Shopping Girls – Galerianki: Drama aus Polen

„Shopping Girls“, im Original „Galerianki“ ist ein bewegendes und kulturell und sozial tief gehendes Drama von Katarzyny Rosłaniec, die hier ihre Abschlussarbeit an der Warschauer Filmschule (sie studierte unter anderem bei Andrzej Wajda) zu einem Spielfilm ausgearbeitet hat. Der in der internationalen Fassung „Mall Girls“ betitelte Film behandelt junge Mädchen in Polen, die sich in Shopping Malls wohlhabenden Männern anbieten, um sich die neuesten Klamotten, Handys und Accessoires kaufen zu lassen. Fernab von der heilen Glitzerwelt Hollywoods zeigt der Flim dabei in einer erschreckend authentischen Weise, was die Konsumgesellschaft mit jungen Mädchen anstellen kann.

Shopping Girls – Galerianki: intensives Drama von Katarzyny Rosłaniec

Alicja (Anna Karczmarczyk), von ihrer Familie Ala genannt, wohnt erst seit sechs Monaten in einem wenig luxuriösen Wohnblock, ist gut in der Schule und hat keine Freunde. Bewundernd beobachtet sie die kleine Gruppe um Milena (Dagmara Krasowska), die für sie, mit den topmodischen Styles und einem ausgeprägtem Schandmaul ausgestattet, der absolute Inbegriff von Beliebtheit ist. Als Ala Milena in der Schule aus einer prekären Lage hilft, wird sie mit zu einem Shopping Trip mitgenommen, allerdings aufgrund ihres hoffnungslos veralteten Handys gehänselt.

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Beide Mädchen sind weder zu Hause noch in ihrer Lebensgestaltung glücklich: Alas Familie zerbricht vor ihren Augen, ihre Anbändelungen mit ihrem Mitschüler Michal (Franciszek Przybylski) scheitern an ihrer Schüchternheit, während die nach Außen taffe und weltgewandte Milena Waren gegen sexuelle „Gefallen“ in der Shopping Mall tauscht. Um dazuzugehören läßt sich Ala auf das Geschäft mit den „Freunden/Sponsoren“ ein und wird in ein Intrigenspiel gerissen, aus dem sie gebrochen hervorgeht.

Sex und Konsum: Mall Girls in polnischen Einkaufszentren

Schon 2006 hat sich Katarzyny Rosłaniec dem Thema der „Shopping Girls“ angenommen: Ihr gut halbstündiger Kurzfilm entstand als Reaktion auf die Zunahme dieser perfiden Form von Prostitution, als Antwort auf einen neuen Umgang mit kapitalistischen Ansprüchen junger Mädchen und Frauen in Polen. 2009 wurde die schwierige Geschichte dann als eine Art Remake auf eine abendfüllende Länge erweitert, die Auswirkungen noch deutlicher und beeindruckender dargestellt. Rolaniecs Bilder sind dabei von beinahe heiterer Pastellfarben erfüllt, ihre Hauptdarstellerinnen überzeugen durch Authentizität und eindringliches Spiel. Ein mitreißender Soundtrack vom polnischen Rapper O.S.T.R. und der Band Skinny Patrini untermalt die Stimmung zwischen Hochgefühl und Depression in „Galerianki“.

Es hat deutlich zu lange gedauert, bis dieser faszinierende Einblick in die Gesellschaft auch in die deutschen Kinos kommt. Am Kinostart, ab 18. August 2011 wird man „Shopping Girls“ aber nun auch endlich hierzulande sehen können, wenn vermutlich auch lediglich in ausgesuchten Kinos.

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Shopping Girls
(Galerianki)
Buch und Regie: Katarzyny Rosłaniec
Mit: Anna Karczmarczyk, Dagmara Krasowska, Franciszek Przybylski, Dominika Gwit, Magdalena Ciurzynska, Izabela Kuna, Artur Barcis
Kinostart: 18.08.2011

Weiterführende Links

Hier geht es zur offiziellen Homepage ds Films.

Welt Online berichtet über die Prostitution in polnischen Kaufhäusern.

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