Hiobs Brüder von Rebecca Gablé

„Hiobs Brüder“ von Rebecca Gablé erzählt die Geschichte von Losian, der im Jahre 1147 zu Beginn des zweiten Kreuzzuges, mit einigen Mitgefangenen aus einem englischen Gefängnis flieht. An seine Vergangenheit kann er sich nicht erinnern, doch muss er langsam feststellen, dass seine vergessene Historie in unmittelbarer Verbindung mit dem Englischen Bürgerkrieg von 1135 bis 1154 steht.

Hiobs Brüder: Historischer Roman im Englischen Bürgerkrieg

Genau genommen handelt es sich bei „Hiobs Brüder“ nicht um einen historischen Roman, sondern einen historisierenden Roman, denn während die Autorin Anglistik studiert hat und sich somit durchaus in der Zeit auskennt, von der sie schreibt, beschäftigen die Figuren Dinge, die sich eher modern denn archaisch lesen. Damit lässt sie sich aber auch wissentlich und willentlich auf einen Anachronismus ein, der bereits in der Prämisse des Buches zu finden ist: Figuren sind auf der Suche nach sich selbst, wie in einem viktorianischen Buch, befinden sich aber im Mittelalter, in dem sie sich vermutlich mit einigen anderen Problemen hätten herumschlagen müssen.

Das schadet dem Buch aber nicht im Geringsten. Als Abenteuergeschichte funktioniert es recht gut und Rebecca Gablés Schreibstil lässt den Leser in die Welt Losians und seiner Kumpane versinken. Dass Rebecca Gablé die „The Anarchy“ genannte Zeit in England als Hintergrund nimmt und nicht die, zumindest hierzulande, besser bekannten Kreuzzüge, macht die Geschichte um so interessanter.

Rebecca Gablé präsentiert eine spannende Abenteuergeschichte

„Hiobs Brüder“ wartet mit einer reichhaltigen Anzahl an Personen auf, die allesamt auf interessante Weise charakterisiert werden. Daneben werden die Kapitel mit Illustrationen versehen, die zwar nicht unbedingt originell sind, aber dennoch zu einem guten Stück die Stimmung der Geschichte auffangen. Das Buch erscheint bei Bastei-Lübbe – in den letzten Jahrzehnten eher durch Arztserien, Bergromane und Gruselgroschenhefte aufgefallen – im Oktober 2009 in einer gebundenen Ausgabe.

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