Kaltes russisches Autorenkino: How I ended this summer

„How I ended this summer“ wurde bereits 2009 fertiggestellt, 2010 auf der Berlinale im Wettbewerb gezeigt und kurze Zeit später auch in die russischen Kinos gebracht. Einzig bei uns dauert es wieder viel zu lang, ehe die russische Produktion auf den hiesigen Leinwänden erscheint.

Bald also ist es soweit. Der Thriller besticht durch seine eiskalte, arktische Atmosphäre, durch starke Charaktere. Die beiden Hauptdarsteller Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis wurden für ihre Leistungen sogar mit dem Berlinale-Darstellerpreis ausgezeichnet. Nun aber zum Inhalt, zur Handlung des Films.

How I ended this summer: Fesselnde Kälte

Ein idealer Schauplatz einer solchen Geschichte. Der junge Pawel absolviert im Anschluss an sein Studium ein dreimonatiges Praktikum in einer Wetterstation im Arktischen Meer, er will Meteorologe werden, ist es teils bereits. Dort stößt er auf Sergei, ein mürrischer und sehr eigener Mann, der bereits seit Jahren auf der Insel lebt. Die Annäherung erweist sich als durchaus zäh, Sergei macht alle Anstalten, Pawel den Aufenthalt möglichst unangenehm zu gestalten. Schließlich aber nach einiger Zeit finden sie zueinander, arrangieren sich – bis eines Tages ein Anruf in der Station eingeht. Sergeis Familie sei bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ursprünglich sollte der bärtige Mann kurze Zeit später ohnehin zurück aufs Festland, nur weiß er jetzt nichts von dem Unglück und Pawel, der die Nachricht erhalten hat, traut sich nicht die schlechte Botschaft zu verkünden. Schließlich aber, nach einigen Tagen, erfährt es Sergei doch. Ein abgrundtiefer Hass kennzeichnet von nun an die Beziehung der beiden Männer; Verfolgungswahn, Mordversuch…

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…Wie es ausgeht soll hier nicht verraten werden, Sie sollten den Film unbedingt selber sehen.

Autorenkino, Kammerspiel? Man weiß nur, dass es ein großer Film ist

Die Geschichte beruht auf den Aufzeichnungen von Nikolai Pinegins, der Georgi Sedow zwischen 1912 und 1914 auf dessen Polarexpedition begleitete. Der Regisseur und Drehbuchautor Alexei Popogrebski nahm daran Anschluss und schuf einen intensiven, mitreißenden und spannenden Film, der es in selten da gewesener Weise versteht Gefühle und Emotionen ausschließlich über Bilder und die Atmosphäre zu transportieren.

Nicht von ungefähr kommen eine Vielzahl an Preise für dieses kleine Meisterwerk. Nicht nur wurde Kameramann Kostmomarow mit einem Silbernen Bären geehrt und schließlich auch für den Europäischen Filmpreis nominiert, die Produktion insgesamt gewann 2010 auf dem London Film Festival, den Goldenen Hugo beim Festival in Chicago und den Goldenen Adler der Russischen Filmakademie.
Der Kinostart ist der 1. September und die zwei Stunden sollte sich kein leidenschaftlicher Cineast entgehen lassen. Vermutlich werden Sie etwas suchen müssen, bis Sie ein Kino in Ihrer Nähe finden, der den Film zeigt (sollten Sie nicht in einer Großstadt leben), aber auch die Anfahrt wird ihnen nach „How I ended this summer“ egal sein.

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