Wie gibt man einen Handkuss?

Eine Reliquie einer längst vergangenen Zeit: Der Handkuss. Ursprünglich diente diese Geste dem Ausdruck des Respekts. Die Entstehung dieser Begrüßungsform geht bis in die Zeit des alten Roms zurück. Damals war es üblich, dass Untertanen den höher gestellten Personen die Hand küssten. Der Edelmann streckte dazu den Arm weit aus, um eine gewisse Distanz zu wahren und der Untergebene kniete sich zum Küssen der Hand nieder, um seine Unterlegenheit zu signalisieren. Auch ist aus dieser Zeit bekannt, dass Kinder ihren Eltern die Hand küssten, um sie zu ehren, so wie einst der Kaiser Nero seiner Mutter ehrte. Doch längst vergangen sind diese Tage. Oder doch nicht?

Der Handkuss heutzutage

Während in Ländern wie Österreich, Italien, Polen oder Frankreich diese Geste durchaus noch bekannt (und teilweise sogar Praxis!) ist, wird sie hierzulande schon als veraltet angesehen und ist meist mit einem offiziellen Zeremoniell verbunden. Beispielsweise wird der Gestus gegenüber Würdenträgern wie dem Papst oder in der Politik noch angewendet. Außerhalb Europas, wie der Türkei, ist es ganz üblich den Eltern, den Verwandten oder auch den Lehrern als eine Geste des Respekts die Hand zu küssen. Die Bedeutung dessen hat sich bis heute kaum geändert. Wie man einen Kuss auf die Hand nach den Knigge-Regeln richtig gibt, erfahren Sie hier:

Handkuss: So wird's gemacht!

1

Die Frau muss verheiratet oder über 30 Jahre alt sein

Will man dem Ratgeber von Adolph Freiherr von Knigge „Über den Umgang mit Menschen“ befolgen, so muss man die Angemessenheit dieser Geste zunächst einmal im Blick haben. Unangemessen ist es eine junge oder unverheiratete Frau dadurch zu beschämen. Daher gilt der Grundsatz immer eine gewisse Contenance zu wahren.

2

Nur in geschlossenen Räumen oder auf Bahnsteigen küssen

Hier gibt es abweichende Ansichten, aber sicher ist es, wenn man sich grundsätzlich daran hält, dass diese Geste durchaus intim ist und dass man daher diese nicht rigoros überall ausführen sollte. Daneben ist es im Rahmen bestimmter Veranstaltungen oder Feste wie dem Wiener Opernball durchaus die Regel.

3

Keinesfalls darf die Dame einen Handkuss erzwingen

Der Kuss auf die Hand ist eine Geste des absoluten Respekts und der Wertschätzung und sollte daher niemals von der Dame forciert werden. Natürlich muss sie mit der Hand dem Herren entgegenkommen, nur darf sie sich dabei nicht aufdrängen!

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Der Kuss

Genauso wichtig ist es zu wissen, dass nach dem Knigge-Ratgeber auch ein richtiger Kuss des Handrückens der Frau erfolgen sollte, da alles andere nur ein parodistisches Scharadespiel wäre. Wie diese Geste aber bei der emanzipierten Frau von heute ankommt, bleibt jedoch die Frage.

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