Tad Williams ‚Otherland‘ Saga

Tad Williams Otherland kann als „Herr der Ringe des 21. Jahrhunderts“ beschrieben werden. Eine fantastische Welt im Cyber-Space, die Orte kreiert und mit der Erzählkraft vom „Master of Fantasy“ nahezu real werden lässt: Die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts. Der technische Fortschritt macht sich überall breit. Besonders das Leben online hat sich entwickelt. Man fährt nicht mehr in den Urlaub, sondern man loggt sich ein. Technische Geräte ermöglichen dies. Entweder mittels einer Maske auf dem Kopf oder aufwendiger Implantate. Über die Wahl der Zugriffsmöglichkeit entscheidet meist das Budget. Arm und Reich sind auch in den virtuellen Welten nicht gleich.
Inmitten der Virtualität wird ein großes Menschheitsthema von den Superreichen in den Fokus genommen: Die Unsterblichkeit. Sie scheint mit keinem Geld der Welt kaufbar zu sein. Eine Organisation, betrieben von den reichsten Menschen des Planeten, plant aber die Unsterblichkeit zu erreichen. Die sogenannte Gralsbruderschaft errichtet sich ein eigenes Universum, ein Otherland, innerhalb der virtuellen Welt. Doch dieses Universum hat einen schlimmen Einfluss auf zahlreiche Kinder

Tad Williams erschafft Otherland

Tad Williams Otherland umfasst insgesamt vier Bände, die 1996 bis 2001 publiziert wurden. Darunter „Stadt der goldenen Schatten“, „Fluß aus blauem Feuer“, „Berg aus schwarzem Glas“ und „Meer des silbernen Lichts“. Die Geschichte braucht geduldige Leser. Die Bücher sind einzeln äußerst umfangreich und schließen erst mit dem vierten Band ab. Der Übergang vom ersten zum zweiten Band erfolgt fließend. Pro Kapitel gibt es einen wesentlichen Handlungsstrang. Am Ende der Saga wird alles miteinander verbunden.
In „Stadt der goldenen Schatten“ tritt die Gralsbruderschaft auf. Ihr Netzwerk stellt sich als Bedrohung für zahlreiche Kinder dar, die auf unerklärliche Weise davon angezogen werden. Neun Menschen wagen den Aufbruch in das virtuelle Netz, um mehr über die Bruderschaft und deren Treiben herauszufinden. Im zweiten Band gelingt der Truppe tatsächlich das Eindringen in das sagenumwobene Otherland. Das Resultat ist aber, dass sie von diesem als Gefangene gehalten werden. Nur der „Fluß aus blauem Feuer“ scheint ihre Rettung zu sein.
In „Berg aus schwarzem Glas“ ist die Gralsbruderschaft kurz davor, ihren teuflischen Plan in die Tat umzusetzen. Im letzten Band schließt sich der Kreis. Das Geheimnis um einen, der der „Andere“ heißt, wird gelüftet. Die Reise erreicht ihren Höhepunkt. Mit dabei sind unter anderem die starke Renie und ihr Freund Xabbu (auszusprechen mit Schnalzlaut), die um das Leben des kleinen Bruders kämpfen.

Tschüss, liebe reale Welt!

Die Leseprobe zeigt Tad Williams fantastische Welt, die nicht mehr all zu fern von der unseren liegt. Zudem offenbart sie, dass Virtualität die Grenzen der Realität und deren Wahrnehmung mit aller Macht sprengen kann. Nicht nur für Fantasy-Fans ist die Otherland-Saga empfehlenswert. Auch diejenigen sind herzlich zum Lesen eingeladen, die einen Einblick in die Tragweite von künstlichen Welten im Internet gewinnen möchten.
Manchmal ist dies sehr gruselig und erschreckend, oft aber auch unglaublich faszinierend. Der ewige Kompromiss und Zwiespalt im Menschen. Aktuell hat sich Warner Bros. die Filmrechte an den Büchern gesichert. Tad Williams Otherland wird es also vom Buch auf die Kinoleinwände schaffen. Verdient.

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