Insidious: Paranormaler Thriller mit Patrick Wilson

Denn so offensichtlich und geradeaus wie in „Poltergeist“ geht es in „Insidious“ nicht zu. Obwohl der Film eine Art Reminiszenz an die 60er und 70er Jahre ist, ist er entschieden gruseliger.
Josh Lambert (Patrick Wilson, „Umständlich verliebt“) und seine Frau Renai (Rose Byrne, „X-Men: Erste Entscheidung“) sind mit ihren drei Kindern in ein neues, apartes Haus gezogen. Schon bald kündigen sich merkwürdige Begebenheiten an und es wird klar, dass das Haus zumindest von den guten Geistern verlassen wurde. Die Bösen sind geblieben. Als dann ihr Sohn Dalton (Ty Simpkins, „72 Stunden – The Next Three Days“) nach einem Sturz vom Dachboden in einem rätselhaften Koma liegt, dessen Ursache sich selbst die Ärzte nicht erklären können, steht fest, dass die Familie erneut umziehen muss. Die Dämonen müssen das wohl ähnlich gesehen haben, denn im neuen Haus geht der Spuk weiter. Ebenso als die Eltern professionelle Hilfe durch eine Art Ghostbuster-Truppe und einem Medium holen (Lin Shaye, eine Reminiszenz an Zelda Rubinstein) kann der Gespensterauflauf nicht gestoppt werden. Im Gegenteil, jetzt fängt das Grauen erst richtig an, denn das Medium erklärt den Eltern, dass der Horror nicht im Hause selbst steckt, sondern ihr Sohn die Ursache ist. Und auch Josh, Daltons Vater, birgt ein grauenvolles Geheimnis.

Insidious: Horror in zwei Teilen

Das Duo aus „SAW“, James Wan (Regie) und Leigh Whannell (Drehbuch), sind zumindest nicht der Versuchung verfallen, einen weiteren Folterporno á la „SAW“ zu produzieren oder Gewaltfetischisten zu befriedigen. Sie setzen auf den „altbewährten“ Grusel der „Poltergeist“ und „The Changeling“ damals so faszinierend machte; zumindest im ersten Teil des Films.

Das Grauen in der ersten Hälfte kommt schleichend durch die Hintertür, dafür umso effektvoller. Da kann es einem dann schon mal Eiskalt den Rücken herunter laufen oder das Popcorn aus der Tüte hauen. Ohne Zweifel hat der Film dort seine stärksten Momente, selbst wenn die Geigen (Musik: Joseph Bishara) auch jeden Zuschauer deutlich darauf hinweisen: Achtung! Dämon im Anmarsch, sind die Schockeffekte ausgeklügelt und sehr wirksam.

In der zweiten Hälfte, spätestens wenn die Geisterjäger auftreten, wird das Ganze dann doch ein wenig Klischeehafter und die Effekte vorhersagbarer. Leider aber auch für den geneigten Genrefreund zunehmend greller. Wie überhaupt die Story in „Insidious“ den Zuschauer zwar öfters mal in die Irre führt, letztlich aber doch stringent bleibt.

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Verzicht auf brutales Gemetzel

Etliche skurrile Ideen des Drehbuchs lassen die Spannung nie wirklich abfallen und in Sachen Horror unerfahrene Zuschauer werden sich auch an den – zum Teil albernen – Masken erfreuen. Spätestens jedoch, wenn der Oberdämon zu „Tiptoe Through The Tulips“ von Tiny Tim die Kleidung für seine Marionetten näht, weiß man nicht wirklich, wer da jetzt auf den Arm genommen werden soll oder es reine Selbstironie ist.
Der Film kommt ohne brutales Gemetzel aus und setzt seinen Horror einerseits sehr subtil und anderseits recht banal ein. Beides sorgt dennoch für das gewollte Ergebnis: Dem Zuschauer das Gruseln zu lehren.

Fazit: Wer schwache Nerven besitzt oder Horrorfilm erprobt ist, sollte sich den Kinobesuch gut überlegen. Wer subtilen Horror mit wenig hintergründiger Handlung, dafür aber mir einem ordentlichen Gruseleffekt gerne sieht, sollte nicht auf die DVD warten sondern ins Kino gehen.

Orginaltitel: INSIDIOUS
Produktionsland / Jahr: USA / 2010
Genre: Horrorfilm
Filmlänge: 102 Min
Regie: James Wan
FSK (Jugendfreigabe): ab 16 Jahren
Drehbuch: Leigh Whannell
Darsteller: Patrick Wilson, Rose Byrne, Ty Simpkins u.v.a.
Produzent: Oren Peli und Jason Blum
Seit dem 21. Juli 2011 im Kino

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