Filmkritik: Martin Scorseses THE DEPARTED

Scorseses Cop-Thriller bietet nicht nur in den Hauptrollen exzellente Darsteller wie Jack Nicholson, Leonardo DiCaprio und Matt Damon, sondern ist auch in den Nebenrollen mit Mark Wahlberg (Italian Job), Martin Sheen (Apocalypse Now), Alec Baldwin (Aviator), Vera Farmiga (Running Scared) und James Badge Dale (24) sehr gut besetzt. Man durfte also gespannt sein, ob sich Scorsese nur auf seine Darstellerriege verlässt oder dem Publikum auch eine spannend erzählte Geschichte bieten kann.

Die Story von The Departed basiert auf dem Hongkong-Hit Infernal Affairs (nicht zu verwechseln mit dem beinahe gleichnamigen Internal Affairs von 1990 mit Richard Gere in der Hauptrolle), der 2002 so erfolgreich in den asiatischen Kinos lief, dass nur ein Jahr später gleich 2 Fortsetzungen folgten. Scorsese möchte seine Version jedoch nicht als Remake sondern als eigenständigen Film verstanden wissen. Und tatsächlich hat The Departed nicht mehr viel mit dem Asien-Hit gemein – mit Ausnahme des Story-Grundgerüsts: Jack Nicholson spielt den irischen Mafia-Boss Frank Costello, der bei der Massachusetts State Police einen Spitzel (Matt Damon) eingeschleust hat, der ihn mit Informationen versorgt. Doch die Polizei schleust ihrerseits einen Undercoveragenten (Leonardo DiCaprio) in die Organisation von Costello ein, was alsbald eine Kette unglücklicher Situationen nach sich zieht und in ein blutiges Finale Furioso mündet.

Nach den mittelschweren Enttäuschungen, die Scorsese mit Aviator (2004) und Gangs of New York (2002) jüngst abgeliefert hatte, zeigt der 64-jährige Regisseur, dass er wieder zu alter Good Fellas und Taxi Driver – Stärke zurückgefunden hat: The Departed ist intelligentes Thriller-Kino, spannend und anspruchsvoll erzählt ohne jemals anstengend zu werden. Eingerahmt wird das Ganze durch die tolle Kameraarbeit des Deutschen Director of Photography Michael Ballhaus, der bekanntlich Martin Scorseses Standard-Kameramann ist. Großartige Darsteller, eine spannende und toll erzählte Geschichte, schicke Bilder – The Departed ist definitiv ein heißer Oscar-Kandidat. Scorsese hätte ihn sich redlich verdient!

TRAILER

(alle Fotos © Warner Bros.)

9 Meinungen

  1. Naaaaa ja. In dem Film heisst es einmal : „Wollen Sie Cop sein oder wollen sie nur wie einer im aussehen ?“ Ehrlich gesagt, hatte ich bei DiCaprio, Damon, Baldwin, Wahlberg genau das Gefühl: Heftigste Testosteron-Dialoge bei Schauspielern, die sich selbst bei der Arbeit zusehen; Cop-Drama ? Egal, wenn Nicholson so prächtig Nicholson spielt. Zum Schluß wird’s dann aberwitzig…. Scorsese war schon besser.

  2. Ich fand DiCaprio richtig gut (so langsam sieht er richtig wie ein Kerl und nicht wie ein Model aus) und auch Matt Damon war für mich überzeugend. Baldwin war solide wie immer; über Wahlbergs schauspielerische Leistung kann man sicherlich streiten.

  3. Mmh … auch mich hat der Film nicht restlos überzeugen können; vieleicht lag’s ja mal wieder an den übergroßen Erwartungen. So richtig gut gefallen hat mir lediglich DiCaprio – Jack Nicholsons grimassiertes Overacting ist eher anstrengend und lässt Costello zu einer Cartoon-Figur mutieren (Nicholson gefällt mir dagegen sehr in zurückhaltenden Rollen wie Das Versprechen oder About Schmidt) – und das Ende lässt einen dann bei nachlassender Überraschung doch eher kalt. Ein routinierter Gangster-Film mit überkonstruierter Story ohne notwendige Innovationen. Hat schon jemand eine (objektive!) Meinung zu Apokalyptico? Freut Ihr Euch auch schon so auf Deja Vu?

  4. Auf Déjà Vu freue ich mich riesig – hoffentlich ist der Name nicht Programm ;-)Apocalypto wird noch diese Woche angeschaut – Review folgt dann!

  5. Der Film wird meines Erachtens völlig überschätzt. Die Filmidee ist gut, bleibt aber leider im Ansatz stecken. Nachdem klar ist, dass die beiden Protagonisten Damon und DiCaprio jeweils für die Gegenseite arbeiten, fehlt es an jeglichen Überraschungsmomenten. Die Story ist dann nur noch platt und beschränkt sich auf sinnloses Geballere. Der konstruierte Schluss ist dann der Höhepunkt an Einfallslosigkeit und Unstimmigkeit. Ohne die hervorragenden Schauspielerleistungen von Damon, diCaprio und Nicholson wäre der Film ein totaler Flop.

  6. IT Consulting Webdesign und Internet Marketing

    Ich halte ja nicht so viel von dem Film. Ich wollte dem Leonardo noch mal ne Chance geben. Doch ehrlich mal: Ich finde immer noch, dass er nicht wirklich Spielen kann. Na gut, Geschmackssache…. aber nicht der meinige…

  7. Nach den vielen positiven Kritiken hatte ich mir etwas von dem Film versprochen – bin aber voll enttäuscht worden. Story nicht besonders originell, viel Blut und Machosprüche. Da helfen auch die teilweise guten schauspielerischen Leistungen nichts. FLOPP!!!!

  8. „mittelschweren Enttäuschungen Aviator (2004) und Gangs of New York (2002) “ ??Ganz schön arrogant oder? Über Geschmack läßt sich ja streiten, aber außergewöhnlich und mutig waren diese Filme ja wohl in jedem Fall.Also heißt dann wohl wenn der Kritiker diese Filme für Enttschäuschungen hielt, sie mir aber gefielen, daß er bei „Departed“ mit „intelligentes Thriller-Kino“ in Wahrheit meint „durchschnittliche-schon-tausendmal-gesehen-Mainstream-Kacke-ohne Scorsese-Stil“?

  9. AVIATOR war an sich nicht schlecht, nur zu langatmig und mit DiCaprio IMO falsch besetzt.GANGS OF NEW YORK war sehr gut, aber ebenfalls zu sehr in die Länge gezogen.Dass beide Filme „außergewöhnlich“ und/oder „mutig“ sein sollen, kann ich so nicht nachvollziehen.

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