3faltig: schlechte Story mit guter Besetzung?

In „3faltig“ wird Comedian Christian Tramitz („Jerry Cotton“) einen Teil der Dreifaltigkeit spielen: Der Heilige Geist lebt als Mensch eher dröge vor sich hin, verkauft Devotionalien und arbeitet an einem Musical, das verdächtig nach einem Andrew-Lloyd-Webber-Plagiat klingt.

Kurz vor der Jahreswende besucht ihn Gottes Sohn Christl (Matthias Schweighöfer, „Friendship!“) und eröffnet ihm, dass die Apokalypse kurz bevor steht und die anderen beiden Mitglieder des Dreifaltigkeitskollektivs dafür gestimmt hätten. Hage – so der menschliche Name des Heiligen Geists – versucht nun, Christl davon zu überzeugen, dass die Welt wohl doch besser noch einmal in letzter Minute gerettet werden sollte.

3faltig: apokalyptische Komödie

Ebenso dünn wie diese Story sind die Informationen, die man zu dem Film von Harald Sicheritz bekommt. Knappe drei Monate vor Kinostart gibt es keine weiteren Angaben außer den im oberen Abschnitt genannten, keinen Trailer, keine Interviews oder sonstigen Promotion-Versuche. Lediglich eine aus einem Bild bestehende, österreichische Webseite und ein Facebook-Account künden von „3faltig“, dessen Geschichte wie ein schlechtes Steuerabschreibungsprojekt klingt.

Seit seiner Zeit bei der Bullyparade ist Christian Tramitz nicht unbedingt durch die besten aller Projekte aufgefallen („Tramitz and Friends“ scheiterte grandios an schlechten Witzen und hölzerner Performance und mit „Jerry Cotton“ hat sich niemand einen Gefallen getan), Matthias Schweighöfer wurde in so ziemlich jedem deutschen Film der letzten fünf Jahre besetzt, was ein bisschen zur Überkompensation geführt hat.

[youtube ONY2QYEDp7k]

Comedian Christian Tramitz als Heiliger Geist

Der neue Film könnte sowohl durch blasphemischen Witz brillieren als auch an schlechter Recherche kranken (die Dreifaltigkeit geht ja eben gerade von der Wesens-Einheit aus) – ohne aussagekräftige Quellenlage ist dies schlecht zu beurteilen. „3faltig“ ist für den 25. November 2010 angekündigt, vermutlich muss man sich bis kurz davor gedulden, falls man wirklich mehr darüber wissen will. Die Wahrscheinlichkeit, dass „3faltig“ nur etwas für Hardcore-Fans von Christian Tramitz und Matthias Schweighöfer ist, scheint allerdings aus der jetzigen Perspektive überdimensional groß zu sein.

3Faltig
Regie: Harald Sicheritz
Drehbuch: Christian Tramitz, Hermann Bräuer, Murmel Clausen
Mit: Christian Tramitz, Matthias Schweighöfer, Christian Ulmen, Roland Düringer
Kinostart: 25.11.2010

Weiterführende Links

Zur Homepage des Film: http://www.3faltig.at/

6 Meinungen

  1. Jenun, der Film startet , wie Sie richtig schreiben, am 25.11., also keineswegs „in nur wenigen Wochen“ oder in „knappe[n] drei Monate[n]“, sondern in exakt 14 Wochen. Er könnte natürlich an schlechter Recherche kranken, wie Sie schreiben, allerdings wäre es ein schieres Wunder, wenn er in punkto Nachlässigkeit die Ihre auch nur ansatzweise erreichen würde. Drei verschiedene Starttermine in nur einem Artikel sind doch schon eine steile Vorlage.
    Außerdem würde ich das angebliche „grandiose Scheitern“ von Tramitz & Friends auch noch einmal überdenken, denn drei Staffeln sind, wenn man die „hire and fire“-Politik von Pro7 betrachtet, auf alle Fälle wenigstens in der Mitte der Comedysendungen zu betrachten.
    Dann schreiben Sie:“Knappe drei Monate vor Kinostart gibt es keine weiteren Angaben außer den im oberen Abschnitt genannten, keinen Trailer, keine Interviews oder sonstigen Promotion-Versuche“, obwohl auf der Facebook.-Seite des Films zwei Trailer zu finden sind. Lügen Sie absichtlich? Auf der Startseite von Germanblogs steht der Claim „Wo Wissen Meinung macht“. Sie haben keinerlei Wissen, versuchen aber, Meinung zu machen. Ich hoffe, Sie haben die handelsübliche Gage für Ihr tönernes Kartenhaus auf sandigem Boden bekommen.

