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    Start » Tiere füttern im Winter: Hilfe für Vögel, Eichhörnchen und andere Besucher im Garten
    Gartenarbeit

    Tiere füttern im Winter: Hilfe für Vögel, Eichhörnchen und andere Besucher im Garten

    21. Dezember 20116 Minuten Lesezeit

    Winterfütterung ist für die Einen ein Eingriff in das Ökosystem, für die Anderen richtige Konsequenz aus dem permanenten Eingriff des Menschen in die Lebensräume der Tiere. Vielleicht liegt die Wahrheit ja auch in der Mitte und es verhält sich mit der Fütterung wie mit Rolltreppen in Kaufhäusern: Man braucht sie nicht, aber sie sind bequem.

    Unbestritten scheint jedoch, dass die stete Verkleinerung des Habitats viele Tiere trotz ihrer Anpassungsfähigkeiten vor mehr Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche stellt und somit auch mit mehr Energieaufwand verbunden ist. Da scheint es sinnvoll, zuzufüttern. Wer Tiere füttern möchte, darf jedoch nicht zu früh beginnen und sollte rechtzeitig wieder damit aufhören, ansonsten könnten Vögel und Eichhörnchen die Futtersuche verlernen. Was man sonst noch beachten sollte, haben wir in unseren Tipps zusammengefasst.

    Tiere füttern im Winter: So machen Sie es richtig!

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    Vogelfütterung

    Wer Vögel im Winter füttern möchte, sollte es richtig machen. Die heimischen Vögel sind bestens angepasst und brauchen die Unterstützung nicht. Vogelfütterung ist kein Artenschutzbeitrag, jedoch eine schöne Möglichkeit, die im Garten beheimateten Arten kennenzulernen. Dafür ist es wichtig, einige Dinge zu beachten, damit die Freude an der Vogelbeobachtung nicht zur Gefahr für die Tiere wird.

    • Wann: Vögel erst bei geschlossener Schneedecke oder anhaltendem Frost füttern. Dann ist es eine sinnvolle Unterstützung. Die niedrigen Temperaturen kosten den Tieren eine Menge Energie
    • Wie: Um Krankheiten zu vermeiden, ist es entscheidend, dass das Futter nicht mit Kot verunreinigt werden kann. Bemerken Sie einen kranken Vogel anhand seines apathischen Verhaltens, stellen Sie das Füttern umgehend ein.
    • Worin: Futterhäuschen sollten daher einmal wöchentlich gereinigt werden. Verwenden Sie jeden Tag nur wenig Futter.
    • Besser Sie verwenden Futtersilos bzw. Futtersäulen, die wind- und regenfest sind. Diese verhindern, dass Körner, Flocken usw. in Kontakt mit den Ausscheidungen kommen oder nass werden und schimmeln.
    • Wo: Beachten Sie beim Standort der Futterquelle, dass sich Katzen oder andere Tiere den Vögeln nicht unbemerkt nähern können. Befestigen Sie an Silos oder Futterhäuschen evtl. Hagebutten- oder Vogelbeerenzweige, um die Singvögel auch vor Greifvögel zu schützen.
    • Was: Verwenden Sie das richtige Futter – Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen für Körnerfresser wie Sperling und Fink, Rosinen, Obst, Haferflocken und Meisenknödel für Weichfutterfresser wie Zaunkönig, Amsel, Meise und Rotkehlchen. Kein Brot! Kein Gewürz! Kein Salz!
    • Wie lange: Beginnen Sie zu füttern, füttern Sie regelmäßig! Stoppen Sie die Vogelfütterung im Frühjahr, wenn es wärmer wird, damit die Vögel sich wieder umstellen können.

    2

    Eichhörnchen füttern

    Vielleicht ist es schon in diesem Winter soweit, dass man in deutschen Gärten zum ersten Mal neben dem Eichhörnchen eine weitere Art aus der Familie der Hörnchen beobachten kann. Aus Nordamerika stammt es und hat in England das auch uns bekannte Baumhörnchen nahezu verdrängt. Grauhörnchen scheinen klar im Vorteil und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir uns an die grauen Baumbewohner gewöhnen und von den roten verabschieden müssen. Doch solange sie noch da sind, kann man sie im Winter unterstützen.

