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    Start » Wirtschaftsklima: Aktuelle Ifo-Umfrage zeugt von Pessimismus
    Krisen & Konflikte

    Wirtschaftsklima: Aktuelle Ifo-Umfrage zeugt von Pessimismus

    11. November 20192 Minuten Lesezeit

    Globale Abkühlung? Das Weltwirtschaftsklima wird von der Sorge um einen Abschwung geprägt. Laut einer aktuellen Ifo-Umfrage sehen Ökonomen pessimistisch in die nahe Zukunft.

    Ifo-Index auf dem tiefsten Stand seit 2009

    Trübe Zeiten für die Weltwirtschaft – das sagt der aktuelle Ifo World Economic Survey voraus. Der regelmäßig vom Münchener Ifo-Institut erhobene Index fiel von minus 10,1 auf minus 18,8 Punkte, das ist der tiefste Stand seit zehn Jahren. Befragt wurden 1.230 Wirtschaftsexperten aus 117 Ländern.

    Besonders in den Schwellenländern Asiens ist der Optimismus getrübt, aber auch in großen Volkswirtschaften wie den USA. Laut Umfrage erwarten Wirtschaftsökonomen weltweit weniger Investitionen, einen Rückgang des privaten Konsums sowie eine Schwächung des Welthandels.

    Wirtschaftsklima in Europa kühlt sich ab

    Die vom Ifo-Institut befragten Experten schätzen auch die wirtschaftliche Lage in Europa kritisch ein. Demzufolge fiel das wirtschaftliche Klima in Deutschland, Finnland, Österreich und Spanien weiter ab – signifikanter als im vorigen Quartal. In Frankreich und Belgien hingegen veränderte sich das ökonomische Klima kaum. Optimistischer gaben sich die Experten aus Italien – allerdings von einem sehr niedrigen nationalen Niveau ausgehend.

    Anhaltende Brexit-Debatte trübt die Stimmung

    Als Hauptgründe für die grauen Wolken am wirtschaftlichen Horizont nennen die Verfasser des Ifo-Surveys schwelende Handelskonflikte sowie den Brexit.

    Wie sehr der langwierige Austritt Großbritanniens aus der EU das Wirtschaftsklima belastet, zeigt die Entwicklung der deutsch-britischen Handelsbeziehungen. Sie brachen im Zeitraum von April bis August 2019 um 9,2 Prozent ein.

    Bei den Importen nach Großbritannien zeigt sich das ganz konkret: Die Exporte im ersten Quartal schlugen bis zum ersten verfehlten Brexit Termin am 29.03.2019 noch mit einem Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Das lag daran, dass britische Unternehmen vor dem Austritt ihre Lager auffüllten – auch mit deutschen Produkten.

    Im Zeitraum bis zum zweiten Brexit-Termin am 31. Oktober dieses Jahres begann das Klima zu kippen: Die Bedrohung durch einen No-Deal-Brexit sowie das eingetrübte Wirtschaftsklima auf der Insel bremsten den Konsum und die Investitionsfreude britischer Unternehmer nachhaltig ab.

    Auch das wichtigste deutsche Importgut nach Großbritannien musste im Zuge dieser Entwicklung Federn lassen: Das Auto. Es ist mit 20 Prozent Anteil immer noch das wichtigste Einfuhrprodukt, aber in den ersten acht Monaten des Jahres ging der Import um nominal etwa zehn Prozent zurück – seit April waren es sogar 14 Prozent.

    Bildnachweis: Pixabay, 3109757, Tama66

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