Pirates of the Caribbean 3 – Am Ende der Welt

Praktisch für alle Fortsetzungen gilt das „höher, schneller, weiter“ – Prinzip: jedes Sequel muss seinen Vorgänger übertrumpfen, noch mehr Schauwerte liefern und noch spektakulärer ausfallen. So zumindest scheint das Credo von Hollywoods Produzenten zu lauten. Und so wurde auch Pirates of the Caribbean 3 – mit Produktionskosten jenseits der 200-Millionen-Dollar-Marke – nicht nur der teuerste, sondern mit 168 Minuten Laufzeit auch der längste Film der beliebten Piraten-Trilogie (Teil 1: 143 min., Teil 2: 150 min.). Doch macht das den Film automatisch zu einem epischen Erlebnis?

. . . . Chow Yun Fat

Zur Story: Will (Orlando Bloom), Elizabeth (Keira Knightley) und der üble Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush) versuchen, Jack Sparrow (Johnny Depp) aus den Klauen des Kraken zu befreien. Währenddessen verbünden sich der fiese Lord Beckett (Tom Hollander) und der verfluchte Untote Davy Jones (Bill Nighy), um sämtliche Piraten zu vernichten, so dass unsere Helden und ihre Crew bald alle Piratenkönige der Welt, darunter der berüchtigte Sao Feng (Chow Yun Fat), zusammentrommeln müssen, um der Gefahr entgegen zu treten.

Nun fragt man sich, wie bzw. warum man diese einfache Geschichte auf fast drei Stunden Länge plattwalzen soll – überschaubar genug ist sie ja eigentlich schon. Und tatsächlich gelingt es Regisseur Gore Verbinski nicht, den kritischen Zuschauer über die volle Länge ansprechend zu unterhalten. Die erste Stunde läuft ziemlich konfus ab, man hat lustigerweise das Gefühl den zweiten Teil nicht gesehen oder verstanden zu haben. Auch einige im zweiten Teil spannend aufgebaute Erzählstränge werden in Teil 3 – leider – auf simpelste Weise aufgelöst (Stichwort: Rettung von Jack Sparrow), was ganz erheblich zu Lasten der Spannung geht. Und erst das tösende Finale der letzen 30 Minuten erweckt den Zuschauer aus der Langeweile des Mittelteils. Ohne die Klasse von Johnny Depp und einige gelungene Effektsequenzen würde Pirates 3 endgültig in der Mittelmäßigkeit ertrinken – insgesamt hat man hier einfach zu viel gewollt und viel zu viel in den Film gequetscht.

. . . . Piraten bei Tisch

Pirates of the Carribean 3 bietet somit simple Unterhaltung für die ganze (Piraten-)Familie, ist aber viel zu lang und konfus geraten und enttäuscht damit ähnlich stark, wie der dritte Teil von Spider-Man.

Alle Bilder © Buena Vista

Eine Meinung

  1. Gut geschriebene Filmkritik. Man könnte auch einfach sagen: mit 200 Mio. Budget sollte es doch möglich sein, eine spannendere Story zu schreiben anstatt den Kinozuschauer mit Special effects zu Tode zu langweilen. Geldverschwendung sondergleichen, für den Film und für das Ticket an der Kinokasse.

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