In a Better World (Hævnen): Ein Familiendrama von Susanne Bier

Geschichten von Menschen, deren Leben sich plötzlich und unerwartet für immer verändert, sind ihr Spezialgebiet. Susanne Bier, einst Anhängerin der Dogma-Bewegung, welche zehn strikten Regeln folgt, hat mehrere Roberts und Bodils gewonnen, in Dänemark wichtige Filmauszeichnungen.

Auch Hævnen dreht sich, für Biers Filme typisch, um Familienschicksale. Im Zentrum stehen zwei Jungen, die, zwischen den Handlungsoptionen Rache und Vergebung stehend, von ihren Eltern vernachlässigt werden. Mit gefährlichen Konsequenzen.

In a Better World: Afrika, Dänemark, Gewalt überall

Elias (Markus Rygaard) wie auch Christian (William Jøhnk Nielsen) werden von ihren Eltern chronisch vernachlässigt. Elias“ Vater ist Arzt. Für mehrere Monate im Jahr verlässt er das Idyll der dänischen Stadt, um in afrikanischen Lagern Flüchtlingen das Leben zu retten. Zuhause hängt der Familiensegen schief, seine Frau möchte sich scheiden lassen. Davon betroffen, aber ganz vergessen, sind die Kinder.

Elias, der ältere Sohn, erlebt täglich Gewalt in der Schule. Christian, der gerade mit seinem Vater von London hergezogen ist, verteidigt ihn auf dem Schulklo gegen ein paar Schläger. Von da an verbindet die beiden eine Freundschaft. Auch bei Christian hängt der Familiensegen schief. Er gibt seinem Vater die Schuld an dem Tod seiner Mutter, sie starb an Krebs.

Von Rache angetrieben, experimentieren sie mit Sprengsätzen. Die mit sich selbst beschäftigten Eltern bekommen von der Drohung nichts mit; dabei läge es an ihnen, die Kinder von Rachegelüsten abzubringen und Alternativen zu vermitteln.

Kurzbiografie: In a Better World jüngstes Werk der Dänin

Susanne Bier war lange unentschlossen. Zunächst studierte sie Religion, dann Kunst und Design, dann war sie für kurze Zeit drauf und dran, Bühnenbildnerin zu werden. Erst dabei bemerkte sie, dass sie Regisseurin werden möchte. Zwanzig Jahre machte sie Werbe- und Spielfilme. Ihre Werke gehören zu den beliebtesten Filmen in Dänemark. Hævnen ist vielleicht der nächste.

2002 erlangte sie mit Open Hearts, einem reinen Dogma-Film, international Beachtung. Dann erhielt sie einen Anruf von Sam Mendes aus Hollywood. Das Dogma überwunden, führte sie dann bei der Mainstream-Produktion Things We Lost in the Fire mit Halle Berry und Benicio del Toro Regie.

Es sei nicht um Ruhm und Geld gegangen, sagte die heute 52-jährige einmal in einem Interview mit der Brigitte. Sie wollte sich aber weiterentwickeln, und das ginge in Europa schwer, wo man als Regisseur vergöttert werde.

Der in Schweden und Dänemark produziert In a Better World könnte ein undogmatischer Film werden, der Biers alte Stärken, das sind Erzählungen von Schicksalsschlägen und tiefen Charakteren, glänzen lässt. Immer noch ist Kopenhagen, wo sie einen Mann und zwei Kinder hat, der Lebensmittelpunkt der Regisseurin, nicht Hollywood. Wohl ein Familienmensch.

Kürzlich wurden von zwei ihrer Filme, Open Hearts und Brothers, Remakes geschossen.

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In a Better World (Hævnen)
Kinostart: 17. März 2011
Regie: Susanne Bier
Drehbuch: Susanne Bier, Anders Thomas Jensen
Darsteller: Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, Markus Rygaard, William Jøhnk Nielsen
Verleih: Nordisk Film Distribution, Sony Pictures Classics

Eine Meinung

  1. Ich wollte den Film unbedingt ansehen. Weis denn jemand zufällig wann er als DVD erscheint?

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