Venezuela ? Willkommen im Kreis der Diktaturen!!

Und er will einiges. Er will nichts weniger als den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts". Ein Blick in die Geschichtsbücher lehrt, dass dieses Experiment schon im 20. Jahrhundert nicht glückte und Not, Elend und Leid über die betroffenen menschlichen Versuchkaninchen brachte. Doch Chavez, inspiriert von Fidel Castro, will dies offenbar nicht wahrhaben.

Mitte dieser Woche lies sich Chavez vom Parlament, in dem seit dem Boykott der Parlamentswahlen 2005 durch die Opposition ausschließlich Chavez Anhänger vertreten sind, umfangreiche Sondervollmachten für die nächsten 18 Monate ausstellen

Das so genannte „enabling law" (deutsch: Ermächtigungsgesetz) soll dem Chavez-treuen Parlamentsvize Roberto Hernandez zufolge dazu dienen, die gravierenden Probleme Venezuelas zu lösen. Zweifelsohne gibt es davon einige. Allerdings wird dadurch der Bock zum Gärtner gemacht, denn die meisten Probleme des Landes wurden durch Chavez Herrschaft noch verschärft. 

Trotz sprudelnder Ölquellen und entsprechender Einnahmen aus dem Ölexport, stagniert die Wirtschaft seit Jahren. Konzerne und Unternehmer befürchten die Rechtsunsicherheit, die unter Chavez herrscht. Was heute noch Privateigentum ist, kann schon morgen verstaatlichet werden. Ohne Entschädigung. Das in solch einem Klima niemand investiert, verwundert nicht.

Ebenso wenig verwunderlich ist denn auch, dass das Bruttosozialprodukt pro Kopf zwischen 1997 und 2003 in Venezuela um sagenhafte 45% schrumpfte. Seit 1998 ist übrigens Hugo Chavez Präsident. 

Auch sein Versprechen, den Armen zu helfen, konnte er nicht einlösen. Zwischen 1998 und 2004 stieg die Zahl der Haushalte die in extremer Armut leben um 4,5%. Aber Herr Chavez hat dennoch Zeit und vor allem Geld, sich seinen ideologischen Kreuzzügen zuzuwenden. Experten schätzen das er mittlerweile 20 Milliarden (!!) US Dollar an befreundete Regierungen der Regionen vergeben hat. 20 Milliarden!

Berücksichtigt man all diese Fakten, kann man Chavez Aussage, Venezuela in ein sozialistisches Land transformieren zu wollen, ausschließlich als Drohung gegen das eigene Volk verstehen. Aber darin haben (vorgeblich) sozialistische Herrscher ja Erfahrung. Um alle Weltenläufe waren sie besorgt, nur das eigene Volk wurde bis aufs letzte drangsaliert, unterdrückt und ausgebeutet. 

Bleibt nur zu hoffen, dass dem Sozialismus in Venezuela ein nur kurzes Leben beschieden sein wird.

17 Meinungen

  1. Sorry, aber dieser Text strotzt nur so von Fehlern.Mal abgesehen davon, dass „nahezu tun und lassen was er will“ übertrieben ist, denn das Gesetz hat durchaus feste Grenzen:1. „Seit 1998 ist übrigens Hugo Chavez Präsident.“ Falsch, er ist seit Februar 1999 im Amt.2. „um 45% schrumpfte“ und FolgendesGut gebrüllt Löwe, nur warum die Zahlen aus seiner Anfangszeit genommen (und sogar noch die 2 Jahre vor seiner Amtszeit), wo es auch noch einen Militärputschversuch (der der Wirtschaft stark zusetzte) gegen ihn gab, statt die aktuellen Zahlen?Entweder sie sind nicht auf dem Laufenden, oder Entschuldigung, sie wollen manipulieren.Denn seit einigen Jahren befindet sich Venezuela im Aufschwung (jeweils über 10% Wachstum, welcher sich auch breit im Reichtum beim Volk bemerkbar macht). Problem ist weiterhin die Inflation, ansonsten ist der Aufschwung für das Volk objektiv kaum anzuzweifeln.Siehe für aktuelle Daten z.B.http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=2202http://www.venezuelanalysis.com/news.php?newsno=2113

