Der Fall Ralf Rangnick – Macht das Fußballgeschäft krank?

Als der beliebte Torwart Robert Enke von Hannover 96 im November 2009 den Freitod wählte war Fußballdeutschland geschockt. Noch auf der Begräbnisfeier forderte DFB-Präsident Theo Zwanziger ein Umdenken im oft zu knallharten Profigeschäft. Fast zwei Jahre später steht man durch den überraschenden Rücktritt des populären und erfolgreichen Fußballtrainers- und Fachmanns Ralf Rangnick vor der Frage ob sich überhaupt etwas verändert hat.

Der Fall Ralf Rangnick zeigt: Burnout-Syndrom ist auch in der Bundesliga

Fest steht auf jeden Fall, dass eine der Krankheiten unserer Zeit, das Burnout-Syndrom, auch in der Bundesliga angekommen ist. Vor wenigen Wochen verkündete M.Miller, Ersatztorwart von Hannover 96, er sei daran erkrankt, und nun vergangenen Donnerstag der Trainer des FC Schalke 04. Dass beide an die Öffentlichkeit gingen ist mutig und richtig – ohne Frage, hier hat man aus dem Fall Enke gelernt.

So verständnisvoll und respektvoll die Bekundungen der Protagonisten des Budnesligazirkus auch waren und so vernüntig die Forderungen beispielsweise Robin Dutts, seineszeichens Coach von Bayer Leverkusen, welcher ein Umdenken forderte, waren, so auffallend war die große Überraschung aller Beteilligten. Man scheint es auch nach Enke scheinbar höchst unwahrscheinlich zu finden, dass soetwas im direkten Umfeld passiert. Dadurch, dass man damit nicht rechnet, versäumt man auch ein waches Auge auf sein Umfeld zu haben und so frühzeitig und vorbeugend zu handeln. Denn der Rücktritt, wie im Fall Ralf Rangnick, ist nur der letzte Ausweg. Man dürfte sich auf Schalke berechtigte Vorwürfe machen nicht früher ausfmerksam geworden zu sein.

In der Bundesliga muss man umdenken

Denn eines ist klar. Der Profisport und insbesondere der Profifußball ist ein Beruf mit enormen Stressfaktor. Der Druck ist enorm. Gerade für Trainer, dessen Arbeitstätigekeiten oft recht kurzlebig sind und eine gewisse Unsicherheit, ausgehend vom permanent wackelndem Trainerstuhl, gefördert durch sensationsgeile Medien, bei vielen dauerpresent ist, kann der Job nervenaufreibend sein. Solle das geforderte „Umdenken“, die Überarbeitung des zwischenmenschlichen Systems in der Bundesliga stattfinden, muss man an den Wurzeln des Geschäfts rütteln und versuchen wieder das reine Spiel in den Mittelpunkt zu stellen. Medien, Sponsoren und Mäzene haben durch den Faktor Geld schlichtweg zu viel Einfluss und üben immensen Druck aus. Dass dies zu enormen psychischen Belastungen führt ist offensichtlich, das Schlimme daran ist schlichtweg, dass die Ansicht weitverbreitet ist, wer der Belastung nicht standhalte, sei ungeeignet. Das trifft in gewisser Weise zu. Ralf Rangnick ist ein hochqualifizierter Trainer, welcher sachlich und menschlich einer der besten der Bundesliga ist. Nun hält er das Geschäft seines Traumjobs nicht mehr aus.

In der Bundesliga wo momentan soviel Bestürzung herrscht wird bald Gras über die Sache gewachsen sein, spätestens wenn die nächste Trainerentlassung ansteht. Schalke wird einen neuen Trainer haben und für den einzig richtigen halten. „The Show must go on“ wird das Motto sein und erst beim nächsten Fall wird die Diskussion wieder aufflammen und die Bestürzung groß sein.

Eine Meinung

  1. Ey die Bundesliga ist so spannend geworden.Ich freu mich auf jeden Freitag, Samstag und wenn dann die Highlights aus der Sportschau vorbei sind freu ich mich schon wieder auf den kommenden Spieltag. :)Ohne Fussball könnt ich nicht leben…gut das es so Portale wie das Fussballverzeichnis ( http://fussballverzeichnis.web44.net ) oder diesen Blog hier gibt.Und ich sag euch noch was, dass mit Ragnick und dem anderen Fussballer gerade.Die Medien versuchen das sofort nur in den Bereich Fussball zu katapultieren. Dabei ist im wahren Berufsleben da draußen jeder dritte von solch einer Phase betroffen!Lieben Gruß

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