Der 23. Bundesliga-Spieltag: Ein Wochenende zwischen Derbyfieber und Vorentscheidungen

War dieser 23. Bundesliga-Spieltag vielleicht richtungsweisend für die Ermittlung des deutschen Fußball-Meisters 2012? Noch am Freitag abend träumte die Borussia aus Mönchengladbach, an die führende Borussia aus Dortmund heranzurücken, nach Punkten sogar gleich zu ziehen. Erstmals in dieser Rückrunde enttäuschten die Gladbacher Spieler jedoch ihre Fans. Gegen den derzeit nur mittelmäßigen Hamburger SV gab es ein gerechtes 1:1-Unentschieden. Die in abseitsverdächtiger Position erzielte Führung durch Mike Hanke glich der frisch gebackene Bundesligaspieler Tolgay Arslan zum Endstand aus. Nun kommt es freilich nicht überraschend, dass dem Team von Lucien Favre auch einmal ein schwächeres Spiel unterläuft. Doch wer so lange darauf warten musste, dass man endlich wieder einmal oben mitmischen kann wie die Gladbacher, dem kann man nicht verdenken, dass er gar zu gern auch bis zum Schluss seine Chance auf den Titel wahrt.

Borussia Dortmund zieht am 23. Bundesliga-Spieltag davon

Verloren ist natürlich noch nichts für Borussia Mönchengladbach, doch die Dortmunder zeigen sich im Moment einfach bärenstark. Gegen das in diesem Jahr noch ungeschlagene und oft hervorragend aufspielende Hannover 96 gab es für die Schwarz-Gelben einen verdienten 3:1-Erfolg. Der BVB stand hinten wieder einmal glänzend und wurde nur durch einen feinen Fernschuss des eingewechselten Didier Ya Konan zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer überwunden. Roman Weidenfeller, dessen direktes Duell mit Gegenüber Ron-Robert Zieler um ein EM-Ticket wohl unentschieden ausging, wurde davon überrascht. Auf der Gegenseite war wieder einmal die Polen-Connection Lewandowski und Blaszczykowski sowie der quirlige Shinji Kagawa für einen wahren Dortmunder Sturmlauf verantwortlich, der ihnen ein klares Chancenplus bescherte. Robert Lewandowski war schließlich einmal mehr Doppeltorschütze. Den dritten Treffer besorgte der eingewechselte Ivan Perisic nach einem cleveren Freistoßtrick in der Nachspielzeit.

Der BVB ist damit an der Spitze enteilt. Höchste Zeit war es daher für den FC Bayern München, seine Form wieder zu finden. Und in der Tat gelang gegen den Mitkonkurrenten FC Schalke 04 nach einer endlich wieder überzeugenden Leistung ein viel zu gering ausgefallener 2:0-Sieg. Überragend war dabei Franck Ribery, der auch beide Treffer erzielte. Trotz dieses mutmachenden Erfolgs liegen die Münchener weiterhin vier Punkte hinter dem derzeit fast unschlagbar erscheinenden BVB. Sogar satte acht Punkte haben nun de Schalker Rückstand. In Gelsenkirchen muss man nach der vierten Niederlage im fünften Spiel gegen eine Spitzenmannschaft wohl endgültig einsehen, was Huub Stevens regelmäßig wiederholt: „Wir sind noch nicht reif für ganz oben“.

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Bayer Leverkusen strebt nach oben

Für die Schalke wird es nun wohl zunächst erst einmal darum gehen, den wichtigen vierten Platz zu verteidigen, der zum Einzug in die Champions-League-Qualifikation berechtigt. Ernsthaftester Gegner ist ab jetzt wohl Bayer Leverkusen. Bald ohne zusätzliche Doppelbelastung durch Europacupspiele zeigte die Mannschaft von Robin Dutt auch beim rheinischen Derby in Köln eine souveräne Leistung und revanchierte sich durch das 2:0 für die schmähliche 1:4-Hinspielniederlage. Doppeltorschütze war Lars Bender.