  2. „1. „Seit 1998 ist übrigens Hugo Chavez Präsident.“Falsch, er ist seit Februar 1999 im Amt.“ Er wurde aber 1998 gewählt, die Rechtsunsicherheit dürfte damit eingesetzt haben. Sonst hast du Recht, das Amt übernahm er offiziell 1999.-Die Links die du zur Untermalung deiner Zahlen nutzt sind doch Regierungspropaganda /Regierungsinformationen oder Artikel von Leuten die der Regierung zumindest ideologisch nahe stehen. Wie erklärst du dir sonst, dass einem Herr Chavez schon vom Banner entgegenlacht?? Unabhängige Informationen sehen anders aus.-Und, na klar hat das Gesetz Grenzen. Wäre ja auch zu offensichtlich einfach alle Macht auf einmal an sich zu reissen. Deswegen wird es noch ein wenig dauern bis sich die volle Macht des Gesetzes entfaltet.Schauen sie in diesen Kommentar, da haben sie Informationen aus erster Hand.

  3. „Wie erklärst du dir sonst, dass einem Herr Chavez schon vom Banner entgegenlacht?? Unabhängige Informationen sehen anders aus.“Also wirklich, ein Diskussionsniveau ist das nicht, anstatt schnell abzublocken hättest du es dir ruhig durchlesen können.Wo soll die Seite Propaganda sein? Es ist eine unabhängige Nachrichtenseite (die gut verwendbar ist, weil auf englisch, ich könnte auch spanische links posten, aber das wäre wahrscheinlich nicht hilfreich). Der Banner bildet Bilder aus Venezuela ab, u.a. auch Chavez vor einem Rednerpult (übrigens nicht lachend). Soll das etwas ungewöhnlich bei einer venezolanischen Nachrichtenseite sein??Die Fakten kannst du übrigens auch woanders nachlesen (nur welche deutsch/englische Seite informiert sonst noch so ausführlich? Ich suche extra die umfassendste nicht-spanische Nachrichtenquelle heraus und dann wird sich darüber beschwert, weil doch tatsächlich Bilder aus Venezuelas Politik dort seien. Was soll ich dazu nun sagen?).Selbst auf der Seite vom Auswärtigen Amt kannst du die Daten über Venezuela nachlesen.“Wäre ja auch zu offensichtlich einfach alle Macht auf einmal an sich zu reissen. Deswegen wird es noch ein wenig dauern bis sich die volle Macht des Gesetzes entfaltet.“Das mag sein, ist aber nunmal zu 100% eine Spekulation von dir und kein Fakt. Fakt ist das dieses Gesetz keine diktatorischen Befugnisse gibt. Die Zukunft wird sich zeigen.

  4. Noch etwas:Ich finde den Aufschwung der letzten Jahre dort durchaus erfreulich, weil es wesentlich dem Volk zu Gute kommt, u.a. durch eine großes Alphabetisierungsprogramm (bereits mit Erfolg). Das muss man nicht zwangshaft versuchen schlecht zu reden, nur weil einem Chavez politische Richtung nicht behagt.Ob Chavez in der Zukunft zum Caudillo wird, muss sich zeigen. Allerdings ist die demokratische Basisstruktur in Venezuela durchaus stark. Selbst falls er es eines Tages versuchen sollte, bin ich zuversichtlich dass ein Diktator chancenlos wäre (und dafür hat Chavez btw. indirekt selber gesorgt, ob bewusst oder nicht, indem er den Armen ermöglichte an der politischen Willensbildung teilzunehmen).

  5. Der Autor dieses Textes klingt, als hätte er viel zu verlieren.Ich habe in meinem Blog mal eine „Gegenrede“ zu dem Artikel veröffentlich, einfach dem Link folgen.

  6. @Daniel:Danke für die interessante Sammlung an aktuelleren Daten, ich war vorhin etwas zu bequem sie extra nochmal rauszusuchen (vorhanden sind sie aber wie du u.a. anhand der Zeit aufzeigst). Nun brauche ich es nicht mehr nachzuholen :).

  7. Ich kann nicht viel dazu sagen, da ich mich mit der Thematik Venezula nicht auskenne, nur möchte ich doch was dazu sagen:Nämlich die Empörung über ein anderes poltiisches System kommt mir immer etwas befremdlich vor, weilviele auch nicht wahrhaben wollen, das der Kapitalismus, in dem wir leben, unter den Denkmantel der Demokratie, weltweit Not, Elend und Leid über die betroffenen menschlichen Versuchkaninchen brachte und auch noch bringen wird… und alle schauen weg!

