Tragisch, berührender Gutmensch: Le Havre

Die Filme des Finnen Aki Kaurismäki zeichnen sich aus durch ihre Poesie, ihre Schwermut, ihren meist lakonischen Humor und die stets mehr oder weniger sozialkritischen Geschichten, und so ist es auch mit „Le Havre“, dessen Gesellschaftskritik sich in erster Linie um das Thema Immigration dreht. Anders als viele Filme Kaurismäkis spielt dieser Film in Frankreich.

Le Havre von Aki Kaurismäki

Marcel Marx lebt in Le Havre, einer französischen Hafenstadt. Er war früher einmal Schriftsteller, lebte aber größtenteils mehr oder weniger vom Schuheputzen. Marcel hat viele Freunde und eine schwerkranke Frau. Seine Bekannten helfen ihm, als Marcel einen Flüchtlingsjungen aus Afrika vor der Polizei versteckt und heimlich auf ein Schiff schmuggelt, das den Jungen zu seiner Mutter nach England bringen soll. Ob das wohl gut geht?

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Dieser Film – übrigens der erste von Aki Kaurismäki seit fünf Jahren nach „Lichter der Vorstadt“ – wirkt um einiges optimistischer als viele bisherige Werke Kaurismäkis und heiterer, was sich auch am Ende zeigt. Doch „Le Havre“ wird nie kitschig. Der feinsinnige und mitunter absurde Humor zeigt sich unter anderem in den Szenen, in denen Marcel gemeinsam mit Little Bob, dem kleinwüchsigen „Elvis Presley“ der Hafenstadt, ein Benefizkonzert für den Flüchtlingsjungen organisiert. In einer anderen Szene erklärt Marcel, er sei der Onkel des afrikanischen Jungen. Angesprochen auf seine helle Hautfarbe, erwidert er, dass er ein Albino sei.

Bis in die Nebenrollen glänzen die hierzulande eher unbekannten Darsteller, beispielsweise Jean-Pierre Darroussin als kauziger Polizeiinspektor, oder Jean-Pierre Léaud als fieser Nachbar. André Wilms, welcher die Hauptrolle spielt, bringt gleichzeitig Melancholie und Humor gekonnt zum Ausdruck, ohne sentimental zu wirken. Ein absolut sehenswerter Film, der am 8. September 2011 ins Kino kommt.

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