‚Sprechende Männer‘ von Maxim Leo und Jochen-Martin Gutsch

Der Titel ist ja eigentlich schon ein Widerspruch in sich. Denn in der Regel sprechen die Männer ja nicht wirklich gern, zumindest nicht, wenn es ans Eingemachte geht. Auch den beiden Autoren des Buches ging es da anfangs nicht anders.

Doch das Projekt der beiden preisgekrönten Journalisten ließ ihnen keine Wahl. Eigentlich wollten sie nur mal „Inventur“ machen, wie man das halt so macht, wenn man um die vierzig ist. Doch dann verlangte der Mann vom Verlag etwas mehr von ihnen: „Ihr macht ein Experiment. (…) Das längste Männergespräch der Welt. Total offen, intim, ehrlich. Ohne Tabus.“

„Sprechende Männer“: Das Portrait zweier Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Herausgekommen ist eine interessante Neuerscheinung, die wirklich lesenswert ist – für uns Frauen auf alle Fälle, für Männer wahrscheinlich ebenso. Maxim Leo und Jochen-Martin Gutsch lassen in „Sprechende Männer“ seelisch die Hosen runter. Frauen spielen dabei eine große Rolle, ebenso wie die Männlichkeit an sich und was diese eigentlich ausmacht. Der faszinierende Gegensatz dabei: Maxim Leo ist ein Familienmensch, seit 17 Jahren mit seiner französischen Frau zusammen – regelmäßiger Sex inklusive. Die beiden haben zwei Kinder und er lebt und genießt das, was sein Kollege als spießig bezeichnen würde. Oder zumindest als naiv. Denn Jochen-Martin Gutsch ist weit davon entfernt, sich zu binden. Er ist – zumindest zu Beginn des Buches – ein typischer gutaussehender Single seines Alters. Mit einer Riesenportion Freiheitsdrang und Momenten, in denen er genau denselben anzweifelt. Mit einer Menge Kumpels und Fast-Beziehungs-Freundinnen, mit gelegentlichem Sex und ein paar ziemlich arroganten Ansichten.

„Sprechende Männer“: Gegensätze ziehen sich an

Die „Versuchskaninchen“ probieren immer wieder, sich gegenseitig auszuweichen, auf Fragen nicht zu antworten. Da sie es aber beide mit gestandenen Journalisten zu tun haben, gelingt das nicht. Knallhart werden per E-Mail und genau dokumentiert Antworten rausgekitzelt. Wobei man sich durchaus auch mal auf den Nerv geht.

Es gibt Stellen in diesem Buch, die einen nachdenklich machen. Und andere, bei denen man gar nicht anders kann als laut herauszulachen. Viel Spaß beim Herausfinden, warum eine Nagelfeile nie mehr nur eine Nagelfeile sein wird, was eine MOIG ist und was ein Zehennagel nun tatsächlich mit der Männlichkeit an sich zu tun hat.

Maxim Leo und Jochen-Martin Gutsch: Sprechende Männer, erschienen im Oktober 2011 beim Karl Blessing Verlag, 300 Seiten Blick hinter die Männerstirn für 17,95 Euro.

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