Wenn Hände sprechen: Andere Länder, andere Gesten

Im Ausland stößt man schnell an seine sprachlichen Grenzen. Da liegt es nahe, sich der Zeichensprache zu bedienen. Aber Obacht: Gesten beziehungsweise Handzeichen unterscheiden sich von Kultur zu Kultur.







Ein erhobener Daumen steht für: alles prima? Zeige- und Mittelfinger gestreckt bedeuten: Victory? Ja und nein: Es hängt davon an an, in welchem Land man diese Handzeichen benutzt. Ein- und dieselbe Geste kann in einem Land etwas völlig harmloses bedeuten, woanders aber eine äußerst vulgäre Beleidigung sein. Im Folgenden listen wir sie auf!

Daumen hoch

Eine der hierzulande gebräuchlichsten Gesten ist der erhobene Daumen, der Anerkennung ausdrücken soll und für „Alles prima“ für steht. In Afghanistan, Iran oder dem Irak allerdings gilt die Geste als schwere Beschimpfung. Auch in der Türkei könnte dieses Handzeichen missverstanden werden – nämlich als Einladung zu sexuellen Praktiken.

Daumen plus Zeigefinger

Hierzulande bestellt man in der Kneipe so zwei Bier. In Japan allerdings könnten man stattdessen sechs Getränke bekommen – dort steht der Daumen für die Zahl fünf.

Hochgesteckter Zeige- und Mittelfinger (Victory-Zeichen)

Das Victory- oder Peace-Zeichen ist eigentlich unverfänglich. Es sei denn, man kommt auf die Idee, in Commonwealth-Staaten wie England, Schottland, Australien, Neuseeland, Südafrika, aber auch in Irland dem Gegenüber dabei den Handrücken zuzudrehen. Das ist in diesen Ländern eine üblere Beleidigung als der ausgestreckte Mittelfinger!

Zeigefinger plus kleiner Finger

Die „Pommesgabel“ wird bei uns besonders gerne von Metal-Fans auf Konzerten gezeigt. In den USA ist die Kombination aus ausgestrecktem Zeigefinger und kleinem Finger allerdings auch ein Ausdruck aus der Gebärdensprache und bedeutet „I love you“ (ILY). Und in Italien verhöhnt die „mano cornuta“ (gehörnte Hand) Ehefrauen und –männer, denen die Hörner aufgesetzt wurden.

Daumen und Zeigefinger zum Kreis

Hierzulande wird diese Geste als Zeichen für ein köstliches Essen verwendet. Oder wenn man zum Ausdruck bringen will, dass etwas „perfekt“ sei. In Griechenland, Russland, der Türkei sowie in asiatischen Ländern symbolisiert dieses Handzeichen dagegen eine Körperöffnung und ist eine dementsprechend obszöne Geste.

Zeigefinger an Stirn

Wer sich bei uns mit dem Zeigefinger an die Stirn tippt, will sagen: „Du spinnst wohl!“ oder „So ein Schwachsinn!“ Nicht so in den USA, wo die Geste als Kompliment für jemanden, der besonders intelligent oder schlau handelt, benutzt wird.

Zeigefinger auf Person richten

Wer mit dem Finger auf jemanden zeigt, benimmt sich unhöflich. Und zwar nicht nur bei uns: In Südafrika und Thailand kann der Betroffene dies sogar Angriff auffassen.

Mittelfinger ausstrecken

Gehört sich gar nicht – überall!

Fotonachweis: Thinkstock, 459568105, iStock, dolgachov

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