Flucht aus Afghanistan: Über 100 Menschen bei zweitem Bundeswehr-Flug evakuiert

Nachdem in der Nacht zum Dienstag ein erster Transporter der Bundesluftwaffe zunächst mit nur sieben Menschen an Bord den ersten Rettungsflug Richtung Kabul und zurück durchgeführt hatte, ist nun ein zweites Flugzeug mit mehr als hundert Personen sicher in der usbekischen Stadt Taschkent gelandet.

 Sollte sich die Situation weiter stabilisieren, ist eine Luftbrücke mit regelmäßigen Flügen geplant.

Lage am Flughafen Kabul stabilisiert sich scheinbar

Ein Bundeswehr-Airbus A400M hat am Dienstagnachmittag ist am Richtung Kabul gestartet und mit 125 Menschen wieder in Taschkent gelandet. An Bord befanden sich Deutsche Staatsbürger, Bürger aus Nato-Partnerstaaten und einige afghanische Hilfskräfte, die es zum gesicherten Teil des Flughafens geschafft haben. Alle insgesamt 132 Geretteten sollen noch in der Nacht zum Mittwoch mit Maschinen der Lufthansa zum Flughafen Frankfurt geflogen werden.

Laut Außenminister Heiko Maas (SPD) wird zurzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, dass im Laufe des Tages weitere Evakuierungsflüge stattfinden und noch mehr Menschen aus Kabul in Sicherheit gebracht werden.

Zurzeit halten sich schätzungsweise noch 100 Deutsche im militärisch gesicherten Teil des Kabuler Flughafens auf. Die Lage am Flughafen hat sich stabilisiert, so Maas. Allerdings würden die dort sichernden Soldaten und andere Einsatzkräfte unter schwierigsten Bedingungen arbeiten.

Kramp-Karrenbauer: Es sollen so viel wie möglich mitgenommen werden

Laut Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist der Auftrag an die eingesetzten Kräfte der Bundeswehr, so viele Menschen wie möglich auszufliegen. Es soll buchstäblich alles mitgenommen werden, was in die Maschinen passt.

Zudem sagte Kramp-Karrenbauer, dass der erste Flug am Montagabend hauptsächlich dazu diente, die Fallschirmjäger zum Flughafen Kabul zu bringen. Sie sollen zusammen mit US-Kräften dort die Abfertigung weiterer Flüge absichern. Deshalb seien mit der ersten Maschine auch so wenig Menschen zurückgekommen.

Ziel ist es, im günstigsten Fall eine echte Luftbrücke von Kabul nach Taschkent zu etablieren, so Kramp-Karrenbauer. Dafür sei zunächst ein Shuttle-Service mit zwei Maschinen geplant. Sollte in Abstimmung mit der US-Regierung eine dauerhafte Luftbrücke entstehen, würden die Transportkapazitäten ausgeweitet.

Weiterer Flug geplant

Am Dienstagabend ist die Luftwaffe erneut zu einem Evakuierungsflug nach Kabul gestartet. Wie Außenminister Maas am frühen Abend mitteilte, sollen 180 Menschen ausgeflogen werden, die sich bereits auf dem Flughafen befinden. Bei ihnen handelt es sich um Deutsche sowie andere Staatsangehörige.

Laut dem Außenminister gibt es am Flughafen in Kabul zurzeit eine Art Schleuse: Die Taliban würden allerdings nur ausländische Staatsbürger durchlassen, Afghanen und Ex-Ortskräfte der Bundeswehr kommen dort nicht durch. Zusammen mit den USA würde nun an einer alternativen Lösung gearbeitet, um die Ortskräfte zu evakuieren.

Bildnachweis: Pixabay, 5020700, Ronald Kötz

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