I’m not a F**king Princess: Eva Ionesco verfilmt ihre Kindheit

„I’m not a F**king Princess“ (Originaltitel: My Little Princess) ist die Verfilmung der wahren Kindheit der Regisseurin und erzählt die Geschichte von Violetta (Anamaria Vartolomei), die als Tochter von Hanah (Isabelle Huppert) in einen Strudel gezogen wird, in dem die Grenzen von Kunst, Erotik, Zerstörung und Abhängigkeit verschwimmen. Die erst Zehnjährige wächst bei ihrer tiefreligiösen Urgroßmutter Mamie (Georgetta Leahu) auf und sieht ihre Mutter nur sporadisch, wenn der sich in der Pariser Kunstszene der 1970er Jahre vergeblich zu etablieren suchenden Fotografin gerade danach ist. Als Hanah entdeckt, dass Violetta sich gut als Modell macht, ist die intensive Begegnung mit der Mutter zunächst mehr als willkommen.

I’m not a F**king Princess: autobiografische Aufarbeitung einer verkauften Kindheit

Doch Hanah stellt auch fest, dass sich besonders die erotische Inszenierung ihrer minderjährigen Tochter gut verkauft und ihr selbst einen Platz an der Spitze der Künstler von Paris sichert. Die Aufnahmen werden gewagter, die Beziehung zu Violetta angestrengter. Als erst die Großmutter stirbt und dann die Fotografin in ihren künstlerischen Vorhaben zu weit geht, lehnt sich Violetta gegen die Mutter und die Ausnutzung auf.

Eva Ionesco basiert ihr Debüt als Regisseurin (sie hat sich zuvor bereits als Modell und Schauspielerin, unter anderem in Roman Polanskis „Der Mieter“, einen Namen gemacht) auf ihren eigenen Erlebnissen mit ihrer Mutter, Irina Ionesco, die sich durch die Fotos ihrer Tochter, in sogar noch jüngerem Alter als Violetta im Film, einen berühmt-berüchtigten Ruf in den 70ern aneignete. Höhepunkt der wahren Geschichte sind die Aktfotografien von Eva für italienische Ausgaben des Playboy und im Penthouse, bei denen sie erst 11 Jahre alt war – eine Geschichte, die auch schon Louis Malles „Pretty Baby“ inspirierte.

Isabelle Huppert in Eva Ionescos Regie-Debüt

„I’m not a F**king Princess“ ist somit eine Aufarbeitung der zweifelhaften Ansprüche der Mutter der Regisseurin, durch ihre Tochter zu künstlerischem Ruhm zu kommen. In Eva Ionescos Schilderung ihrer Mutter gerät Irina/Hanah allerdings nicht diabolisch, der Film zur Lebensgeschichte wird nicht zur Anklage: Ambivalent und entrückt wechselt die Perspektive zwischen der Freude über die Beziehung zur wenig greifbaren Mutter und der Verachtung ihrer Rücksichtslosigkeit, der Begeisterung für das Agieren vor der Kamera und der Bestürzung über die Ausmaße der Ausnutzung.

Isabelle Huppert spielt in „My Little Princess“ gewohnt wandlungsfähig die ganz auf ihre eigene Welt konzentrierte Fotografin, Anamaria Vartolomei begeistert mit ihren schon jetzt erstaunlichen schauspielerischen Fähigkeiten. Das Drama orientiert sich in der Ausstattung an den gemeinsamen Filmen von Rainer Werner Fassbinder und Hanna Schygulla – wie allein schon der unten stehende Trailer zeigt. Eva Ionesco kündigte bereits an, eine Trilogie der Lebensabschnitte Violettas erarbeiten zu wollen.

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„I’m not a F**king Princess“ läuft am 27. Oktober 2011 an.

I’m not a F**king Princess
(My Little Princess)
Regie: Eva Ionesco
Drehbuch: Eva Ionesco, Marc Cholodenko, Philippe Le Guay
Mit: Isabelle Huppert, Anamaria Vartolomei, Georgette Leahu, Denis Lavant, Jethro Cave
Verleih: Warner, X-Verleih
Kinostart: 27.10.2011

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