‚Das Spiel des Engels‘: Ein Roman von Carlos Ruiz Zafón

Zafón: Den Vorgänger im Nacken

Carlos Ruiz Zafón hat es wieder einmal geschafft: Mit „Das Spiel des Engels“ nimmt er seinen Leser mit in eine undurchschaubare Geschichte, die sich im Barcelona der 30er Jahre abspielt. Nach seinem Welterfolg „Der Schatten des Windes“, lastete eine enorme Erwartungshaltung auf den Schultern des Autors. Diese Herausforderung hat er aber mit Bravour auf sich genommen. Und das mit literarischem Erfolg.

Im November 2008 auf Deutsch im Verlag S.Fischer publiziert, setzt Zafón mit diesem Roman auf Altbekanntes: Die Geschichte ist mit der des Vorgängers verwoben. Der Ort ist derselbe, Romanfiguren aus „Der Schatten des Windes“ kennen sich. Für Fans des vorherigen Romans, wird die bekannte Szenerie einen positiven Überraschungsmoment haben. Und doch ist alles anders. Anders neu.

Der Lieblingsort des Autors: Barcelona als Quelle des Schreibens.
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Ein falsches Spiel des Engels?

Zum Inhalt: David Martín ist ein ehrgeiziger Jungautor, den es in den Fingern juckt. Er will beruflichen Erfolg und er will ihn schnell. Seine Kriminalgeschichte „Geheimnisse von Barcelona“ feiert bei einer kleinen Zeitung einen beachtlichen Erfolg. Davids Weg ist steinig, dennoch im Verlauf bestätigt. Das Leben des jungen Autors ändert sich schlagartig, als er eine Nachricht vom geheimnisvollen Verleger Andreas Corelli erhält. Er taucht ein in eine Welt, die gar nicht so zu sein scheint, wie seine Wahrnehmung ihm vorgibt.
Als Martín die Zeitung aufgibt, um sich voll und ganz seiner Schriftstellerkarriere zu widmen, ahnt er nichts von dem herannahenden Schatten. Er erkrankt an einem Gehirntumor und sieht dem Tod ins Auge. Und plötzlich tritt Andreas Corelli wieder in Davids Leben. Er bittet den Autor ein Buch für ihn zu schreiben. Doch die Bezahlung für seine Arbeit ist besonders: Corelli verspricht David zu heilen. David willigt ein und die Ereignisse überschlagen sich.

Schauriges aus Barcelona

Schaurige Gruselstimmung, die einen beim Lesen komplett verwirren kann. Phantastisches spanisches Barcelona Epos, der kulturell bedeutsam ist. Der Leser wird an die Hand genommen und irgendwie doch größtenteils allein gelassen. Allein gelassen, wenn die Erzählstrategie des Autors durchschaut werden will. „Das Spiel des Engels“ ist ein würdiger Nachfolger von „Der Schatten des Windes“, verspinnt sich zum Teil aber noch stärker in fantastische Welten, die sich immer noch versuchen an die Realität zu klammern. Der Roman umfasst 720 Seiten und bietet beste Unterhaltung.
Zur Leseprobe.

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