Abschied vom Promi-Dinner

Sonntagabends habe ich oft anderes zu tun als fernzusehen. Und wenn ich doch Zeit habe, mich vor die Glotze zu setzen, ist der Tatort normalerweise die erste Adresse. Je nach Ermittler-Team jedoch muss ich manchmal ausweichen – und bin dann in letzter Zeit meistens beim „Perfekten Promi-Dinner“ gelandet. Ähnlich geht es wohl auch vielen anderen Zuschauern, schließlich haben, wie das äußerst schnelle, aber ebenso rechtschreibfehleranfällige Medienmagazin DWDL zu berichten weiß, zuletzt auch die Quoten gestimmt.

Zusätzlich zu dem, was ich am normalen „Perfekten Dinner“ schätze, hat das PPD noch etwas mehr zu bieten. Erstens ist es länger und zweitens hat es – na ja – Promis. Einerseits kann man sich da natürlich wieder so seine Gedanken machen, was bei uns heute so als Promi durchgeht, andererseits sind ja doch immer auch welche dabei, die schon so einiges draufhaben. Besonders interessant in meinen Augen: Wie Promis sich in einer mehr oder weniger, na ja, sagen wir mal natürlichen Umgebung verhalten. Gut, es ist immer eine Kamera dabei, und wer weiß besser als die Professionellen, wie man sich vor einer solchen zu verhalten hat. Trotzdem ist es doch sehr aufschlussreich, wo und wie diese Menschen so wohnen. Da kann man prima sehen, ob sie total abgehoben sind und dekadent durch die Gegend lifestylen oder ob sie wenigstens einigermaßen auf dem Teppich geblieben sind.

So hat mich zum Beispiel Jörg Knör, Kandidat in der letzten Runde, doch angenehm überrascht. Denn wenn einer, dessen Auftauchen mich normalerweise höchstens zum Umschalten bewegt (kein Wunder, wenn man immer auf den Inge-Meysel-Imitator reduziert wird), sich in seiner exklusiven Wohnstätte als charmanter und einigermaßen bescheidener Gastgeber herausstellt, dann ist das doch ganz angenehm anzuschauen. Und dann hat er auch noch einen kleinen Sturz hingelegt, um die Stimmung noch ein wenig aufzuheitern. Apropos Hinlegen: Wer hätte gedacht, dass Georg Ueckers riesiges Bett liebevoll vom TV-Vorzeige-Schwulenpärchen Ernie und Bert vorgeheizt wird?

Und Isabel „Hol mich hier raus“ Varell, die die undankbare Aufgabe hatte, das erste Dinners zu veranstalten und deren Nachtisch so richtig kacke geworden ist, ist scheint’s auch ein ganz liebes Persönchen. Obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass diese umwerfende Liebenswürdigkeit auf Dauer ganz schön auf den Sack gehen kann. Gewonnen hat am Ende Bettina Böttinger, die wohl ziemlich genau so wohnt, wie man es sich bei einer erfolgreichen öffentlich-rechtlichen Moderatorin und Produzentin vorstellt: Großes Haus, Einrichtung qualitativ hochwertig aber schlicht, und als kontrastierender Akzent eine durchgeknallte Designerlampe.

Mal sehen, welche Promi-Konstellationen die Produktionsfirma Granada (“Top Dog”, “Dancing on Ice”, “Let’s Dance”, “Ich bin ein Star…”) in den 30 Folgen der nächsten Staffel, die voraussichtlich im Frühjahr 2007 läuft. so präsentiert. Ich befürchte, dass die Suche nach Promis nicht einfacher wird bzw. bin gespannt, wer da so aus der Mottenkiste geholt wird, da war Lou Bega wohl längst noch nicht das Ende der Fahnenstange. Doch beim Perfekten Dinner ist es gar nicht so wichtig, wie prominent man wirklich ist oder mal war, denn in der eigenen Küche sind wir alle nur Menschen in einer mehr oder weniger natürlichen Umgebung.

7 Meinungen

  1. Man konnte auch schön sehen, welche Promis den Wettbewerb ernst nahmen und sich wirklich Mühe gaben (siehe Sänger Ben), welcher „Star“ sich nur profilieren will (siehe Uwe Fahrenkrog-Petersen, der gleich PR für seine neue Mädels-Band gemacht hat) und wer einfach nur teilnahm um dabei zu sein, aber keine Ahnung vom Kochen hatte (siehe Colin Fernandez, die sich dann auch noch lustig über ihre Mitstreiter machte, die das Promi Dinner ernst nahmen).

  2. Stimmt: Sag mir, wie du kochst und ich sag dir, wer du bist.

  3. Außerdem ist Collien ja noch klein, wo soll die das denn auch gelernt haben.

  4. Hat nicht sogar ihre Mutter beim Kochen geholfen? Naja, es haben sich ja einige Unterstützung geholt, aber das Mörtel und Mausi Lugner selber kochen, wäre wohl zu viel verlangt bzw. würde das wohl niemand essen wollen;)

  5. Promis? Welche Promis?Oder ist heute jeder, der einmal stammelnd im TV probieren durfte, ein Promi?

  6. Eigentlich stinkt Eigenzitat ja, aber: „… kann man sich da natürlich wieder so seine Gedanken machen, was bei uns heute so als Promi durchgeht.“

  7. Super 🙂

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