Vertonte Kolumnen

Daniel Glattauer ist ein bekannter Kolumnist. Seine Werke erscheinen auf dem Titelblatt des österreichischen ‚Standard‘ und man darf durchaus etwas von ihnen erwarten. Schon allein deswegen, weil sich Glattauer selbst mit seinen Romanen ein überaus hohes Sprungbrett verschafft hat. Doch leider fällt man tief, wenn man denselben hintergründigen und teilweise bissigen Humor bei seinen Kolumnen erhofft, den man z.B. von ‚Gut gegen Nordwind‘ kennt und schätzt. Kolumnentechnisch bleibt er sehr an der Oberfläche – und das, obwohl seine Themen gut gewählt sind und durchaus mehr hergeben würden. Hinzu kommt, dass man zwar erwarten könnte, dass eine Kolumne vom Autor selbst gelesen am besten rüberkommt, dies aber wohl dann doch nicht unbedingt der Fall ist. Hier zumindest nicht.

Deutlich besser da schon die ‚Notizen der Talsohle des Lebens‘ von Uli Hannemann, der leicht grummelig, leicht amüsiert, leicht konsterniert vom Leben in Neukölln erzählt. Um dies allerdings in all seinen Facetten aufnehmen zu können, muss man entweder Berliner sein oder einen Bezug zu Neukölln haben, denn sonst gehen einem einige der Pointen unterwegs verloren. Diese kleinen Geschichtchen des Alltags werden ebenfalls vom Autor selbst gelesen, allerdings deutlich besser als die von Glattauer.

Daniel Glattauer: „Schauma mal“, erschienen im  September 2009  , 1 CD mit einer Lauflänge von rund einer Stunde, zu haben für  12,95 Euro sowie

Uli Hannemann: „Neulich in Neukölln“, erschienen im  März 2009, 1 CD mit einer Lauflänge von 75 Minuten, zu haben für  rund zehn Euro  – beide erschienen bei Hörbuch Hamburg.

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