?Eragon? von Sierra Games für die Playstation 2 inkl. You Tube-Video

Das PS 2-Spiel „Eragon“ entstand in denselben Studios, wie vorher die etlichen „Herr der Ringe“-Titel. Daher konnten die Experten und Kenner in der Branche sicher davon ausgehen, dass es sich um einen „Hack and Slay“ Titel handeln würde. Und die Kenner sollten, auch dank etlicher Vorankündigungen, Recht behalten.

So kommt es, dass euer in sich gekehrter Hauptdarsteller Eragon eines Tages ein blaues Ei findet. Aus diesem Ei schlüpft ein kleiner Drache (Saphira), was sich für den 15 Jährigen Eragon als ein Riesenproblem herausstellen wird. . Denn der Herrscher des Königreichs Alagaësia, der auf den Namen Galbatorix hört, hat vor geraumer Zeit alle Drachenreiter und Drachen töten lassen, damit er die uneingeschränkte Herrschaft genießen kann. Ihm kommt die Geschichte um Eragon zu Ohren und will euch nun ebenfalls an den Kragen.

Während es wir bei den „Herr der Ringe“-Titeln gewohnt waren mit Filmeinspielern in die Handlung eingeführt zu werden, wird bei „Eragon“ dies ziemlich fix runtergespult und kommt lediglich in Spielgrafik daher, was ich ehrlich gesagt schade finde. Aufgrund dessen kann sich der Spieler auch nicht richtig in das Spiel hinein leben, weil es eben an Tiefe fehlt.

In einem kurzen Tutorial werdet ihr an das Spiel herangeführt. Ihr erlernt den Umgang mit der Zauberei, dem Bogen ihr bekommt Tastenkombinationen mitgeteilt, die euch im Kampf mit dem Gegner Vorteile verschaffen sollen. Das sieht dann ungefähr so aus: anstatt „A“ für einen einfachen Schlag zu nutzen, drückt „A“ + „B“ um eine Combo zu vollziehen. Kennen wir zwar schon, aber ich mag dieses „Hack and Slay“-System.

Unbehaglich wurde mir allerdings bei der Anwendung von Special Moves im späteren Verlauf des Spiels. Ist das Schlachtfeld fast geräumt und es laufen nur noch vereinzelte Gegner rum, sind diese easy mit einem Special Move zu liquidieren. Habt ihr jedoch einen ganzen Trupp vor euch stehen, bringen diese Combos gar nichts. Das liegt daran, dass bereits die Hälfte eurer Energie fort ist, bis ihr es schafft, euren gewünschten Trick durchzusetzen. Gäbe es die Anweisung, einige Gegner nur mit einem Special Move zu erledigen, wäre der Schwierigkeitsgrad unermesslich hoch. Demgemäß verfallt ihr in das typische Muster: auf die Knöpfe tippen bis die daraus entstandenen Blasen platzen.

Nach dem Tutorial begleitet euch fortan ein treue Weggefährtin mit dem Namen Brom. Diese kann jederzeit von euch oder einem zweiten Spieler aktiviert werden. Eine äußerst seltsame Feststellung durfte ich während des Spiels bzgl. Broms Lernfähigkeit machen. Das sie nämlich gar nicht lernfähig ist. In „Herr der Ringe“ war das mit jedem Charakter möglich und selbst Eragon entwickelt sich im Laufe des Spiels weiter. Nur will Brom anscheinend nichts lernen. Schade eigentlich.

Denn für die zahlreichen Kämpfe wäre es insofern sinnvoll gewesen, dass der Zweitspieler ein wenig Abwechslung geboten bekommt, anstatt immerzu auf dasselbe Repertoire zurückzugreifen. Hin und wieder soll es ja aber auch Überraschungen geben, welche wäre: an einigen Stellen des Spiels könnt ihr euren Drachen Saphira herbeirufen. Wie bei „King Kong“ habt ihr dann die Möglichkeit einige Passagen des Spiels mit einem Lebewesen der anderen Art zu bestreiten.

Wenigstens ist Broms K.I. gut gelungen, so dass Sie euch bei Schlachten nicht im Weg sondern tatkräftig zur Seite steht. Wer euch bei Schlachten dennoch erheblich Kummer bereitet ist die Kamera. Diese ist bedauerlicherweise fixiert und sobald sich 5 Kämpfer+ auf dem Screen befinden, war es das mit der Übersicht.

