Striptease für die Mannschaftskasse

Vorab: Ich habe absolut nichts gegen schöne und ästhetische Fotos auch leicht bekleideter Damen einzuwenden. Muss ja nicht gleich des Notredamer Glöckners Pendant sein. Und daher findet Ihr gleich hier den Link zu den ballverliebten Damen, welche von der Fotografin Sabine Lanfranco durchaus ansprechend in Szene gesetzt wurden. Keine Angst, den Typ "gedopte Gewichtheberin" werdet Ihr vergebens suchen…

Der Kalender kann über die Geschäftsstelle des 1.FC Saarbrücken (www.fc-saarbruecken.de) bestellt werden und kostet zehn Euro. Der Erlös der Aktion fließt in die Mannschaftskasse, die nach dem Ausverkauf der ersten Auflage mutmaßlich schon jetzt gut gefüllt sein dürfte. Super, Kompliment, alle glücklich.

Doch es gibt aus meiner Sicht auch eine wenig apfelförmige Kehrseite der Bilder, zumindest bei genauerer Betrachtung. Denn welchen Effekt hat so eine Aktion langfristig, in der Außenwahrnehmung? Sich auszuziehen, Mädels, ist ja toll. Aber muss es gleich das Eva-Trikot sein? Oder hätten es auch ein paar Modefotos für den örtlichen Designer getan, um den Fans einen kleinen Gefallen zu tun und nebenbei die Mannschaftskasse aufzubessern? Ich weiß es nicht.

Aber, um es mal richtig spießig zu sagen. Es sind doch genau solche Aktionen, die dem Frauenfußball die Seriosität nehmen. Die Saarbrücker Aktmodels sind immerhin in der 2. Frauen-Bundesliga Süd aktiv. Natürlich ist das nicht mit der medialen Aufmerksamkeit der Herren-Bundesliga vergleichbar. Aber ein Bastian Schweinsteiger zieht sich auch nicht aus, nur weil die weiblichen Fans das vielleicht toll fänden (Danke übrigens, Basti!). Elber ist meiner Meinung nach der einzige, der das mal gemacht hat – für die Bravo. Ljungberg bei Calvin Klein ist ohnehin eine andere Liga.

Ich hätte – als Fan von gutem Fußball – die Fußballerinnen des FCS gerne anders kennen gelernt. Jetzt bleiben sie als attraktive Nacktmodels in Erinnerung – und nicht als Sportlerinnen. Grundsätzlich kein Problem – dem Image als ernsthafte Sportlerinnen dient es aber nicht. Und daher wird beim Frauenfußball wohl weiterhin eher hinterher als nur angepfiffen.

4 Meinungen

  1. Es ist nur so, dass Du diese Fußballerinnen ohne den Kalender nicht kennengelernt hättest, da sich der 2.Liga-Fußball der Damen in der Öffentlichkeit nicht stattfindet. Dass Frauen mit solch einer Aktion sexistische Klischees bedienen, ist peinlich und vor allem kontraproduktiv. Ich erinnere bei solcherlei Gelegenheiten übrigens immer wieder gerne an den Vorschlag von UEFA-Präsident Johansonn, man solle den Fußballerinnen doch vorschreiben etwas körperbetontere Kleidung tragen zu lassen, damit ihnen mehr Beachtung geschenkt werde…

  2. Warum nehmen Nacktfotos einer Mannschaft einer Sportart seine Seriösität? Deutschland ist Fußball-Weltmeister, so unseriös scheint Frauenfußball hierzulande nicht zu sein. Die Frage ist doch vielmehr, warum der ausschließlich männergeführte 1. FC Saarbrücken es nicht schafft, die sportlichen Erfolge seiner Frauenmannschaft so zu vermarkten, dass so ein Kalender vielleicht gar nicht nötig wäre.

  3. hallo, also ich muss sagen, ich finde es eine Tolle Sache, das sich die Damen Gedanken gemacht haben, wie sie ihren Verein unterstützen können.Leider ist das nicht von allen Damen zu erwarten, aber hier ist es doch mal eine Schöne Aktion.

  4. Frauenfußball wird nie die gleiche Aufmerksamkeit bekommen wie Männerfußball, und das völlig zu Recht. Wenn sie sich ausziehen, und auch nur dann, sind Frauen allerdings wesentlich interessanter als Männer.Bei den Volleyballerinnen z. B. hat der Umstand, dass sie sich nackt für den Stern haben fotografieren lassen, dafür gesorgt, dass die einzelnen Spielerinnen jetzt bekannter sind als die männlichen Spieler, und dass sie sogar auch bessere Einschaltquoten hatten.Die Fotos der Saarbrückerinnen sind toll, viel toller als ihr Spielvermögen. Seh ich sie beim Pokalendspiel in Berlin, dass nur deswegen von vielen gesehen, weil das „richtige“ Pokalendspiel hinterher kommt, werd ich auf jeden Fall für sie jubeln. Ich hoffe, sie qualifizieren sich.

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