Der Koch von Martin Suter

In „Der Koch“ von Martin Suter trifft der Leser auf den tamilischen Koch Maravan Vilasam, der als Asylbewerber in Zürich in der Küche eines noblen Restaurants nur für die niedrigsten Jobs eingesetzt wird, während sich die anderen Köche aber bei seiner Kenntnis exotischer Kochkünste hemmungslos bedienen. Als er seinen Job verliert, eröffnet er mit der Servicekraft Andrea die kleine Catering-Firma „Love Food“, bei der er erotische Speisen für Paare kreiiert.

Der Koch von Martin Suter zeigt die Verbindung von Erotik und Essen

Martin Suter ist nicht der erste Autor, der die Idee hatte, Erotik und Essen miteinander zu verbinden. Schon Isabel Allende hat in „Aphrodite“ die Feier der Sinne auf mehreren Ebenen beschrieben, ebenso wie Laura Esquivel in „Bittersüße Schokolade“. Auch die Filme „Chocolat“ und „Einfach unwiderstehlich“ widmen sich der Verbindung, ganz abgesehen von all den Speisen, die über die Jahrhunderte als Aphrodisiakum galten.

Allerdings bringt Suter in seinem neuen Roman einige weitere Zutaten in das Rezept: Die Situation der Asylanten in der Schweiz und der Umgang der Eidgenossen mit ihnen, die internationale Finanzkrise findet ihre Erwähnung ebenso wie die Bankensituation. Suter holt aus zu einem sinnlich erfahrbaren Rundumschlag, durch den der Leser angeregt wird, sich sein eigenes Bild zu den verschiedenen Themen zu machen. Je nachdem, welchem Aspekt von „Der Koch“ man sich selbst am liebsten widmen mag, kann man sich Martin Suters siebenten Roman hingeben.

Der Autor verbindet sinnliche Erfahrung und aktuelles Geschehen

„Der Koch“ von Martin Suter hat eine gewisse Uneinigkeit bei Kritikern wie Lesern hervorgerufen. Während einige das Lesevergnügen beschreiben, sind andere enttäuscht von der aus vielen Versatzstücken zusammengesetzten Geschichte.

Suters Umgang mit der Sprache wird gerade in Bezug auf die sinnliche Erfahrung der Speisen gelobt, ebenso wie ein im Roman-Zusammenhang bröckelnder Stil getadelt.

Letztlich muss sich jeder Leser sein eigenes, subjektives Bild von Martin Suters „Der Koch“ machen. Das Buch ist bei Diogenes in einer gebundenen Ausgabe erschienen. Im Anhang finden sich die Rezepte von Maravan  Vilasam, bei denen sich der Autor vom Molekularkoch Heiko Antoniewicz hat beraten lassen.

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