundestag, um weitere Schritte in Bezug auf die Corona-Krise zu beschließen. Zur Debatte stehen eine ganze Palette an Gesetzesplänen und Neuregelungen. So sollen alle, die eine nicht notwendige Reise in ausländische Risikogebiete antreten, nach ihrer Rückkehr im Fall einer anstehenden Quarantäne zukünftig keine Verdienstausfallentschädigung erhalten.

Eltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder nicht arbeiten können, sollen in den Genuss verlängerter und erweiterter Entschädigungsansprüche kommen. Ein weiterer Tagungspunkt betrifft die coronabedingte Änderung von Gesetzesgrundlagen für die Erweiterung der Alltagsbeschränkungen und für die Maskenpflicht.

Mutiertes Virus springt in Dänemark auf den Menschen über

Auch an Deutschlands Grenze gibt es eine besorgniserregende Entwicklung: Wie das dänische Gesundheitsministerium mitteilte, haben sich in der Region Nordjütland etwa 200 Personen mit einer mutierten Version des Sars-CoV-2-Virus angesteckt.

Als Folge dürfen sich die Menschen in den betroffenen Gebieten nicht mehr außerhalb ihrer Kommunen bewegen. Der öffentliche Nahverkehr ruht ab Anfang nächster Woche, Fitnesstudios, Restaurants und Schwimmbäder schließen ebenfalls ab Montag ihre Türen. Die Einschränkungen gelten in Brønderslev, Frederikshavn, Hjørring, Jammerbugt, Læsø, Thisted sowie Vesthimmerland.

Bei der mutierten Version es sich um eine Virus-Abart, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Nordjütland ist Zentrum der Nerzzucht im Lande, Dänemark ist der größte Exporteur von Nerzfällen weltweit. Auf ungefähr 1.100 Zuchtfarmen werden 15 bis 17 Millionen Tiere gehalten. In ihren Käfigen leben die Nerze auf engstem Raum zusammen, das Virus hat so leichtes Spiel. Deshalb hatte die dänische Regierung bereits am Mittwoch angeordnet, dass alle Tiere gekeult werden müssen.

Problem ist dabei, dass eine so hohe Frequenz an Ansteckungen das Risiko einer Mutation erhöht. Das wiederum kann dazu führen, dass das Virus seine Eigenschaften verändert – und damit womöglich gegen Impfstoffe immun ist, die gerade entwickelt werden. Zurzeit ist allerdings noch unklar, ob das bereits der Fall ist.

Bildnachweis: Pixabay, 5035180, Wilfried Wende

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