BLUTZBRÜDAZ: Sido und die Sektengang in einem Film

Das „Gangsterrapperkomödiendrama“ (Pressetext) behandelt die Geschichte von Otis (Paul Hartmut Würdig aka Sido) und Eddy (Robert Edward Davis aka B-Tight), die total talentiert sind, aber weder Kontakte noch Geld haben, um ein Demo auf zu nehmen. Aber zum Glück kommt ihnen ihr alter Kumpel Alda (Alper Sendilmen aka Alpa Gun) zu Hilfe und bald winkt auch ein Plattenvertrag mit einem Major Label, aber wir alle wissen ja, dass das Business hart ist und dass nichts umsonst ist.

BLUTZBRÜDAZ von und mit Sido

Natürlich ist das Werk von Paul Hartmut Würdig aka Sido nicht zu vergleichen mit den ähnlich klingenden Filmen mehr oder weniger berühmter Genre-Kollegen, nein, BLUTZBRÜDAZ ist anders. Dafür hat sich Herr Würdig seine ganzen Freunde eingeladen, denn nichts macht mehr Spaß, als ein Film voller Laienschauspieler, wobei, ich will mal fair sein, sie alle haben vorher ordentlich Schauspielunterricht genommen und werden auch von Schauspielern wie etwa Tim Wilde und Milton Welsh unterstützt.
[youtube ni1AEBKX-dk]               Dennoch, alleine die Story lässt nicht gerade Funken überspringen, da das Thema der „Rags to Riches“ Story so übertrieben oft verwendet wurde, dass höchstens eine gut geschriebene Parodie den Karren aus dem Dreck ziehen könnte. Das könnte aber sehr wohl der Fall sein, denn „Komödie“ steht zumindest immer mal wieder in der Filmbeschreibung, weshalb sich nur hoffen lässt, dass man hier eher ein pointiertes Augenzwinkern erwarten kann, als eine egomanische Beweihräucherung einiger Rapper.

BLUTZBRÜDAZ: Die anderen Beteiligten

Man muss sich allerdings fragen, warum Paul Hartmut Würdig aka Sido unbedingt seine Kumpels (inklusive der Sektenmusiker) in das Projekt einbinden wollte, das mutet doch schon sehr nach einer Aktion zur Promotion der Musik an, ganz egal, wie der Film letztendlich aussieht. Es ist ja nichts gegen Vetternwirtschaft ein zu wenden, aber irgendwie befürchte ich, dass es eines der Projekte werden könnte, bei denen die Crew mehr Spaß hat, als letzten Endes der Zuschauer.

Das Drehbuch kommt von Jan Ehlers, der zumindest für Dramaturgie einer Rosa Roth Folge verantwortlich war, sowie Brite und ehemaliger Schauspieler Nick Schofield, der ebenso für Rosa Roth geschrieben hat und derzeit unter Anderem beim Projekt Ali9 als Drehbuchautor beteiligt ist.

Regie führt Özgür Yildirim, der ja unlängst mit „Chiko“ große Preise eingeheimst hat. Aber auch legendäre Regisseure wie der jüngst verstorbene Bernd Eichinger haben sich an Hip Hop Filmen versucht und sind kläglich gescheitert, wobei man Yildirim wohl etwas mehr Vertrautheit mit dem Thema, als auch der Zielgruppe zusichern kann

Fazit:

Da die Dreharbeiten gerade erst begonnen haben, lässt sich natürlich nur über das Endprodukt von BLUTZBRÜDAZ spekulieren, das Vertrauen in Yildirim steht meinerseits und auch Sido, äh, ich meine natürlich Paul Hartmut Würdig kann man zutrauen, dass er sich nicht blamieren möchte und sich daher ordentlich ins Zeug legt. Ich darf allerdings anmerken, dass die Zeiten lange, lange vorbei sind, in denen es ironisch/witzig/clever ist, ein Wort dadurch zu verjüngen, indem man es anstrengend und „street“ schreibt. Was ist so schlimm an „Blutsbrüder“?
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BLUTZBRÜDAZ

Regie: Özgür Yildirim
Land: Deutschland 2012
Darsteller: Sido, Claudia Eisinger, Alwara Höfels,
Genre: Musik, Komödie
Facebook: http://de-de.facebook.com/Blutzbruedaz

Homepage

Kinostart: 29.12.2011.
[youtube X7OrTb31NQ0]

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