  8. @Martinguter Beitrag!@DanielAlso ich habe mir mal den Beitrag im „Roten Blog“ durchgelesen und da fällt einem ja ein Ei aus der Hose!Chavez ist ein Blender!Es gibt genügend Berichte über Regimekritiker, die in deinem Weltbild ja alle nur böse „Kapitalisten“ sind, die nach dem Öl gieren…Wer sich in Venezuela nicht beugt oder zumindest schweigt, der hat verloren.Und wenn du auch noch fragst, in welchem südamerikanischen und afrikanischen Ländern es Sozialismus gibt, dann ist das ziemlich lächerlich.Ob ich Sozialismus nun offiziell in mein Parteiprogramm schreibe oder nicht, wenn ich Unternehmen oder Farmer enteigne, so wie das in Südamerika und Afrika Mode ist, dann ist das Sozialismus.Die Auswirkungen wird man in Venezuela und Bolivien ebenso schnell sehen, wie im Ostblock oder auch Simbabwe.

  9. moechte mal gerne wissen ob einer von euch in venezuela lebt, die veraenderungen live erlebt ,das staatliche fernsehprogramm sieht, und die mentalitaet kennt.

  10. Also ich für meinen Teil lebe nicht in Venezuela. Für die anderen Kommentatoren kann ich nicht sprechen, vermute aber mal das sie auch eher in Mitteleuropa zu Hause sind. Ich denke man kann sich aber trotzdem ein Bild von der Lage in Venezuela machen, auch wenn man nicht direkt vor Ort ist.

  11. ich lebe in venezuela, kenne die mentalitaet, erlebe die veraenderungen live und sehe ab und zu das staatliche fernsehen (gehirnwaesche fuers volk, von morgens bis abend politprogramm, immer der gleiche leierkasten). an kritiker, deine nachrichtenquelle ( mit dem gleichen banner gibts auch eine auf deutsch) sind saemtliche links vom staatlichen fernsehen/radio/zeitung, bezweifle das diese seite neutral oder unabhaengig ist.ab und zu gucke ich noch nachrichten oder lese die zeitung und bin deshalb nicht mehr auf dem laufenden, habe keine lust mehr, mich nervlich aufzureiben, das land ist tief gespalten und man wartet ab, was als naechstes kommt,den eine oposition ist nicht mehr vorhanden.ich kann nur unterstreichen was du schreibst, in der firma meines mannes wurden saemtliche investitionen gesrtichen, viele firmen sind gegangen oder mussten ihre tuere schliessen. es wurden nicht nur grossgrundbesitzer enteignet, sondern auch zwei private flughaefen, den privaten kliniken und den privatschulen wird mit dem gleichen gedroht. es ist einfacher, billiger und schneller eine fertige struktur zu uebernehmen, als selbst aufzubauen. zur zeit arbeiten sie an der schulreform, die revolutionierung der schule, was die im einzeln beeinhaltet darueber herscht groesstes geheimnis. nur soviel, die formung des neuen menschen.aufschwung? wo? das einzige was boomt ist der bausektor und der autoverkauf, dank billiger kredite und weil der devisentausch unter strafe steht. devisen sind nur noch einmal im jahr fuer reisen (400$ bar, 4000$ kreditkarte) erhaeltlich oder fuer firmen ueber CADIVI.in zukunft sollen nur noch dollar bewilligt werden, fuer „materia prima“, was zur herstellung benoetigt wird oder fuer solches was im land nicht hergestellt wird oder kann. groszuegige staatliche kredite werden auch an die cooperativas gegeben, zum aufbau der propiedad kommunal, wobei sie den ueberblick verloren haben und viele das geld anderseitig verwenden und die kredite nicht zurueckzahlen. billiger kann man nicht an geld kommen. einem fersehsender wird die lizenz nicht verlaengert und wird ab mai nicht mehr austrahlen duerfen, die anderen sender sind gemaessigter geworden. Es ist nur eine frage der zeit, das auch sie und private zeitungsverleger nicht mehr senden oder schreiben duerfen. schon vor einiger zeit hat man ihnen gedroht und wenn chavez droht, setzt er das durch. ganz legal und demokratisch, zur not muessen die gesetze geaendert werden oder es werden steuerschulden gesucht (war das nicht auch in der ddr).waehrend die grundnahrungsmittelpreise festgelegt werden, arbeiter per gesetzt nicht entlassen werden duerfen, die dollar nur spaerlich fliessen, die inflation immer noch hoch ist, die betriebskosten steigen und die loehne per dekret angehoben werden , werden die privaten landwirtschaftlichen betriebe langsam aber sicher zur aufgabe gezwungen. das gleiche gilt auch fuer die privaten firmen. die regierung uebernimmt dann. keine frage, in diesem land musste sich was aendern, die misiones will ich auch gar nicht schlecht machen, obwohl vieles nur theroretisch auf dem papier ist, nur wird ein extrem gegen ein anderes ausgetauscht.

