I Shot My Love: sehr persönliche Dokumentation von Tomer Heymann

„I Shot My Love“ nimmt eine direkte Perspektive ein: Der israelische Regisseur Tomer Heymann lernt in Berlin als er seinen Film „Bubot Niyar/Paper Dolls“ vorstellt den deutschen Tänzer Andreas Merk kennen und lieben. Als ungestüme Lovestory beginnend, wird ihre Liebe Gegenstand kultureller, sozialer und sehr persönlicher Betrachtungen, als Andreas zu ihm nach Tel Aviv zieht und Tomer dessen Erlebnisse filmisch dokumentiert.

I Shot My Love: kulturelle und persönliche Auseinandersetzung

Andreas muss sich in dem fremden Land mit ihm unbekannten Bräuchen, einer anderen Sprache und einer fremden Kultur auseinandersetzen. Auch die enge Beziehung Tomers zu seiner Mutter, mit der er sich eine Dachgeschoss-WG teilt, wird zum Gegenstand des Films, wenn sich Sohn, Mutter und Freund im Alltag arrangieren müssen. Diskussionen, Familienfeiern, Nahaufnahmen – schonungslos persönlich stellt der Regisseur seine Beobachtungen an und nimmt sich selbst auch nicht aus diesem Kontext heraus.

Die Dokumentation von Tomer Heymann setzt sich auf mehreren Ebenen mit den kulturellen Unterschieden auseinander, mit Problemen, der sich noch frische Beziehungen stellen müssen, aber auch auf filmische Weise mit seinem Sujet selbst: Die Fragen werden gestellt, ob der Realitätsanspruch einer Dokumentation genau dadurch kompromittiert wird, dass sich die interviewten Personen dieser Situation bewusst sind und inwieweit der Regisseur, der mit der Digi Beta Kamera selbst filmt, sich innerhalb der persönlichen Gespräche hinter der Kamera verstecken kann.

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Dokumentation einer israelisch-deutschen Liebe

„I Shot My Love“ gelingt es, auf allen Ebenen zu überzeugen und dazu auch das Porträt aller drei Personen genau, sensibel und auch humorvoll zu zeichnen. Nachdem die Dokumentation erfolgreich auf verschiedenen Festivals lief – beispielsweise bei der diesjährigen Berlinale, den Teddy Awards 2010 in Berlin, dem Dok.Fest München Film Festival, dem Queer Screen Documentary Film Festival, Australien, dem Queer Lisboa GLBT Film Festival, Portugal, und dem HotDocs Film Festival in Kanada, wo der Film den Best Mid-length Award gewann –, soll sie nun am 20. Januar 2011 ihren Kinostart bekommen.

Wer nicht so lange warten will, kann die DVD für insgesamt 35 Euro (inklusive Versand) über die Webseite des Films bestellen.

I Shot My Love
Regie/Buch/Kamera: Tomer Heymann
Mit: Noa Heymann, Andreas Merk, Tomer Heymann
Produktion: Heymann Brothers Films, WDR, Arte
Kinostart: 20.01.2011

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