So lief der 12. Bundesliga-Spieltag

Der 1. FC Nürnberg ist in dieser Saison ein unberechenbares Team. Die vergangenen Wochen liefen zwar nicht sonderlich erfolgreich, aber gegen die Großen der Liga ist der Club stets besonders motiviert und ein zäher Konkurrent. Schon Borussia Dortmund eroberte in Nürnberg nur einen Punkt. Und am 12. Bundesliga-Spieltag gab es für Tabellenführer Bayern München ebenso nur ein 1:1. Trotz früher Führung durch Mandzukic brachten die Bayern keine Ordnung in ihr Spiel und ließen sich von den Franken im Derby den Schneid abkaufen. Lohn für die Gastgeber war der Ausgleichstreffer von Feulner kurz nach dem Pausentee. Eine Gelb-Rote Karte für Gebhart nach dessen Ellbogencheck gegen Schweinsteiger schien die Waage noch einmal in Richtung der Bayern kippen zu lassen, doch der FCN verteidigte den Punkt bravourös und brachte dem ungeliebten Nachbarn den ersten Punktverlust auf fremdem Platz bei.

Der 12. Bundesliga-Spieltag: Das Verfolgerfeld wird abgesteckt

Vom Unentschieden der Münchener konnten die Verfolger nur teilweise profitieren. Der Rückstand auf die Plätze 2-5 ist mit 8 bis 10 Punkten noch immer deutlich. Immerhin aber konnten Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt mit Siegen gegen Abstiegskandidaten ein Stück näher rücken. Die Borussia war dem Neuling aus Fürth haushoch überlegen und stellte schon in der ersten Halbzeit die Weichen auf Sieg. Lewandowskis frühe Führung konnte von Stieber überraschend postwendend ausgeglichen werden, doch der polnische Torjäger schlug schon nach 15 Minuten ein weiteres Mal zu. Mario Götze markierte dann kurz vor dem Pausenpfiff das 3:1, wonach der BVB einen Gang herunterschaltete, aber das Ergebnis kontrolliert und gekonnt herunter spielte. Die Schonung wichtiger Stammkräfte für die Champions League hat sich somit sicherlich bezahlt gemacht. Fürth verliert dagegen auf Platz 17 langsam den Anschluss ans rettende Ufer.

Die Überraschung der Saison, Eintracht Frankfurt, bewies ein weiteres Mal, dass sie den im Sommer noch als Konkurrenten eingestuften Teams der unteren Tabellenhälfte einen großen Schritt voraus ist. Tabellarisch steht man nach dem 4:2-Erfolg über den FC Augsburg weiterhin auf dem märchenhaften dritten Rang – punktgleich mit dem Zweiten Schalke. Obwohl der FCA für ein Tabellenschlusslicht äußerst unangenehm auftrat, hatte die Eintracht weite Teile des Spiels sicher im Griff und erzielte immer zum richtigen Zeitpunkt wichtige Treffer. Ein Eigentor von Mölders und ein schöner Konter, abgeschlossen von Aigner brachte eine beruhigende Führung, wobei Koo kurz vor der Halbzeit verkürzte. In der zweiten Hälfte war es dann Alex Meier, der mit zwei weiteren Toren den Erfolg sicherstellte, ungeachtet des zwischenzeitlichen 2:3-Treffers durch Mölders. Die Schwaben behalten damit die Rote Laterne, Frankfurt bleibt demgegenüber auf Champions-League-Kurs – ohne dass man am Main dieses als Ziel ausgibt.

Einen neuerlichen Rückschlag auf fremdem Platz musste der FC Schalke 04 hinnehmen und verpasste damit eine wesentliche Abstandsverbesserung auf Bayern München. Beim eigentlichen Lieblingsgegner Bayer Leverkusen unterlagen die Königsblauen verdientermaßen mit 0:2. Die Bayer-Elf erwischte einen Sahnetag, machte die bisher beste Partie der Saison. Doch erst Andre Schürrle in Minute 45 gelang da erlösende 1:0, welches Stefan Kießling in der 67. Minute ausweitete. Schalke bekam während der gesamten Spielzeit kein Bein auf den Boden, verlor in der Schlussphase Innenverteidiger Papadopoulos nach einer gelb-roten Karte und hätte auch noch deutlich höher verlieren können, zum Beispiel wenn Stefan Kießling einen Foulelfmeter nicht etwas zu lässig verschossen hätte. Die Leverkusener, die in der vergangenen Woche noch in Wolfsburg untergegangen waren, sind nun ebenso wie Frankfurt, Dortmund und Schalke wieder mitten in der Spitzengruppe aktiv.

Buntes Wechselspiel im Mittelfeld am 12. Bundesliga-Spieltag

Von den chancenreichen Teams des Mittelfelds vermochte dagegen kein anderes, auf das Spitzenquintett aufzuschließen. So verlor Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart etwas unglücklich mit 1:2. Die frühe Führung durch Stranzl glich Harnik im Gegenzug aus. Und in der 72. Minute war es Brouwers mit einem kuriosen Eigentor, der die Gladbacher Niederlage besiegelte und den Stuttgarter Aufwärtstrend neu entfachte. Das vor Wochenfrist noch in Stuttgart siegreiche Hannover 96 zeigte gegen den SC Freiburg eine ganz schwache Leistung und verlor völlig verdient mit 1:2. Mirko Slomka konstatierte das schwächste Heimspiel der letzten zwei Jahre und konnte am Ende über das vergleichsweise glimpfliche Resultat noch dankbar sein. Freiburg, das im Ex-Hannoveraner und Siegtorschützen Rosenthal seinen besten Mann hatte, ist damit weiterhin ambitioniert, vom Abstiegsrennen weg zu bleiben und hat als Zehnter nur noch einen Zähler Rückstand auf den Sechsten Hannover.

Die Nordrivalen Werder Bremen und Hamburger SV lösten ihre Pflichtaufgaben zuhause erfolgreicher als Hannover, ohne dabei restlos zu überzeugen. Werder dominierte die Partie gegen Aufsteiger Düsseldorf, geriet aber erstmal durch Langeneke in Rückstand, bevor Petersen und ein später Treffer von De Bruyne das Resultat noch drehten. Der 1:0-Sieg des HSV über Mainz kam noch bedeutend glücklicher zustande. Nicht nur, dass die Mainzer in einem mäßigen Spiel sicherlich nicht schwächer waren als die Gastgeber. Es wurde ihnen auch ein klarer Elfmeter verwehrt und der Siegtreffer durch Son kam aus deutlicher Abseitsposition zustande. Deutlich im Aufwind ist auch der VfL Wolfsburg nach dem Trainerrausschmiss Felix Magaths. Wie schon gegen Leverkusen waren die Wölfe auch in Hoffenheim bärenstark unterwegs. Der Spiel-Bericht bezeugt die Fakten dreier Wolfsburger Tore von Hasebe, Dost und Naldo, denen nur ein später Treffer von Derdiyok entgegen steht. Doch auch das Spiel selbst war eine insgesamt souveräne Vorstellung der Truppe, die erstmals von Neu-Manager Klaus Allofs von der Tribüne aus beobachtet wurde. Der Abstiegskampf scheint damit in der VW-Stadt für diese Saison Geschichte zu sein.

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