Diese Woche neu im Kino: „All Is Lost“ mit Robert Redford

Wie der Segler, den Redford spielt, heißt, woher er kommt und warum er allein auf großer Tour im Indischen Ozean ist – es wird nicht erzählt. Der Film beginnt damit, dass seine Yacht auf einen treibenden Container prallt. Das Leck ist klein und lässt sich notdürftig flicken. Allerdings hat das hereinschwappende Wasser seine gesamte Funkausrüstung zerstört. Ohne die Möglichkeit, Hilfe zu rufen, steuert der Skipper in einen aufziehenden Sturm.

„All Is Lost“ kommt ohne Dialog aus

In den vergangenen Jahrzehnten hat Redford sich vor allem als Regisseur und Gründer des renommierten Sundance-Filmfestivals hervorgetan. Seine Filmrollen waren dagegen meistens durchschnittlich. Redford musste mit fortschreitendem Alter immer mehr gegen sein strahlendes Star-Image aus den 70ern anspielen. Auch in „All Is Lost“ stellt er keinen 77-jährigen, sondern eher einen zehn Jahre jüngeren Mann dar. Doch fast ohne Dialog lebt die Rolle komplett von Redfords Mimik und seinen wortlosen Bemühungen, zu überleben. Das hat Regisseur und Drehbuchautor J.C. Chandor so gekonnt inszeniert, dass in keinem Moment unklar ist, warum die Hauptfigur wie agiert. Und Redford füllt die Figur mit einer zurückhaltenden Intensität aus. Die wachsende Verzweiflung des Seglers wird erst langsam und in kleinen Gesten deutlicher. Im Internet haben erfahrene Segler bereits viele Entscheidungen des Protagonisten diskutiert und ihm kaum nachvollziehbare Fehler attestiert. Aber „All Is Lost“ ist kein Lehrvideo, und die Spannung und Wucht des Films schmälert das kaum.
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Trailer:

Bildnachweis: SquareOne/Universum Photo: Daniel Daza

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