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Quizfreunde können sich wie immer auf Günther Jauch verlassen. Danach aber wird’s schwierig die Ratefüchse, wenn sie nicht gar zudem ein Faible für anspruchslose Unterhaltung haben. Dann können sie nämlich gleich bei RTL bleiben und sich nacheinander von der süßen Ex-Tanzmaus Wolke Hegenbarth („Mein Leben und ich“, 21.15) und der quirligen Mirja Boes („Angie“, 21.45) verwöhnen lassen. Und wem das zuviel Frau ist, der zieht sich danach gleich den Unaussprechlichen rein, der sich in seiner Reise-Comedy „Der Unaussprechliche sucht das Paradies – Wo lebt der Mann am besten?“ auf die Suche nach seinem ganz persönlichen Eierschaukel-Eldorado begib

Nun soll es aber auch Leute geben, für die das alles nichts ist, Leute, die mit diesen jungen, lauten Komödianten nichts am Hut haben. Reifere Menschen, die mit zuviel Tiefgang zwar auch nicht so gut zurechtkommen, die aber nach ein bisschen mehr Herz gelüstet. Die sollten sich im Ersten mit Ruth Maria Kubitschek um „Die Hochzeit meiner Tochter“ kümmern. Da wird man zwar auch nicht großartig überrascht, aber das will man ja gar nicht, das ist eh nur schlecht für die Gesundheit. Freunde und Freundinnen des gehobenen Kitschquatsches hingegen fiebern auf 3sat mit Heike Makatsch bei Margarete Steiffs Aufstieg von der Armut auf der Schwäbischen Alb in die Annalen der Stofftiergeschichte mit. Willensstärke trotz Kinderlähmung, so richtig was fürs Herz.

Nicht ganz so schwer wie Frau Steiff, aber sicher auch nicht ganz leicht haben es die Krimifreunde. Ihr Abend beginnt um viertel nach acht mit „Stolberg“ im ZDF (wenn sie nicht schon um 18 Uhr mit der „SOKO Kitzbühel“ angefangen haben) und könnte dann auf demselben Sender mit der „SOKO Leipzig“ (21.15) gleich weitergehen. Doch arte wartet mit „Der Tote am Strand“ auf, der nicht nur einen ordentlichen Fall verspricht, sondern auch noch eine tolle Ostsee-Kulisse, und so ein bisschen Urlaub am Freitagabend ist ja auch nicht das Schlechteste. Auch gut: Ganz einfach auf den/einen guten alten Tatort setzen. Nach Frau Kubitschek gibt’s im Ersten nämlich Ballauf und Schenk in der Wiederholung des 2004er Köln-Tatorts „Verraten und verkauft“.

Verschwörungsfans schalten um 20. 15 Uhr RTL II ein und ziehen sich „Fletchers Visionen“ rein. Und wie wär’s gleich danach mit einem Actionklassiker? Direkt im Anschluss läuft nämlich „Mad Max“. Und viereinhalb Stunden Mel Gibson, da gibt’s bestimmt auch ein Publikum für. Wer viel Sitzfleisch hat, den Gibson aber nicht so mag, der kann’s ja mal mit dem Costner versuchen und in die (Un-)Tiefen von „Waterworld“ (Vox, 20.15 Uhr) abtauchen. Ich befürchte jedoch, dass der Sender mit dieser Programmplanung eher baden geht, höhö.

Ins Wasser gefallen ist ja auch das Qualifying für Stefan Raabs Slalom-Contest (und zwar wegen Schneemangels), weshalb ProSieben nur ein „TV Total Schnee Spezial" senden will. Und auch das, was Sat.1 heute Abend so anbietet (erst „You Can Dance!“ und dann Fun-Freitag-Terror), lässt mir das Wasser nicht gerade im Mund zusammenlaufen, sondern treibt mir höchstens die Tränen in die Augen. Unterm Strich also alles eher überflüssig und ich befürchte, dass außer mir so manch anderer Fernsehzuschauer auf dem Trockenen sitzen bleiben wird.

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