  12. @ mDanke für die eindrucksvolle Schilderung der Lage vor Ort!!!!

  13. Nur eine Sache kann ich über Venezuela sagen, bis 1999 konnte jeder im Land das sagen was man für Richtig hielt, es gab z.B. immer Witze über die Präsidenten, es gab einfach freie Meinung, und keine Konsequenzen wie in Kuba… Die Kubaner zahlen einen zu hohen Preis… soziale Probleme kann im Rahmen einer Demokratie lösen, ohne weiteres….Demoktatie hat nichts zu tuen mit dem Wirtschaftssystem, Demokratie ist einfach freie Meinung… nichts mehr….Man kann sagen daß Copei und AD Fehlern gemacht haben, keine Frage, aber diese Parteien haben mir NIE gesagt, was ich zu denken habe, sie waren zwar korrupt aber es waren keine Diktatoren, und jetzt kommt der Chavez und liiert sich mit Castro, und produziert POLITISCHE PROBLEME (was Neues in YV); Chavez löst keine Probleme….. Er hat Venezuela geteilt, versprich unmögliches und noch ist er altmodisch….Ich bin ein Kind der venezolanischen Demokratie…. und ich bin stolz dazu.saludos a<Ich kann nicht viel dazu sagen, da ich mich mit der <Thematik Venezula nicht auskenne, nur möchte ich <doch was dazu sagen:<Nämlich die Empörung über ein anderes poltiisches <System kommt mir immer etwas befremdlich vor, weil<viele auch nicht wahrhaben wollen, das der <Kapitalismus, in dem wir leben, unter den <Denkmantel der Demokratie, weltweit Not, Elend und <Leid über die betroffenen menschlichen <Versuchkaninchen brachte und auch noch bringen <wird… und alle schauen weg!

  14. Ich bin gerade aus Venezuela und Kolumbien zurück. Ich kenne und schätze die Venezolanische Verfassung und wollte sehen, was sich in der Realität tut. Ich habe einige Artikel zu meiner Reise in einem Blog veröffentlicht. Wer sich also eine etwas differenziertere Meinung über Venezuela bilden will als dies der Autor dieses Artikels im angeblich „absolut demokratischen“ Blog tat, ist herzlich eingeladen. Und Martin Kulik möge sich einmal die Venezolanische Verfassung anschauen damit auch er versteht, was Demokratie sein könnte.

  15. maya de el Tirano

    chavez ist kein diktator. ich habe selbst mehr als 10 jahre in Venezuela, davon mehr als 2 unter der Regierung chavez.
    leider wird in den westlich orientierten Medien sehr viel Unwahres berichtet.
    In folgendem blog kann man mehr über die wirklichen Zustände in Venezuela erfahren
    http://ab-nach-venezuela.blog.de/
    ich freue mich auf Besucher und bin gerne bereit auch Fragen zu beantworten !
    Maya

  16. @subhash:
    ja, die verfassung venezuelas von 1999 kann durchaus als eine der fortschrittlichsten des kontinents angesehen werden.
    leider ist die regierung – seit dem 15. februar 2009 auf breiter front – im begriff, die vorgaben und schranken der verfassung zu ignorieren, da sie offenbar der umstrukturierung der republik hin zu einem „socialismo del siglo XXI“ nicht förderlich sind. die systematische besetzung sämtlicher schlüsselposten mit getreuen und die (verfassungswidrige) aufhebung zahlreicher bundesstaatlicher kompetenzen und gesetzeswidrigen konfiskationen sind der aufrechterhaltung des geistes des obersten gesetzes nicht gerade dienlich.

