Strange Days

Als Strange Days im Oktober 1995 in die US-Kinos kam, war er ein ganz schöner Flop: $42 Mio. hatte der Science-Fiction-Thriller von Kathryn Bigelow gekostet, aber im Heimatmarkt nur $8 Mio. wieder eingespielt. Und das weltweite Gesamteinspiel war kaum höher. Nur auf dem Videomarkt konnte sich Strange Days einigermaßen behaupten und avancierte zu einem Geheimtipp. Vermutlich war der Film seiner Zeit einfach zu weit voraus, vielleicht auch zu düster.

Die Geschichte von Strange Days findet am Sylvesterabend 1999, also kurz vor der Jahrtausendwende, statt. Ralph Fiennes spielt Lenny, einen Ex-Cop, der mit Emotions-Videoclips namens SQUID dealt. Durch Zufall gerät Lenny ein Clip in die Hände, der einen Mord zeigt. Doch das ist natürlich längst nicht alles. Die Story hat noch einiges an Überraschungen parat, deswegen sei hier nicht mehr darüber verraten.

Den Hauptreiz des Filmes macht sowieso die visuell-akustische Untermalung aus. So entwickelten Bigelow und ihre Crew ein neues Kamerasystem, mit dem sie die subjektiv gezeigten SQUID-Clips aufnehmen konnten. Zudem wird in jenen Szenen mit versteckten Schnitten und exzellent eingesetztem Surround-Sound gespielt, was die Dynamik und Dramatik jener Szenen deutlich erhöht. Ebenfalls beeindruckend ist der rockig-progressive Soundtrack, der nicht nur immer passt, sondern auch wie aus der (damaligen) Zukunft klingt. Die atmosphärisch dichte Erzählung lässt heutzutage nur insofern etwas an Reiz nach, als das wir das Y2K-Drama (sprich: den Thrill des neuen Milleniums) schon hinter uns haben. Damals im Kino erzeugte es pures Gänsehautfeeling, wenn man z.B. sah, wie all die Menschen weltweit das Jahr 2000 feiern würden.

Die Extras der DVD sind anständig aber nicht übermäßig berauschend. Insgesamt ist die DVD aber schwer in Ordnung und den Film sollte man wirklich gesehen haben!

TITEL: Strange Days (USA 1995)
REGIE: Kathryn Bigelow
DARSTELLER: Ralph Fiennes, Juliette Lewis, Angela Bassett, Tom Sizemore

(Photos © Kinowelt/20th Century Fox)

Eine Meinung

  1. hallo videojunkies,diesen film sehe ich seit über 10 jahren jedes jahr mind. 1x- er ist der innovativste überhaupt auch was die zitate angeht, erst recht in anbetracht vor 10 jahren war ich 35 und zum 5x in L.A. als ex. DDR flüchtling hat mich das feeling drüben stark beeindruckt- genau wie mein zweitliebster film perdita durango. wir sind alle sklaven unserer illusionen…

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