Goldstandard: Was ist das, welche Funktion erfüllte er?

Die Geldmenge vermehrt sich heute sehr viel schneller als dies vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Banken können Kredite in einer Höhe ausgeben, die ein Vielfaches ihres Eigenkapitals entspricht. Auch die Notenbanken können die Notenpressen anwerfen, um frisches Geld zu drucken. Es scheint, als könne Geld in beliebigen Mengen und in hoher Geschwindigkeit vermehrt werden. Als das Währungssystem noch auf dem sogenannten Goldstandard basiert hat, war dies noch nicht möglich.

Goldstandard – was ist das?

Währungssysteme des Goldstandards wurden vor allem von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg eingesetzt. Das bedeutet, dass der Wert des Geldes auf dem Wert des Goldes basiert. Die Geldmenge entspricht also wertemäßig dem Goldbestand eines Landes. Goldwährungen haben Anfang des 18. Jahrhunderts vorherrschende Silberwährungssysteme abgelöst. Zu dieser Zeit war Großbritannien die führende Handelsmacht und führte einen reinen Goldstandard ein. Da für andere Staaten der Handel existenzwichtig war, wurde auch dort dieses Währungssystem eingeführt. Damals schon kam den Zentralbanken eine entscheidende wirtschaftliche Bedeutung für den internationalen Handel zu. Sie hatten die Aufgabe, Goldreserven in der Menge vorzuhalten, dass eine Währungsbindung an dieses gesichert war und keine Inflation zustande kam.

Die Funktion des Goldstandards

Die Bindung der Währung an das gelbe Edelmetall trug maßgeblich zur Stabilität der Wechselkurse der verschiedenen Landeswährungen bei. Jede Währung stellte ein Zertifikat zum Umtausch in eine bestimmte Menge Gold dar. Im deutschen Kaiserreich wurde 2790 Goldmark zu einem Kilogramm Gold festgesetzt. Die Währungen waren also durch physisches Gold abgedeckt und konnten nicht in beliebiger Menge vermehrt werden. Auch aufgelockerte Formen des Standards fanden in manchen Ländern Anwendung. In Frankreich beispielsweise mussten die Bankhäuser nur ein Drittel des im Umlauf befindlichen Geldes durch Gold decken.

Wiedereinführung denkbar?

Nach der Subprime-Krise und darauffolgenden Bankenpleite wurde die Wiedereinführung des Goldstandards von vielen Experten kontrovers diskutiert. Mit diesem Standard wäre eine derartige Ausweitung an Krediten, wie es in der Subprime-Krise der Fall war, nie möglich gewesen. Unterstützer des Goldstandards sprechen sich für die Sicherheit und Kontrollierbarkeit dieses Finanzsystems aus.

Andererseits kann eine Wirtschaft mit einer derart begrenzten Geldmenge nur viel langsamer wachsen. Geldmittel für Investitionen wäre nur schwer zu beschaffen und die Entwicklung von neuer Technologie würde viel langsamer passieren. Es scheint also, dass beides, Goldstandard und liberales Papiergeld, keine befriedigende Lösung für heutige Probleme darstellt. Denkbar wäre es, wieder einen Teil des Euros mit Gold zu decken und somit zur Stabilität des Währungssystems beizutragen.

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