Public Enemy No.1 Mordinstinkt – Vincent Cassel auf dunklen Pfaden

Am 23.04.2009 startet der erste Teil des beinahe vierstündigen Kriminalepos, das Regisseur Jean-Francois Richet dem Gewaltverbrecher und Bankräuber widmet.

Dabei ist der Werdegang Mesrines alles andere als eine postromantische Gauerstory alá „Banditen“ oder „Der Clou“. Brutal, gewalttätig und kompromisslos ging der französische Staatsfeind Nummer 1 vor.

Ob nun  Soziopath oder gar  moderner Robin Hood, zu dem ihn die Medien seiner Zeit stilisieren wollten. Sein Tod jedenfalls kam einer Hinrichtung gleich.

Nach unzähligen Verbrechen, Gefängnisausbrüchen und diversen Morden endete das Leben Jacques Mesrines schnell und grausam, als ein Lastwagen seinem BMW den Weg versperrte und Scharfschützen ohne Warnung das Feuer aus dem Fahrzeug auf Mesrine eröffneten. Die Kritik der Öffentlichkeit war groß, bezweifelte man doch sehr, dass die Polizisten aus reiner Notwehr geschossen hatten. Das Szenario erinnerte frappirend an ein inszeniertes Exempel.

Doch sein grausamer Tod mutete auch wie eine Metapher für sein Leben an.

Im Jahre 1959 kehrt Jacques Mesrine (Vincent Cassel) als französischer Soldat aus dem Algerien-Krieg zurück und ist einerseits angewidert von der Gewallt gegen Unschuldige, zugleich ist er aber auch berauscht von dem Gefühl, dass ihm die rücksichtslose Machtausübung verleiht.

Zurück in Frankreich entscheidet er sich sehr schnell für einen kriminellen Werdegang. Mit vorgehaltener Schrotflinte arbeitet er sich nach oben, … ganz nach oben.

Und dort erwartet ihn der Unterweltboss „Guido“ (Gérad Depardieu). Trotz allem Misstrauen und Verachtung für und gegen einander schließen sich beide zusammen  und sind als Partner erfolgreicher denn je. Es folgt eine Flucht nach Spanien, eine Ehe mit Sofia (Elena Anaya), eine Haftstrafe und bald darauf die  Scheidung. Noch turbulenter wird es, als Mesrine kurz darauf auf Jeanne Schneider (Cécile De France) trifft, mit der er eine Reihe spektakulärer Raubzüge begeht.

Jean-Francois Richet dokumentiert mit diesem Film mehr, als dass er wertet und beurteilt. Er zeichnet die Person Mesrine nach und gibt der präzisen Charakterdarstellung den Vorzug vor gesicherten Fakten. Fulminant und rasant inszeniert er die zeitweise wie ein Thriller anmutende Biographie von Frankreichs berühmtesten Schwerverbrechern, der seiner Zeit zum Medienstar avancierte und sogar Interviews gab.

„Keiner tötet mich ohne mein Einverständnis“, soll Mesrine einmal in einem solchen Gespräch gesagt haben.

Die besten Schauspieler Frankreichs geben sich hier die Ehre. Gérard Depardieu ist so überzeugend wie schon lange nicht mehr und Vincent Cassel ist für den französischen Altmeister mehr als nur ein würdiger Gegenpart. Cassel haucht mit seiner gesamten Körpersprache Mesrine absolut überzeugendes und bedrohlich neues Leben ein. Wie ein tödliches Raubtier streift Cassels Mesrine durch die französische Unterwelt und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.

Exzellent inszeniert und so kalt und schonungslos, wie wir es vom französischen Kino gewohnt sind. Public Enemy No. 1 Mordinstinkt ist eines der Highlights des europäischen Films 2009. Nicht umsonst erhielt Cassel den französischen César als bester Hauptdarsteller für die Rolle des Jacques Mesrine.

Eine Meinung

  1. Den Trailer findet ihr auf meinen Block. Sehenswert!

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