Ist diese aber vorhanden, machen die Kämpfe mit Eragon richtig Spaß, da es einige wirksame Angriffstechniken zum Tragen kommen. Mit viel Geschick könnt ihr u.a. eurem Gegner auf die Schulter springen und ihn würgen und die Lebensenergie rauben, bis er das Zeitliche segnet.

Mit dem Bogen könnt ihr ansonsten weit entfernte Gegner eliminieren. Umso länger ihr die Schusstaste für den Bogen drückt, desto effektiver und genauer wird der Treffer. Ähnliches gilt für den Einsatz von Zauber, der euch dazu dient, einige Gegner kurzfristig aus dem Weg zu räumen bzw. wegzustoßen oder gar an euch heran zu ziehen. Nach dem Motto: „Come over here!“ Die Veteranen unter uns wissen mit Sicherheit, wen ich meine. Immerhin ist der Zauber nicht nur auf die Gegner anzuwenden. Am Bildschirmrand erscheint ein Symbol, wenn die Möglichkeit besteht, den Zauber auf die Umgebung anzuwenden. Folgend werden dann Gegenstände und Steine verschoben. Bedauerlicherweise beschränkt sich das Inventar von Eragon auf das oben Genannte. Bis auf ein paar Zaubererweiterungen hat er nichts mehr im petto.

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Verlaufen kann sich der Spieler in Eragon nebenbei nicht, da alles sehr linear konzipiert wurde. Mehr oder weniger wird euch ein Weg vorgegeben und falls sich eure Energiereserven dem Ende zuneigen, müsst ihr keine Angst vor dem Game Over haben. Irgendwo lässt sich immer noch ein Auffrischer finden, der euch für die nächste Schlacht stärkt. Wer jetzt denkt, dass jede Mission durch eine Schlacht beendet wird liegt gänzlich falsch. Hier waren die Macher kreativ. Mal muss Eragon eine Schleichpassage einlegen, ein anderes Mal seit ihr Personenschützer und der Mensch, welchen ihr beschütz darf keinen Schaden erleiden. Zumal das noch nicht alles ist, was ihr jedoch selbst herausfinden könnt. Eure Missionen und Fortschritte werden an festgelegten Kontrollpunkten gespeichert.

Grafisch gesehen ist „Eragon“ okay. Nichts besonderes, aber auch keine Highlights sind zu verzeichnen. Zumindest kommt es nicht einmal zu Grafikaussetzern oder Rucklern, was angenehm für den Spielverlauf ist und mir positiv aufgefallen ist. Der Spielumfang ist recht kurz und liegt bei ca. 12-14 Stunden.

Insgesamt gesehen kann „Eragon“ nicht gänzlich überzeugen und ist guter Durchschnitt. „Hack and Slay“ Fans werden erfreut sein, dass es mal wieder einen Titel in dieser Sparte zu kaufen gibt. Dennoch wird „Eragon“ (zumindest der erste Teil) kein Denkmal der Gameswel
t werden, weil vieles unausgegoren wirkt, da dem Spieler viele Feinheiten, Ergänzungen und spezielle Kniffe fehlen. Ich habe de Eindruck, dass sich das Entwicklerteam ein wenig zurückgelehnt hat und kurz vor dem Filmstart gemerkt hat: „Oh Mann, wir haben da noch schnell ein Produkt fertig zu stellen.“  „Eragon“ ist gut geeignet für ein stumpfes Daddel-Wochenende, wo die Denkzellen nicht allzu stark angeregt werden sollen, einfach nur wildes „Hack and Slay“ auf dem Bildschirm zu sehen sein soll und endlich mal wieder ein Spiel fix durch sein soll.

4 Meinungen

  1. Da fällt mir ein: ich wollte ja mal wieder „Die Wüste Internet“ von Clifford Stoll lesen (von ’95). Ist bestimmt auch lustig (oder erschreckend prophetisch – ich erinnere mich nicht mehr so an die Details).

  2. Hmm, interessanter Beitrag – aber ich hätte mir dann schon auch Scans von den Anzeigen gewünscht – so liest es sich ein bisschen sehr theoretisch. Gruß, Bjoern

  3. mein scanner funktioniert jetzt wieder, morgen liefere ich nach.

  4. Also ich mache lieber Musik als mir Games und Videos reinzuziehen……

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