  2. ChristophHoeveler

    Lieber Pospich,

    über eine Zeitauffassung kann man sicherlich auch im rhetorischen Sinne geteilter Meinung sein und ebenso in der Bewertung von Erfolg und Gelingen.
    Sie können sich derweil sicher sein – unabhängig der kritischen Meinungsäusserung -, dass die Quellenlage zu dem Film zur Zeit des Verfassens des Textes ausgesprochen dünn war. Wobei… in der Tat habe ich einen Fernsehspot von TV Berlin unterschlagen, der nur schwer zu finden war und nicht bei YouTube oder ähnlichem stand. Dieser Kurzbericht ging sogar noch schärfer mit dem Projekt von Christian Tramitz und Matthias Schweighöfer ins Gericht. Und der nun nach der Recherche online gestellte Trailer auf Facebook mag mich noch immer nicht überzeugen.
    Ich wünsche Ihnen aber viel Spaß im Kino, wenn „3Faltig“ anläuft – und wenn Sie möchten, können Sie dann ja hier in den Kommentaren noch einmal Ihre eigene Einschätzung posten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christoph Hoeveler

  3. Lieber Herr Hoeveler,
    sie können sicher sein, dass ich, sollte der Film tatsächlich meinen Erwartungen nicht entsprechen, Ihnen zu Ihrer vorauseilenden Einschätzung gratulieren werde. Einstweilen halte ich es aber doch lieber mit dem guten alten „mal abwarten“, ganz im Gegensatz zu Frau Topolski von tvBerlin, deren Zitat
    „…dann merkt man, dass da Profis am Werk sind, die sich charmant und humorvoll um die Journalisten der Film- und Fernsehpresse kümmern, damit der Film möglichst viel Aufmerksamkeit bekommt. In Deutschland geraten solche Termine schon mal zu drittklassigen Rheumadecken-Verkaufsveranstaltungen.“
    ja schon alles über das Motiv ihres Berichtes aussagt: Hier erbricht eine Provinzreportertin offensichtlich ihren Ärger darüber, ihrer Meinung nach beim offiziellen Pressetermin nicht adäquat behandelt worden zu sein. Wenn Büffetjournalismus die Basis für substanzielle Filmkritik bilden soll, bin ich aus dem Thema raus. Wünsche Ihnen und der Kollegin aber noch viel Spaß beim unfundierten Rummeinen.

  4. Ich habe den Film im Testscreening gesehen und danach diesen Bericht gelesen. Nun… ich finde den Film genial und es gelinde gesagt ein Unding einen Film, von dem man wie sie selbst sagen wenig bis gar keine Info hat, so zu verunglimpfen. Das spricht nicht gerade für eine seriöse Website!

  5. Ich kann mich den vorherigen Meinungen nur anschließen! Herr Hoeveler schämen sie sich! Nichts wissen, aber dumm daher reden! Ich habe den Film vor zwei Wochen in Österreich gesehen und er war grandios! Trockener, böser Witz ist im Kino leider allzu selten vertreten! Das Publikum war begeistert! Wenn der Film auf DVD rauskommt werde ich mir sofort ein Exemplar sichern! Schade, dass deutsche Filme durch Kritiker wie sie, oft schon im Keim erstickt werden!

  6. Sehr geehrter Autor,

    dieser Artikel ist eine bodenlose Frechheit!!! Wie können Sie einem Film eine schlechte bzw dünne Story vorwerfen, wenn Sie ihn noch nicht einmal gesehen haben?!
    Lediglich ist Ihre Eitelkeit verletzt worden, da der Film Ihnen und Ihren Kollegen noch nicht vorgestellt wurde!
    Genauso war es auch bei Keinohrhase!!
    Sie sind nicht tragbar für Ihre Berufsgruppe! Ein solcher Verriss ist ebenfalls, wenn, nur dann ok, sollten Sie den Film schon gesehen haben.

    Ich bitte Sie im Interesse der glaubwürdigkeit Ihrer Kollegen, den Beruf zu wechseln.

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