Keine Sorge, mir geht es gut

Liorets Thriller beginnt gemächlich: Lili kehrt von einem Spanien-Urlaub zu ihren Eltern nach Paris zurück. Spanien war klasse, aber jetzt will Lili endlich ihren Zwillingsbruder Loïc wiedersehen. Zu ihm hat sie eine ganz besondere Beziehung. Enttäuscht erfährt Lili von ihren Eltern, dass Loïc nach einem Streit mit dem Vater Paul (Kad Merad) abgehauen ist. Dass er ohne ein Wort zu ihr verschwunden ist, mag Lili nicht glauben. Sie forscht nach, quetscht ihre Mutter Isabelle (Isabelle Renauld) und Loïcs besten Freund aus. Doch weder von ihm noch von ihrer Mutter erfährt Lili viel. Isabelle erzählt Lili lediglich, dass es bei dem Streit mit dem Vater ums Aufräumen ging – ein belangloses Thema.

Lili ist erschüttert

Als die Schule wieder anfängt und Lili noch immer nichts von ihrem Bruder gehört hat, ist sie ist zutiefst erschüttert. Sie Höllenqualen und bringt keinen Bissen mehr herunter. Als sie schließlich zusammenklappt, weisen ihre Eltern sie in eine Psychiatrische Klinik ein. Doch selbst unter dem Druck der Ärzte mag Lili nichts essen. Dann endlich meldet sich Loïc mit einer kurzen Nachricht auf einer Postkarte: „Keine Sorge, mir geht es gut.“

Geniale Balance zwischen den Genres

Einem Geniestreich gleich gelingt es Regisseur Lioret, die Balance zwischen Psychothriller, Familiendrama und Liebesfilm zu halten. Bis zum Schluss ahnt der Zuschauer, dass das Verschwinden von Loïc nicht nur die Reaktion eines Teenagers auf den Streit mit seinem Vater sein kann – oder etwa doch?

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