TV-Ticker am 12.1.

Günther Jauch hat der ARD abgesagt – er wird nicht die Nachfolge von Sabine Christiansen antreten, weil er zu Recht fürchtete, zum "Spielball der politischen Farbenlehre innerhalb der ARD zu werden." Führende ARD-Vertreter hatten sich in den letzten Woche nach Kräften bemüht, den RTL-Star schlecht- und kleinzureden und ihm unannehmbare Bedingungen zu diktieren. Allen voran der ARD-Vorsitzende Fitz Raff: Noch am Montag gab er im Spiegel zum Besten, "ohne Jauch geht die ARD-Welt nichr unter." Nach Jauchs Absage mit Ansage heuchelten nun alle ARD-Funktionsträger vom Hausmeister bis zum Intendanten ihr Bedauern über den gescheiterten Coup. Obwohl die meisten glücklich sein dürften, einen so unabhängigen und damit potenziell unberechenbaren Mann wie Jauch nun nicht im Programm zu haben. Einer der weigen Verantwortlichen, die Einsicht zeigten, ist der NDR-Rundfunkrats-Vorsitzende Volker Müller: "Die ARD muss sich fragen lassen, ob sie auf die Verpflichtung hochkarätiger Bildschirm-Protagonisten strukturell richtig eingestellt ist." Die ARD muss sich darüberhinaus vor allem fragen, ob die kleingärtrnerische Senderstruktur mit ihrer verhängisvollen Nähe zur Politik überhaupt noch zukunftsfähig ist. Es geht um mehr als einen Promi und eine Talkshow.

Die gute Meldung: Sabine Christiansen wird ihre Engagement trotz Jauch-Absage nicht verlängern. Am 24. Juni 2007 macht sie definitiv ihre letzte Sendung – endlich.

WDR-Moderator Frank Plasberg ("Hart, aber fair") macht sich nun berechtigte Hoffnungen, Frau Christiansen zu beerben. Eine sozusagen hausinterne, bequeme Lösung für die ARD – und auch noch viel billiger als Jauch.

Weitere Nominierungen für die "Goldene Kamera": In der Kategorie "Bester deutscher Fernsehfilm" wurden gestern "Blackout" (Sat.1.), "Neger, Neger, Schornsteinfeger" (ZDF) und "Wut" (WDR) nominiert. Eine seltsame Mischung aus filmischer Klasse und politischer Korrektheit. Die Verleihung des Preises findet am 1. Februar statt – hoffentlich an "Blackout".

ProSieben unternimmt den Versuch, die gute alte Gameshow wiederzubeleben. Am Montag (20.15 Uhr) startet der siebenteilige "Gameshow-Marathon" mit Oliver Pocher als Moderator. Beim Blick auf die Kandidatenliste der Wettbewerbe zwischen "Glücksrad" und "Der Preis ist heiß" kann einem aber bereits die Lust aufs Spielen vergehen: Es sind die üblichen Verdächtigen, die sich durch die Aufgaben kaspern werden – Hella von Sinnen, Sonya Kraus, Gülcan, Detlef D! Soost, Hennes Bender und Kai Böcking.

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