Wie jetzt, Abstiegskampf?

Denn Bielefeld und Frankfurt müssen sich erst noch an den Gedanken gewöhnen, in der nächsten Saison zweitklassigen Fußball zu spielen. Zwar war weder in Ostwestfalen, noch in Hessen jemand so vermessen, von höheren Ambitionen zu reden. Aber, dass man sich noch ernsthaft in Gefahr geben würde, abzusteigen- das hätte wohl keiner der Verantwortlichen vermutet. Und das durchaus mit Recht. Denn, dass beide Teams in der Hinrundentabelle die Plätze acht (Bielefeld) und zehn (Frankfurt) belegten, war kein Zufall. Bielefeld etwa gefiel durch eine Mannschaft, die eine gemeinsame Idee vom Spiel hatte, die es verstand, einen Gegener, der sich allzu weit an ihr Tor heranwagte, in die Enge zu treiben, ja zu umzingeln. War der Ball erobert, ging es im Eiltempo auf in Richtung gegnerisches Tor. Davon war in der Rückrunde jedoch noch nichts zu sehen. Die Heimspiele gegen Hamburg und Bochum waren fußballerische Offenbarungseide. Die gemeinsame Idee, die jedem einzelnen Selbstvertrauen gegeben hatte, ist verflogen. Gegentore fallen durch individuelle Fehler und nach Rückständen fehlen der Mannschaft derzeit erstens die spielerischen Mittel und zweitens der Glaube an die eigene Stärke.

Bei der Eintracht werden sie das späte Eintreffen der Krise ähnlich verfluchen. Doch woran soll man den Absturz auf Platz 17 konkret festmachen? Wer den gestrigen Auftritt gegen Hamburg gesehen hat, weiß: Sie schießen, gemessen an ihren Chancen, bei weitem zu wenig Tore. Zwar sind sechs Treffer in sechs Spielen nicht schlecht. Aber hätten Kyrgiakos und Meier nicht slapstickhaft freistehend vergeben, hätten sie das Spiel gewonnen. Da kommt es eher ironisch daher, dass der einstige Chancenmörder Takahara mit acht Treffern Frankfurts bester Toschütze ist. Gleichzeitig stellt die SG mit 14 Gegentoren die schwächste Defensive der Liga. Eine ungesunde Mischung. 

Doch der größte Nachteil des vor- und vorvorletzten der Bundesliga ist in meinen Augen das fehlende Bewusstsein für die Prekarität der Situation. Das haben ihnen alle anderen Mannschaften, die um den Klassenerhalt spielen, voraus. In Mainz, Bochum und Hamburg weiß man schon längst, um was es geht. Entsprechend wurde der Situation Rechnung getragen: Bochum hat sich mit Epalle und Yahia gut verstärkt, Mainz siegt sich von Spieltag zu Spieltag zu Spieltag Dank der Ex-Bremer Zidane und Andreasen und nach Hamburg ist zusammen mit dem neuen Trainer Huub Stevens das Glück zurückgekehrt. Weder in Bielefeld noch in Frankfurt haben sie jetzt noch viele Möglichkeiten auf die ungeahnte Problematik zu reagieren. Der Transfermarkt ist geschlossen. Auch das mehrwüchige Einstimmen auf ein Ziel – Klassenerhalt- wie es etwa in Aachens Winterpause geschehen ist, kann nicht mehr stattfinden. 

Thomas von Heesen wurde zwar entlassen, jedoch nicht durch einen neuen Trainer ersetzt, um etwa einen Schnitt zu machen. Sondern durch den langjährigen Co-Trainer Frank Geideck, der das sportliche Konzept fortführen soll. Wie viel davon im Fall des Abstiegs übrig bleibt, bleibt abzuwarten.

Laut Heribert Bruchhagen steht eine Trainerentlassung bei Eintracht Frankfurt nicht zur Debatte. Man wird also weitermachen wie bisher und – und was eigentlich? Hoffen?

2 Meinungen

  1. Also ich denke Bielefeld und Frankfurt kämpfen immer gegen den Abstieg. Die einzigen die sich ein bisschen sicherer diese Saison wähnen dürfen sind die Nürnberger die sonst auch zu den üblichen Verdächtigen gehöhren. Mein Tipp:Gladbach, Bochum und Bielefeld steigen ab.

  2. Natürlich spielen Bielefeld und Frankfurt immer gegen den Abstieg. Aber die Ergebnisse und vor allem die Darbietungen der Hinrunde konnten vermuten lassen, dass man in dieser Saison nicht in akute Abstiegsgefahr geraten würde.

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