Medianeras: Film über Liebe, Zufall und Schicksal

Buenos Aires. Hinter zwei der unzähligen Fenster sitzen Mariana (Pilar López de Ayala) und Martin (Javier Drolas). Sie sind Nachbarn, kennen sich jedoch nicht. Mariana dekoriert Schaufenster, träumt davon, eines Tages als Architektin arbeiten zu können und liebt das Spiel „Wo ist Walter?“, Martin ist Profifußballer, einer der weltbesten Tennisspieler und Gangster, zumindest wenn er mal wieder am PC sitzt und spielt, womit er auch seinen Lebensunterhalt verdient. Sein Hobby ist das Fotografieren. Beide sind Single und einsam. Sie könnten füreinander bestimmt sein – wenn sie sich denn begegnen würden.

Doch in einer Millionen-Stadt und der heutigen Zeit, in der soziale Kontakte hauptsächlich online geknüpft und gepflegt werden, wird es offenbar immer schwerer, der oder dem Richtigen auf der Straße zu begegnen. Und wie soll man sich finden, wenn die- oder derjenige keine rot-weiß-gestreifte Mütze trägt? Ein Film über Einsamkeit, Hoffnungen und das Leben in der Hauptstadt Argentiniens.

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Medianeras: Liebe in der Großstadt

Der Titel des Films lässt sich übersetzen mit Trennwände oder das Dazwischenliegende. Das was die beiden Protagonisten in „Medianeras“ trennt, ist nicht der Raum, nicht der Beton, nicht ihre Interessen. Was sie inmitten der Häuserschluchten trennt, ist einzig und allein der Lauf der Dinge, der Zufall, das Schicksal, wie auch immer man es nennen mag.

Regisseur Gustavo Taretto beschreibt seine ganz privaten Beobachtungen anhand zweier Menschen in der Anonymität einer Großstadt. Sie fühlen sich einsam und ahnen nicht, dass die große Liebe nur eine Hausnummer weit entfernt wartet. Der Film schafft es dabei, den Zuschauer schnell für die Protagonisten einzunehmen, indem er uns mitnimmt in den Alltag und in die Lebensräume der beiden.

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Medianeras: Ausgezeichnetes Spielfilmdebüt

Aufgrund der guten schauspielerischen Leistung der symphatischen Hauptdarsteller und der interessanten Bildkompositionen wird aus dem anfänglichen Gefühl des Wohlwollens für Mariana und Martin bald ein Hoffen, dass die beiden zueinander finden, bald eine Passion – ähnlich der bei der Suche nach Walter. Und genau damit spielt Taretto in seinem ersten Spielfilm und lässt sie sich ein ums andere Mal verpassen, selbst als ein Hund aus den Wolken fällt und zwischen ihnen landet. Wer wissen will, was es damit auf sich hat und ob die Nachbarn letzen Endes doch noch zu einander finden, der sollte ins Kino gehen.

Medianeras, der unter anderem den Publikumspreis der Berlinale 2011 gewann, ist ein frischer, witziger Film, dessen Dramatik immer wieder durch Animationen und Schnappschüsse unterbrochen wird. Der Plot ist aus dem Leben gegriffen, die Schauspieler authentisch wie liebenswert und alles mit wunderbaren Impressionen aus Buenos Aires angereichert.

Für alle die an die Liebe glauben und alle, die sie bereits gefunden haben.

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Medianeras – Liebe in virtuellen Zeiten
(OT: Medianeras)

Regie: Gustavo Taretto
Drehbuch: Gustavo Taretto
Land: Argentinien, Spanien, Deutschland 2011
Darsteller: Javier Drolas, Pilar López da Ayala, Inés Efron, Carla Peterson, Rafael Ferro, Adrián Navarro
Genre: Tragikomödie
Länge: 95 min.

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Kinostart: 03.05.2012.
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