Dagegen musste Werder Bremen nach der hervorragenden Vorstellung in der Vorwoche beim Hamburger SV einen unerwarteten Rückschlag hinnehmen. Gegen den 1. FC Nürnberg kassierten die Hanseaten eine 0:1-Niederlage. Goldener Torschütze am Samstagabendspiel war in der 65. Minute Alexander Esswein. Zwar waren die Bremer insgesamt die optisch klar überlegene Mannschaft, aber die Franken verteidigten geschickt und ließen nicht viele Gelegenheiten zu. Damit befreien sie sich vielleicht vorentscheidend aus dem Tabellenkeller und gewähren Trainer Dieter Hecking ein sanfteres Ruhekissen.

Erstmals erfolgreich an seiner neuen Wirkungsstätte in Hoffenheim war Markus Babbel, der mit seiner Mannschaft 2:1 beim VfL Wolfsburg gewinnen konnte. Ohne Frage war dieser Sieg auch verdient, zumal dem eingewechselten Stürmer Sven Schipplock zunächst zu Unrecht ein Treffer aberkannt worden war, nachdem Wölfe-Keeper Benaglio einen Ball erst hinter der Linie abgewehrt hatte. Sechs Minuten vor Schluss machte Schipplock diesen Fehler des Schiedsrichters wett und traf ein weiteres Mal zum Sieg. Heimtrainer Felix Magath muss sich erneut vorwerfen lassen, dass sein riesiger Kader kein eingespieltes, aufeinander abgestimmtes Stammteam abwirft. Diesmal überraschte er mit der Verbannung von Top-Torschütze Mario Madzukic auf die Tribüne. Ersatzmann Patrick Helmes traf zwar per Elfmeter zum 1:1-Ausgleich, doch letztendlich reichte das nicht zum Punktgewinn.

Die Rückkehr von Otto Rehhagel am 23. Bundesliga-Spieltag

Im Gegenzug zu Markus Babbel ist der Einstand Otto Rehhagels an seinem neuen Arbeitsplatz bei Hertha BSC gründlich missraten. Im so wichtigen Abstiegsduell mit dem FC Augsburg waren die Berliner zwar in den ersten 30 Minuten die aktivere Mannschaft, doch in der zweiten Hälfte schlugen die Augsburger eiskalt zweimal zu und bestimmten fortan das Geschehen. Matchwinner war Thomas Oehrl als Doppeltorschütze. Zum 3:0-Endstand traf schließlich Marcel Ndjeng. Die Augsburger haben damit plötzlich den Mitaufsteiger Hertha BSC in der Tabelle überholt und finden sich auf dem rettenden 15. Platz wieder.

Noch deftiger als Hertha BSC erwischte es den SC Freiburg und den 1. FC Kaiserslautern. Beide zeigten jeweils in Nachbarschaftsduellen unterirdische Leistungen und liegen nun folgerichtig auf den Plätzen 17 und 18 der Bundesligatabelle. Der SC Freiburg unterlag im Baden-Württemberg-Derby dem VfB Stuttgart mit 1:4. Die Gastgeber konnten damit zum zweiten Mal in Folge einen deutlichen Heimspielerfolg feiern, ihre Fans versöhnen und lassen Trainer Bruno Labbadia erst einmal wieder etwas sicherer im Sattel sitzen. Noch weniger Gegenwehr als Freiburg brachte der 1. FC Kaiserslautern beim Rheinland-Pfalz-Derby in Mainz auf den Rasen. Das 4:0 der Rheinhessen war auch in der Höhe völlig verdient und bringt sie wohl endgültig in ruhiges Fahrwasser. Lautern-Manager Kuntz will zunächst weiterhin an Trainer Kurz festhalten und nimmt die Spieler für die nächsten Wochen in die entscheidende Pflicht, um die Wende zu schaffen.

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