    @wirtschaftsaufschwung unter chávez
    die lage der volkswirtschaft hat sich in den letzten jahren nicht verbessert, sondern zugespitzt. das regime chávez hatte in den vergangenen 10 jahren dank steigenden ölpreisen eine fülle an mitteln zur verfügung, wie sie zuvor noch nie in der geschichte des landes verzeichnet wurden. jetzt, nach abwärtskorrektur des erdölpreises schrumpfen die einnahmen und die nation leidet unter den folgen. es fehlt plözlich geld für die grundlegendsten dinge (instandhaltund der erdölförderindustrie, devisenreserven, löhne und gehälter des öffentl. sektors usw.). zwar hat das regime in der vergangenheit allerlei projekte und „misiones“ angeschoben, nachhaltigkeit haben diese maßnahmen leider nicht entfaltet.
    vzla ist u. a. dank angeheizter inflation, einer äusserst ungünstigen wechselkurspolitik, ineffizienz von staatsunternehmen, fehlen von geeigneten kontrollmechanismen (v.a. für staatliches und staatsunternehmerisches handeln ), einer fixierung auf erdöl bei vernachlässigung restlicher sektoren und dubiosen subventionen anderer staaten wirtschaftlich nicht nur eingeschränkt leistungsfähig, sondern auch extrem abhängig von der wette auf steigende ölpreise.

    die vom BCV veröffentlichten statistiken vermitteln den eindruck, als sei die (extreme) armut in vzla bis zuletzt deutlich gesunken. hierzu muss aber unbedingt hinzugefügt werden, dass gleichzeitg die methodik der messung und darstellung entsprechend (günstig) geändert wurde! auf die zahlen schauen reicht nicht, man sollte auch dahintersehen.

    unter http://republicadelpetroleo.blogspot.com/finden sich beiträge zu ausgewählten themen aus vzlas politik und wirtschaft.

    saludos

  17. Hellmut Kohlsdorf

    Ich lebe in Deutschland seit 1976, bin aber in Südamerika geboren und aufgewachsen. Ich schaue mir regelmäßig das venezolnische Fernsehen über Satellit an, da ich freude daran habe direkt etwas über Südamerika aus der Sicht vor Ort mitzubekommen. Ganz klar, die Machart der Fernsehnachrichten und Berichte erinnern sehr stark an altes DDR Fernsehen. So kann man man mit dem „lesen“ zwischen den Zeilen viel erfahren.

    Venezuela und auch Bolivien waren krasse Beispiele für besonders negativ regierte Länder. Man muss sich vorstellen das man Eier importieren musste da man sie im Lande nicht ausreichend bekam! Man kann also sagen dass die alten Elitendurch ihre Unfähigkeit, ihren Egoismus uns ihre korrupte Handlungsweise maßgeblich für das was heute besteht veantwortlich sind.

    Traurig ist im Fal von Venezuela das eigentlich einzelne Zielsetzungen sehr erstrebenswert sind, wie z. B. das Alba, das die seit denzeiten der Libertadores ersehnte Integration Lateinamerikas anstrebt. Erstrebenswert ist auch was Evo in Bolivien mit der Gleichsetzung der Volksgruppen betreibt. Ich habe fast 2 Jahre in Perú gelebt und gesehen wie erbärmlich die Lebensumstände der indianischen Bevölkerung ist.

    Aber so ist es leider, das Pendel neigt dazu in das andere Extrem zu verfallen. Positiv ist dagegen die Entwicklung in Brasilien, wo mehr Sachlichkeit besteht.

    Um die ganze Problematik in Lateinamerika zu verstehen muss man auch aus historischer Perspektive das handeln der USA in die Gleichung einbeziehen. bei meiner starken Affinität zu Kolumbien möchte ich als beispiel nur die Absplitterung Panamas von Kolumbien als eines von vielen Beispielen heranziehen. Hier sind die USA gank klar die Drahtzieher.

    Trotzdem darf man die USA nicht verteufeln. Das Handeln der USA in Lateinamerika war dem Rollenverständnis des 19. Jahrhunderts bis zuletzt auch vom jungen Busch als Präsident geprägt. Lateinamerika war „ihr“ Hinterland. Das entschuldigt nicht, es erklärt aber vieles. es erklärt z. B. auch warum Chavez in den USA, dem Imperio, zurecht seinen Feind sieht. Noch zu Buschs Zeit wären die engen Verbindungen zu Cuba hinreichender Grund für eine Intervention gewesen. Chavez existiert deshalb noch, weil ein Obama auf diese Mittel nicht mehr zurückgreift.

    Das Thema ist zu komplex um hier auch nur annähernd angemessen Stellung zu beziehen, daher nur die genannten Stichpunkte!

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