Ich kann Kanzler: ZDF krönt den politischen Nachwuchs

Casting zieht immer, das dachte sich nun auch das ZDF. Leider zu spät und zu brav. In dem heutigen Castingoverkill hat das ZDF Format „Ich kann Kanzler“ kaum eine Quotenchance. Die Hoffnung, junge Zuschauer dazu zu gewinnen, um (natürlich) ihr politisches Engagement zu fördern, stirbt wohl zuletzt.

Das Finale und seine Kandidaten

Insgesamt treten in „Ich kann Kanzler“ jetzt fünf Finalisten gegeneinander an. Interessant die Zusammenstellung der vier Kandidaten durch die Jury. Da stellt man sich schnell die Frage: Haben die gewürfelt? Oder wurden die bewusst aufgestellt und repräsentieren das ZDF: mutig und jung sein wollen, aber sich letztendlich dann doch lieber dazu entscheiden, langweilig zu sein und auf Sicherheit zu setzen?

Besonders die 18-jährige Obama Wachsfigur Leslie Pumm fällt unangenehm auf. Der ist übrigens FDP Anhänger und erinnert eher an einen altklugen Schuljungen, in seinem Anzug, den Papa ihm bezahlt hat und stellt den Prototyp Streber da, der in der Pause gerne mal vermöbelt wird, weil er aus dem BGB zitiert hat. Oder die unerträglich nervige Allison Jones, Jurastudentin (und eifriges Mitglied eines Debattierklubs), die dafür plädiert, das Kindergeld abzuschaffen, um es „besser“ einzusetzen. Eine wahnsinnig konstruktive Idee, Eltern zu bevormunden, um „ihnen zu zeigen, wie man das macht“. Richtiger Gedankenansatz, bravo Allison Jones. Sie werden alles besser machen.

Durch ein Internetvoting schaffte es aber auch Susanne Wiest als fünfte Kandidatin ins Finale, die für ein bedingungsloses Grundeinkommen plädiert und durch ihr bisheriges Engagement schon Schlagzeilen in den Medien machte.

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Änderungen bei Ich kann Kanzler

Die ganze Show bereitet mir Kopfschmerzen und mir wird ziemlich schlecht, wenn ich weiter darüber nachdenke. Moderiert wird das ganze von Jörg Pilawa, anscheinend haben sie dazugelernt und festgestellt, dass Steffen Seibert so unterhaltsam ist wie ein Stück trockenes Brot. Michael Spreng, Maybrit Illner und Oliver Welke sitzen in der Jury. Ob diese Auswechsler die Einschaltquoten retten kann?

Fazit

So ganz ernst kann man „Ich kann Kanzler“ nicht wirklich nehmen. Wen wundert es? Falsches Format, falsche Uhrzeit, falscher Rahmen. Und nicht zuletzt: Blasse Kandidaten, die sich in einer farblosen Show auflösen. Einer Show, die keine Show sein will, sondern irgendwas „seriöseres“. Da muss sie sich keine Sorgen machen, denn sie erinnert mich nicht wirklich an eine Castingshow, sondern eher an den Debattierclub meiner Mittelstufenzeit.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der offiziellen Homepage.

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