In Sachwerte investieren: Was schützt vor Inflation?

Weine & Whisky

Bei Whisky gibt es bisher nur zwei Formen sich an der Wertsteigerung der Spirituosen zu beteiligen. Einerseits gibt es seit nicht allzu langer Zeit sogenante Whisky-Fonds, die Whisky in großem Stile einkaufen, lagern und auf eine Wertsteigerung hoffen. Anleger können Anteile an dem Fonds kaufen.
Andererseits besteht die Möglichkeit, den Whisky in Flaschen oder Fässern selbst zu erwerben und zu lagern. Ob und wann es zu einer Wertsteigerung kommen kann, ist jedoch sehr ungewiss und risikobehaftet.
Beim Wein sieht die Situation ähnlich aus: entweder können junge Weine fassweise gekauft werden, mit der Hoffnung, dass der Sachwert zulegt oder es wird versucht internationale Spitzenweine, meist aus Frankreich, zu erwerben. Letztere sind jedoch schwer zu bekommen und für den Durchschnitts-Privatanleger unerschwinglich. 
Um die Preisentwicklung der Spitzenweine für Anleger nachvollziehbar zu machen, wurde in London ein Weinindex, der sogenannte Liv-ex etabliert. Der Liv-ex Fine Wine 100 beispielsweise verfolgt die Preisentwicklung der 100 Top-Weine weltweit.

In Uhren investieren

Ein Investment in Luxusuhren ist ausschließlich über deren Erwerb möglich. Es eignen sich hauptsächlich die Modelle von großen Marken wie Rolex oder Patek Philippe mit aufwändiger Technik, am besten noch Sondermodelle mit limitierter Edition. Ein Großteil der Uhren verliert jedoch an Wert und der Rest der Uhrenbesitzer muss meist lange auf eine Wertsteigerung warten.
Zudem sollten Anlage-Uhren nicht getragen werden und alle fünf bis sechs Jahre gewartet werden.

Oldtimer als Investitionsprojekte

Eine Geldanlage in Oldtimer kann sehr luktrativ sein, allerdings nicht in jeden Oldtimer. Modelle, die in den letzten Jahren stark an Wert zugelegt haben, werden meist nach bestimmten Kriterien beurteilt: Technik, Design, Rarität und Rennhistorie. 
Ein Musterbeispiel ist das Mercedes-Benz 300 SL Coupé: als erstes Modell war der Einspritzmotor serienmäßig verbaut, hatte stylische Flügeltüren und konnte sich in Rennen hevorragend beweisen. Die 1400 hergestellten Modelle konnten innerhalb von fünf Jahren eine Wertsteigerung von 250000 Euro auf etwa 600000 Euro erfahren. 
Es existieren jedoch auch Modelle, die auch für Privatanleger erschwinglich sind. Einige Modelle von BMW, Bentley oder Maserati sind schon für unter 100000 Euro erhältlich und versprechen eine Wertsteigerung in der Zukunft. 

In Kunst investieren

Da die Werke einiger Künstler wie Warhol oder Renoir zum Teil berauschende Wertsteigerungen erfahren haben, sind diese auch in den Fokus von Investoren gerückt. In diesem Markt eine objektive Investment-Entscheidung zu treffen, stellt sich als schwierig heraus. Die Bewertung dieser Sachwerte erfolgt oft subjektiv und ist Geschmacksache. Sogar die Werke renommierte Künstler unterliegen Modezyklen und ein Profit kann auch dort nicht garantiert werden.

Briefmarken

Die langweiligen Briefmarkensammler haben auch unter einer Anlageperspektive durchaus Recht mit ihrer Leidenschaft. Einige seltene Briefmarken haben Wertsteigerungen erfahren, von denen manche Aktien nur träumen können. Um an die begehrten Stücke zu kommen, ist man bei Expertenhäusern am Besten beraten. Es gibt zusätzlich auch Anbieter, wie Stanley Gibbons in London, die einen sogenannten „Rarity Index“ für seltene Briefmarken entworfen haben. Auf diesen Index werden dann strukturierte Finanzprodukte angeboten die eine Rendite bis zu zehn Prozent pro Jahr versprechen. 
Die Gefahr beim Kauf von echten Briefmarken liegt in der Sammlerleidenschaft: einmal gekauft, fällt die Trennung von den liebgewordenen Stücken schwer.

Sachwerte und Schutz vor Inflation

Bei diesen alternativen Sachwerten lässt sich eines feststellen: Renommierte Stücke sind teuer aber relativ Wertstabil. So bieten Uhren, Autos und Weine nahmhafter Hersteller beispielsweise langfristig eine relativ stabile Anlage mit konstanten Wertsteigerungen. Es ist jedoch oft ein langer Atem gefragt, da kurfristige Spekulationen selten aufgehen. Auch hier können, wie an der Börse, Risiken eingegangen werden, indem man auf Modelle weniger bekannter Hersteller oder jüngere Werte zurückgreift. 
Allgemein gilt, dass diese Werte nur einen kleinen Teil des gesamten Investments ausmachen sollten, da eine gewisse Unsicherheit in der zukünftigen Wertentwicklung besteht. Nichtsdestotrotz kann es eine sinnvolle Diversifikation des Portfolios darstellen und auch die ein oder andere Sammelleidenschaft wecken.

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