    Eichhörnchen können sich bestens mit den gegebenen Umständen arrangieren und sind nicht auf Hilfe angewiesen. Sie legen mehr Vorratslager an, als sie benötigen. Da der Trend in unseren Gärten aber vermehrt zu einer Ausdünnung des Baumbestandes und somit zu einer schwierigeren Wintervorbereitung führt und die Nager darüber hinaus im Januar meist tragen, sollte man die Tiere füttern.

    • Wann: Beginnen Sie zu füttern, wenn die Böden gefroren sind.
    • Wie: Damit das Futter nicht verderben kann, muss es trocken liegen.
    • Worin: Wollen Sie Eichhörnchen füttern, verwenden Sie Futterhäuser speziell für Eichhörnchen. Man kann sie selber bauen oder günstig kaufen. Da Baumhörnchen Vorräte anlegen, sollten Sie nur zufüttern und nicht zu viel anbieten.
    • Wo: Hängen Sie die Häuser unerreichbar für Mäuse und Ratten in Sichthöhe an die Hauswand oder in einen Baum. Teilen sich mehrere Hörnchen Ihren Garten, hängen Sie verschiedene Futterstellen mit ausreichend Abstand auf, da die Tiere Einzelgänger sind.
    • Was: Sie können die Futtermischungen selber machen. Verwenden Sie dafür Nüsse und Saat (Hasel- und Walnüsse, Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Rosinen). Eichhörnchen fressen aber auch Obst (Äpfel, Birnen, Weintrauben) und Gemüse (Gurken, Karotten). Legen Sie nur heimisches Futter aus. Und auch hier gilt: Kein Brot! Kein Gewürz! Kein Salz!
    • Wie lange: Der NABU empfiehlt wegen der Tragzeit der Nagetiere eine Fütterung bis in die Frühsommermonate.

    3

    Tiere füttern im Winter

    Die meisten anderen Gartenbesucher benötigen keine Winterfütterung. Viele von ihnen schlafen, andere, wilde Tiere verirren sich nur zufällig in den Garten und sollten ausschließlich von Jägern gefüttert werden. Ist der Garten im Herbst gut präpariert worden, haben die tierischen Bewohner die Möglichkeit, Winterquartiere anzulegen. Damit sollte ihnen genug geholfen sein.

    Falls Sie dennoch Tiere im Garten beobachten, bei denen Sie sich fragen, ob man füttern sollte, hier noch ein paar Tipps:

    • Fische im Winter: Fische im Gartenteich brauchen erst im Frühjahr wieder Nahrung, wenn das Eis geschmolzen ist. Körpertemperatur und Stoffwechsel sind bis dahin heruntergefahren und zum Überleben reichen Fettreserven und Kleinlebewesen.
    • Frösche im Winter: Frösche verfallen bei bestimmten Temperaturen in eine Kältestarre, während der alle Lebensfunktionen minimiert werden und benötigen keine Nahrung.
    • Igel füttern: Igel halten Winterschlaf, der nicht gestört werden darf. Laufen abgemagerte Igel durch den Schnee, setzen Sie sich mit einer Igelstation oder einem Tierarzt in Verbindung. Finden Sie einen kranken oder verletzten Igel, ist das Füttern und Aufpäppeln erlaubt. Als Grundnahrungsmittel können Hunde- oder Katzendosenfutter, hartgekochte Eier, gekochtes Geflügelfleisch oder durchgegartes Hackfleisch sowie Haferflocken verwendet werden. Mehr Informationen gibt es hier. Ist das Tier jedoch nur aufgestört, ansonsten aber gesund, ist das Entnehmen aus der Natur gesetzlich verboten.
    • Füchse füttern: Füchse sind Allesfresser und finden ausreichend Nahrung. Durch Anfütterung können sie ihre Scheu vor dem Menschen verlieren, was gerade in urbanen Gegenden problematisch werden kann. Füchse sind und bleiben Wildtiere, darum nicht füttern.
    • Rehe füttern: Finden Rehe und andere Wildtiere in der Natur nicht mehr genug Nahrung, muss Ersatz bereit gestellt werden. In der sogenannten „Notzeit“, die gesetzlich geregelt ist, sind Jäger dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen. Haben Sie Rehe im Garten, verständigen Sie Jäger oder Förster, die wissen, welches Futter wie und wo gegeben wird. Füttern Sie auf keinen Fall Brot oder Essensreste. Das führt zu ernsten Magenverstimmungen und lockt Ratten oder Wildschweine an.
    • Wildschweine füttern: Besser nicht.

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